Dienstag, 01.01.2008 | Autor: mb, Sabine Seeberg

Günstige Darlehen vom Staat

Wer eine Immobilie finanzieren möchte, sollte alle staatlichen Hilfen, die geboten werden, in Anspruch nehmen. Die Mühe lohnt sich: Je mehr staatliche Förderung bewilligt wird, desto weniger ist der Bürger auf teure Kredite angewiesen.

Der Staat unterstützt das Bauen von Wohneigentum auf verschiedene Weise, etwa durch steuerliche Förderungen und zinslose oder verbilligte Darlehen oder Zuschüsse.

Steuervorteile für Vermieter

Immobilienbesitzer, die ihr Objekt vermieten, haben die Möglichkeit, ihre Steuerschuld zu mindern. Außerdem gibt es für Bürger die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen Kosten für das Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden abzuschreiben.

Staatlich geförderter Wohnungsbau

Nach dem II. Wohnungsbaugesetz und dem Wohnraumförderungsgesetz fördert der Staat Immobilienbesitzer und Bauherren, in dem er günstige Darlehen oder Zuschüsse vergibt.

Förderung in den neuen Bundesländern

Auch die neuen Bundesländer fördern Maßnahmen zur Modernisierung und Instandsetzung des Wohnungsbestands: Wer einen Altbau in einem innerstädtischen Altbauquartier sanieren oder instandsetzen lässt, kann acht Jahre lang einen Zuschuss aus dem Bauförderungsprogramm "Stadtumbau Ost" erhalten.

Dieses Programm wurde von der Regierung 2002 aufgelegt, um die Attraktivität der neuen Bundesländer als Wohn- und Wirtschaftsstandort zu sichern und zu erhöhen. Es wird bis zum Jahr 2009 durchgeführt werden und enthält verschiedene Elemente, unter anderem Zuschüsse zu selbst genutzten Immobilien. Die Förderung ist aber an Auflagen geknüpft.

Auflagen der staatlichen Förderung

Gefördert werden nur Wohnungen, die größer als 70 Quadratmeter sind und die der Käufer erst nach dem 31.12.2001 erworben hat. Jede Wohnung wird nur einmal bezuschusst.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Investitionen an einem Gebäude vorgenommen werden müssen, das

  • in einem Sanierungsgebiet (§142 BauGB), einem Erhaltungsgebiet (§ 172 BauGB) oder einem Kerngebiet (§ 7 BauNVO - Baunutzungsverordnung) liegt und
  • entweder vor dem 01.01.1949 gebaut wurde
  • oder nach dem 31.12.1948 und vor dem 01.01.1960 gebaut wurde und ganz oder teilweise unter Denkmalschutz steht.

Hinzu kommt, dass der Antragsteller nicht die Einkommensgrenzen, die auch für die Eigenheimzulage gelten, überschreiten darf. Der Zuschuss beträgt jährlich 2,5 Prozent der berücksichtigten Investitionskosten und wird acht Jahre lang in gleichen Jahresraten ausgezahlt, jedoch nicht länger als der Erwerber die Wohnung als Eigentümer selbst nutzt.

Insgesamt erhält der Erwerber also 20 Prozent der berücksichtigten Investitionskosten. Der Antragsteller hat auf den Zuschuss keinen Rechtsanspruch, die Vergabe richtet sich nach den dem Land zur Verfügung stehenden Mitteln.

Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau

Die Kreditanstalt Förderbank - Bestandteil der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) - fördert Privatpersonen, die selbst genutztes Wohneigentum erwerben oder bauen möchten mit einem zinsgünstigen Kredit. Die Darlehen werden unabhängig von Einkommen und Familienstand vergeben.

Städtebauförderung

Gemeinden oder Städte, die in das Bund-Länder-Programm zur Städteförderung aufgenommen wurden, vergeben ebenfalls an Wohneigentümer Gelder zur Modernisierung und Sanierung. Voraussetzung ist allerdings, dass sich das Gebäude in einem Sanierungs- oder Entwicklungsgebiet der Kommune befindet.

Kommunen vergeben außerdem Gelder im Rahmen des Bund-Länder-Programms "Die soziale Stadt", welches das Ziel hat, die Wohn- und Lebensqualität insbesondere in Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf zu verbessern.

Darüber hinaus gibt es auch Kommunen, die eigene Förderprogramme aufgelegt haben. Diese Mittel können unabhängig von anderen öffentlichen Förderungen beantragt werden.

Riester-Rente

Da Immobilien für viele als sinnvoller Baustein einer privaten Altersvorsorge gelten, ermöglicht es der Staat zukünftigen Eigenheimbesitzern, auch über die Riester-Rente günstig an finanzielle Mittel für die selbst genutzten eigenen vier Wände zu kommen.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Die Gemeinde oder Stadt vor Ort gibt Ihnen Auskünfte über öffentliche Förderprogramme. In vielen Fällen der staatlichen Förderung gilt: Antrag stellen lohnt sich! Sie sollten sich dabei nicht auf Ihren Bankberater verlassen, sondern sich selbst informieren.