Montag, 13.09.2010 | Autor: Eike Schulze/Anette Stein/Katja Fleschuetz/mb

Immobilienkauf: Finanzierungskosten sparen

Selbstnutzer können die Kosten für ihre Immobilie nicht steuerlich ansetzen. Eine günstige Finanzierung wird deshalb hauptsächlich erreicht, indem sie die Kosten der Finanzierung möglichst niedrig halten, was nur gelingt, wenn entsprechende Zielsetzungen bezüglich Kapital, Zinsen, Fördermitteln und Steuern berücksichtigt werden.

Die wichtigste Grundregel für Eigennutzer von Wohneigentum: So viel Eigenkapital wie möglich verwenden und nur so viel Fremdkapital wie nötig aufnehmen. Da die Aufnahme von Fremdkapital immer auch Kosten verursacht, sollte eine möglichst hohe Eigenkapitalquote angestrebt werden mit der Zielsetzung, den Bedarf an Krediten zu reduzieren und so die Gesamtkosten zu senken.

Fremdkapitalquote

Der Anteil der Hypothekendarlehen von Banken, Förderbanken oder Bausparkassen - die Fremdkapitalquote - sollte 80 Prozent der Gesamtkosten nicht übersteigen, da eine seriöse Immobilienfinanzierung ohne genügend Eigenkapital in der Regel nicht gewährleistet ist.

Eine Eigenkapitalquote von mindestens 20 bis 30 Prozent setzen auch die Kreditinstitute für die Vergabe ihrer Standarddarlehen voraus. Die Inanspruchnahme staatlicher Kredite nach dem Wohnraumförderungsgesetz setzt ebenfalls einen bestimmten Anteil Eigenkapital voraus.

Sonderfall Vollfinanzierung

Kreditanbieter halten auch Darlehen über den gesamten Preis der Immobilie bereit. Zum Teil finanzieren sie auch noch die Nebenkosten und stellen somit über 100 Prozent und mehr zur Verfügung. Für eine Vollfinanzierung zahlt der Kreditnehmer allerdings zwischen 0,2 und 0,4 Prozentpunkte mehr Zinsen als für eine 80-Prozent-Finanzierung, wodurch die monatliche Belastung erheblich ansteigt.

Eine Vollfinanzierung ist nur für Kreditnehmer mit sehr hohem Einkommen möglich. Es gilt: Zumindest die Nebenkosten sollte der Kreditnehmer aus eigenen Mitteln begleichen können und zudem eine Sicherheitsreserve von drei bis sechs Nettomonatsgehältern für unvorhergesehene Ausgaben zur Verfügung haben.

Staatliche Hilfen in Anspruch nehmen

Außerdem sollte er in der Lage sein, eine Anfangstilgung von mindestens zwei, möglichst aber drei oder vier Prozent zu leisten. Die Kreditbelastung sollte allerdings nicht über 30 bis 40 Prozent des Nettoeinkommens liegen.

Eigennutzer von Eigentumswohnungen sollten versuchen, alle möglichen staatlichen Hilfen in Anspruch zu nehmen, um auf diesem Weg die Finanzierungskosten zu senken. Folgende Förderungen kommen infrage:

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Katja Fleschütz ist Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht und als Unternehmensberaterin tätig.
Katja Fleschuetz

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