Montag, 19.05.2014 | Autor: Jörg Stroisch , Foto: © lesniewski - Fotolia.com

Hausbau mit dem Bausparvertrag: Die Vor- und Nachteile

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Worum geht´s
  • So nutzen Sie Ihren Bausparvertrag für die Immobilienfinanzierung

Topstory: "Spare, spare, Häusle baue!", so heißt es im Schwäbischen. Tatsächlich lässt sich mit einem Bausparvertrag in der Schublade eine Immobilie finanzieren.

Mit einem Bausparvertrag stellen Sparer sicher, dass Sie als Darlehensnehmer einen günstigen Kredit bekommen. Doch so ein Bausparvertrag hat Vor- und Nachteile.

Der Gedanke, dass man im Kollektiv sich gegenseitig den Bau von Häusern ermöglicht, ist uralt: Laut Wikipedia gibt es den schon seit dem Jahr 200 vor Christus. 

Im 19. Jahrhundert gab es dann die ersten Vorläufer der heute üblichen Bausparkassen – die einen immensen Beitrag zum Bau von Immobilien leisten. Der Verband der privaten Bausparkassen sagt, dass seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine Billion Euro zur Finanzierung zur Verfügung gestellt wurden und damit neun Millionen Neubauten entstanden sind.

Zudem wird Bausparen auch noch staatlich gefördert: mit der Wohnungsbauprämie. Sie beträgt 45,06 Euro für Ledige und 90,11 Euro für Verheiratete pro Jahr.

Alle für einen: Wie Bausparen funktioniert

Bei einer Bausparkasse gibt es auf der einen Seite die fleißigen Sparer. Deren Einlagen dienen zur Finanzierung des Kredits anderer Menschen in der Bausparkasse.

Das bedeutet aber auch: Bei einem klassischen Bausparvertrag kann nicht exakt vorherbestimmt werden, wann ein Darlehen „zuteilungsreif“ ist. Nur, wenn die Sparer genügend Geld angelegt haben, kann auch der Kredit ausgezahlt werden.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt und möchten Sie dann ein Darlehen in Anspruch nehmen, beginnt die Darlehensphase. Der Kreditzins wird bereits mit dem Abschluss des Vertrags vor der Ansparphase festgelegt.

Ein Bauspardarlehen sichert Ihnen einen günstigeren Rang im Grundbuch

Die Solidargemeinschaft macht es möglich: Ein Bauspardarlehen wird großzügiger besichert als ein klassisches Hypothekendarlehen. Normalerweise lässt sich die Bank ihr Darlehen ja immer mit dem 1. Rang im Grundbuch absichern.

Ein Bauspardarlehen begnügt sich mit dem zweiten Rang im Grundbuch. Damit lässt sich das zinsgünstige Bauspardarlehen perfekt mit einem klassischen Hypothekendarlehen im ersten Rang kombinieren.

Auf den Rang kommt es an, wenn das Geld beim Darlehensnehmer knapp wird. Für den Kreditgeber heißt es dann: Im Falle einer Zwangsversteigerung der Immobilie wird zunächst die Schuld getilgt, die im ersten Rang des Grundbuchs eingetragen ist. Erst danach folgt die im zweiten Rang gesicherte Schuld.

Wie Sie mit einem Bausparvertrag Steuern sparen

Schnell beantworten lässt sich auch eine Leserfrage bei meineimmobilie.de zur Steuersparmöglichkeit beim Bausparvertrag: Steuersparmöglichkeiten haben Sie, wenn Sie den Bausparvertrag als Riester-Vertrag abschließen. Dann bekommen Sie eine staatliche Zulage und können auch Steuern sparen.

Und für vermietete Immobilien gilt: Die Abschluss- und Bearbeitungsgebühren des Bausparvertrags sind dann Werbungskosten, wenn er später auch für eine vermietete oder verpachtete Immobilie eingesetzt wird. Allerdings müssen Sie dann auch Guthabenzinsen auf der Einnahmenseite verbuchen.

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News: Der Bausparvertrag gehört zu der beliebtesten Geldanlage der Deutschen. Erst wird gespart und anschließend gebaut. Wer seinen Bausparvertrag allerdings nicht selbst für Wohnungseigentum einsetzen will, kann den Anspruch auf das zinsfeste Darlehen an einen Angehörigen weitergeben.
Die Gebühren im Zusammenhang mit einer Geldanlage können Sie seit Einführung der Abgeltungsteuer 2009 nicht mehr als Werbungskosten absetzen. Zumindest nicht bei den Einkünften aus Kapitalvermögen. Das gilt im Prinzip auch für die Abschlussgebühren von Bausparverträgen. Trotzdem sollten Sie sich nicht so schnell geschlagen geben. Denn für Vermieter sieht die Sache wieder anders aus.
Die wenigsten können Ihre Immobilie mal eben so aus der Portokasse finanzieren. Viel üblicher ist das Annuitätendarlehen – im Volksmund auch Hypothekendarlehen genannt. Das gilt als Standardform der Immobilienfinanzierung.  Es ermöglicht eine Finanzierung zu Marktzinsen. Allerdings hat man da die Qual der Wahl unter allen Darlehensanbietern.

 meineimmobilie.de-Tipp

Ein Bausparvertrag ist in seiner Wirkung durchaus umstritten. Gerade, wenn die Kreditzinsen ohnehin gerade niedrig sind, ist es für den Bausparvertrag schwierig, gegen klassische Annuitätendarlehen zu konkurrieren.

Gleichzeitig berichtet die Stiftung Warentest davon, dass Bausparkassen wegen der hohen versprochenen Verzinsung versuchen, Kunden aus den Verträgen zu drängen. Sofern Sie also schon einen langlaufenden Bausparvertrag haben, informieren Sie sich genau, was Sie damit nun am besten anstellen sollten: Behalten oder auflösen.