Montag, 10.03.2008 | Autor: jansch/jst

Gasversorger erhöhen Preise landesweit

Worum geht´s

Das Bundeskartellamt leitet gegen Gasversorger ein Missbrauchsverfahren ein, weil es den Verdacht auf überhöhte Preise hegt.

Stichworte zu diesem Thema

Topstory: Landesweit führen Energieversorger Preiserhöhungen beim Gas durch, unter Protest. Verbraucherverbände kritisieren diese und beschreiten gegen die Gaspreiserhöhung den Gerichtsweg. Auch das Bundeskartellamt schreitet ein. Ein Anbieterwechsel ist in vielen Fällen ratsam.

Bundeskartellamt leitet Missbrauchsverfahren ein

Gegen 35 Gasversorger leitet das Bundeskartellamt ein Missbrauchsverfahren wegen des "Verdachts missbräuchlich überhöhter Gaspreise für Haushalts- und Gewerbekunden" ein. Bei den Preisen recherchierte das Amt zwischen 25 und 45 Prozent Abweichungen.

"Selbst dort, wo die Netzentgelte niedrig sind, wird dieser Kostenvorteil oftmals nicht an die Kunden weitergegeben, sondern offensichtlich durch eine Erhöhung auf einer anderen Ebene der Wertschöpfungskette wieder kompensiert", bemängelt Kartellsamtpräsident Bernhard Heitzer. Die Welle von Gaspreiserhöhungen werden wir auf ihre Missbräuchlichkeit hin überprüfen."

Beispiel: Eine Preiserhöhung von zehn sächsischen Gasversorgern wird ab März und April 2008 wirksam. Die Beschaffungskosten und die Gas-Ölpreis-Bindung werden als Gründe hierfür genannt. Die städtischen Werke Borna und die Stadtwerke Reichenbach sind dabei an der Spitze.

Preisbindung an Öl "antiquitiert"

"Für uns ist die antiquierte Gas-Ölpreis-Bindung nichts anderes als eine Lizenz zum Gelddrucken", sagt Roland Pause von der Verbraucherzentrale Sachsen in einer Pressemitteilung.

Und - da die Gaspreise immer ungefähr ein halbes Jahr später nachziehen, der Ölpreis aber gerade über 100 Dollar gestiegen ist, ist die nächste Preiserhöhung für die Kunden absehbar. "Deshalb begrüßen wir es, dass sich nun auch Gerichte damit beschäftigen, ob diese Preisbindung noch zeitgemäß ist", so Roland Pause weiter.

Ein Anbieterwechsel bei Gas ist ratsam

Beispiel Reichenbach: hier bezahlen die Kunden bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden fast 200 Euro mehr. Auch die Bornaer Gaskunden müssen mit durchschnittlichen Mehrkosten bei den Betriebskosten von rund 160 Euro pro Jahr rechnen. Roland Pause empfiehlt, nach günstigeren Anbietern Ausschau zu halten.

Auch wenn der Wettbewerb auf dem Gasmarkt bundesweit noch zulegen müsste, sollten die Verbraucher in den jetzt von der Preiserhöhung betroffenen zehn sächsischen Städten einen Anbieterwechsel in Betracht ziehen. Nach Recherchen der Verbraucherzentrale Sachsen gibt es dort mindestens je einen konkurrierenden Gasversorger.
 

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

Es schreibt für Sie

Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch

 meineimmobilie.de-Tipp

Die Verbraucherzentralen helfen Ihnen beim Anbieterwechsel. Ob als Vermieter oder Selbstnutzer: Für Sie ist es immer wichtig, die Heizkosten gering zu halten. Deshalb sollten Sie die Gaspreiserhöhungen sehr kritisch unter die Lupe nehmen und sich nach günstigeren Alternativen zum etablierten Stadtwerk umsehen.