Montag, 16.01.2017 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: © bluedesign - Fotolia.com

Gut finanziert: Immobilienmarkt in Deutschland ist nach wie vor solide

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An vielen Orten steigen die Immobilienpreise, der Wohnungsmarkt boomt: Doch die Angst, in Deutschland könne es irgendwann eine ähnliche Kreditblase geben wie in den USA, muss sich niemand machen. Das sagt zumindest das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln – und legt dafür eine aktuelle Studie vor.

Wer erinnert sich schon gerne angesichts immer neuer Hochmeldungen vom deutschen Immobilienmarkt an den Ursprung der Finanzkrise in Europa. Als die nämlich 2008 ausbrach, war der Ursprung wiederum die Subprime-Krise rund um geplatzte Immobilienfinanzierungen in den USA und etwas später dann auch in Spanien.

Blase“ - das Wort erzeugt dennoch Unbehagen bei vielen Immobilienkäufern und -besitzern. Und in der Tat: Immer wieder berichten Makler von Fällen, wo Menschen eine Immobilie unbesehen kaufen, mit der Finanzierungszusage in der Tasche bereits zum ersten Besichtigungstermin erscheinen. Das ist ein ungesundes Verhalten, ganz klar.

Reale Häuserpreise sind in den letzten Jahren um 26 Prozent gestiegen

Aber jenseits dieser hoffentlichen Einzelfälle beruhigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Eine IW-Studie zeigt: Die meisten Käufer sind finanziell gut aufgestellt, Zahlungsausfälle unwahrscheinlich.

Zwar seien die realen Häuserpreise in Deutschland seit 2010 um 26 Prozent gestiegen. Sie lägen damit aber lediglich auf dem gleichen Niveau wie zu Beginn der 1980er-Jahre.

Auch bei den Krediten zeige sich der Markt solide: Insgesamt seien die Hypotheken in den vergangenen Jahren zwar angestiegen, aber langsamer als die durchschnittlichen Einkommen. „Die Haushalte sind also tendenziell immer geringer verschuldet“, erklärt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.

Deutsche Immobilien sind nach wie vor solide finanziert

Das Institut beobachtet in der Studie: In Zeiten historisch niedriger Zinsen sichern sich viele Deutsche langfristige Kredite und investieren diese in Immobilien. Rund 44 Prozent aller 2016 vergebenen Kredite haben eine Zinsbindung von zehn Jahren. Auch darin zeige sich ein entscheidender Unterschied zu den USA, wo Immobilien vor allem als kurzfristige Spekulationsobjekte benutzt wurden.

Die deutschen Käufer planten dagegen eine längerfristige Nutzung und verfügen auch über das nötige Geld dafür. So lag laut IW-Studie das durchschnittliche Einkommen derjenigen, die in den Jahren 2012 bis 2014 von Mietern zu Eigentümern wurden, deutlich über dem Gesamtdurchschnitt – 2014 um rund elf Prozent.

Zudem sei jeder fünfte Käufer Rentner – eine Klientel, die kaum noch finanzielle Sorgen haben und ungern spekulieren. „Kreditausfälle sind hier sehr unwahrscheinlich“, sagt Voigtländer.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
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