Montag, 27.10.2008 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008

Tipps für Immobilienbesitzer zur Finanzkrise

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008
Checkliste: Die Finanzkrise trifft Immobilienbesitzer und Vermieter bisher nicht sonderlich hart. Doch einige Rahmenbedingungen ändern sich. Tipps rund um wichtige Rahmenbedingungen in dieser meineimmobilie.de-Checkliste.
  • Keine Panik: Panik ist immer ein schlechter Berater in Bezug auf Ihre Immobilie. Sie sollten weder unkoordiniert auf vermeintliche Schnäppchenjagd gehen - Immobilienpreise sind auch in der Finanzkrise in Deutschland bisher stabil - noch sollten Sie in blinden Aktionismus in Ihren Kreditfragen verfallen. Die Krise hat den Baukredit bisher nicht erreicht, eine Kreditklemme gibt es nicht.
  • Frühzeitig fragen: Wenn die Bank an die Anschlussfinanzierung erinnert, ist es schon zu spät. Immobilienbesitzer sollten mehrere Monate vor dem Auslaufen des Kreditvertrags bei ihrer Bank nachfragen, ob eine Anschlussfinanzierung möglich ist. Als Neukäufer gilt im Prinzip das Gleiche: Wer früh anfängt, weiß auch früh Bescheid.
  • Kreditart bestimmen: Lassen Sie sich auch in Zeiten der Krise nicht in ungünstige Kreditformen drängen. Fast immer ist das klassische Annuitätendarlehen - im Volksmund: Hypothekendarlehen - die beste Form der Finanzierung.
  • Kreditbedingungen checken: Das Gebot der Stunde ist, möglichst viel Eigenkapital in eine Finanzierung einzubringen. Sie sollten ansonsten fragen, ob eine Finanzierung über 60 Prozent des Beleihungswertes möglich ist und wie die Zinskonditionen sich hierfür verändern.
  • Zinskonditionen sichern: Die Zinsen sind momentan sehr niedrig. Über ein sogenanntes Forward-Darlehen können Sie sich schon lange im Voraus eine günstige Anschlussfinanzierung sichern. Darüber sollten Sie auf jeden Fall nachdenken: Wer erst spät damit anfängt, hat ein höheres Zinskostenrisiko.
  • Angebote vergleichen: Wichtig ist es immer, mehrere Kreditangebote miteinander zu vergleichen. Und sei es nur, damit Sie Ihre eigene Verhandlungsposition gegenüber Ihrer Hausbank stärken können.
  • Staatliche Förderung suchen: Wenn die Zeiten unsicher sind, schrecken auch Immobilienbesitzer vor Investitionen zurück. Wenn Sie sich aber für eine energetische Sanierung Ihrer Immobilie interessieren, dann sollten Sie sich in jedem Fall eigenständig über staatliche Kreditprogramme informieren. Diese ändern sich häufig, deshalb ist es gut, wenn Sie hier auf dem Laufenden sind.
  • Konjunkturellen Abschwung berücksichtigen: Wenn Sie eine Immobilie in guter Lage besitzen oder erwerben, dann werden Sie die Ausschläge der konjunkturellen Entwicklungen weniger stark spüren. Qualität und Wert sichern die Zukunftsfähigkeit Ihrer Immobilie. Ansonsten: Als Vermieter ist für Sie ein konjunktureller Abschwung immer negativ. Er führt zu weniger Wohnungswechselbereitschaft von Mietern und zu einem potenziell höheren Mietausfall. Berücksichtigen Sie in jedem Fall in Ihren Kalkulationen das sogenannte Mietausfallwagnis, um nicht später böse überrascht zu werden.

zum Dossier über die Finanzkrise

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
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