Donnerstag, 17.01.2008 | Autor: Jörg Stroisch

EU fordert weniger Bürokratie bei Immobilienkrediten

Ein Weißbuch zur Integration der EU-Hypothekarkredtitmärkte diskutiert die Praxis von Immobilienfinanzierung in der EU ? und stellt dabei auch viele jahrzehntelange Praxis in Deutschland in Frage. Für den Verbraucher soll sich damit viel rund ums Grundbuch und die Finanzierung vereinfachen.

Die Europäische Kommission hat ein Weißbuch über die Integration der EU-Hypothekarkreditmärkte veröffentlicht. Darin werden die Ergebnisse einer umfassenden Überprüfung der EU-Hypothekarkreditmärkte zusammengefasst und ein ausgewogenes Maßnahmenpaket vorgeschlagen.

"Ziel sind mehr Effizienz und Wettbewerb auf dem EU-Hypothekarkreditmarkt, damit die Verbraucher im Vertrauen auf ein verantwortliches Handeln der Kreditgeber EU-weit das für sie am besten geeignete Produkt auswählen können", so Binnenmarkt- und Dienstleistungskommissar Charlie McCreevy (Foto). Die verfügbaren Daten zeigten, dass es bei Wohnungsbauhypotheken noch lange keinen integrierten Binnenmarkt gebe.

EU fordert "nichtlegislative" Lösungen bei der Immobilienkrediten

Auf der Angebots- wie der Nachfrageseite werde das grenzübergreifende Geschäft durch Hemmnisse beeinträchtigt, die den Wettbewerb und die Auswahl auf dem Markt einschränken würden. Auch wenn Faktoren wie Sprache, räumliche Nähe, Verbraucherpräferenzen und Geschäftsstrategien der Kreditgeber einen nicht zu unterschätzenden Einfluss haben, könne auf andere Faktoren durchaus über geeignete Politikinitiativen eingewirkt werden.

Für den ganzen Umgang mit Immobilienerwerb und Immobilienfinanzierung hat der EU-Vorstoß gravierende Auswirkungen. So fordert die Kommission vor allem "nichtlegislative Lösungen" für den Grundbucheintragung, die Immobilienbewertung und Zwangsversteigerungsverfahren. Die Kommission schließt aber auch künftige Rechtsmaßnahmen nicht aus, falls sich diese als notwendig erweisen sollten.

Weitere Beratungen zu Umgang mit Immobilienfinanzierung und -kauf folgen

Bevor eine eingehende Folgenabschätzung und weitere Beratungen mit allen betroffenen Interessengruppen durchgeführt worden seien, kann aus Sicht der Kommission auchnoch nicht entschieden werden, ob eine etwaige Rechtsmaßnahme den nötigen Mehrwert brächte.

Zur Erläuterung: Bei der EU-Kommission werden die verschiedenen Vorschritte von Gesetzesverfahren als Grün- oder Weißbücher bezeichnet. Während Weißbücher noch eine generelle Sammlung von Vorschlägen darstellen und eine Diskussion antreiben sollen, beinhalten Gründbücher bereits konkrete Vorschläge zur Umsetzung. Sie sind dann Grundlage von Gesetztesinitiativen der EU-Kommission.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
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Bis die - häufig sehr verbraucherfreundlichen - Vorschläge der EU-Kommission tatsächlich EU-weit verabschiedet und umgesetzt werden, gibt es noch reichlich Diskussion und Anpassung von allen Seiten. Für Sie gilt deshalb noch auf lange Zeit die gültige Rechtspraxis in Deutschland. Bei meineimmobilie.de können Sie sich zum Beispiel zum Thema Baudarlehen - Baudarlehen ausführlich informieren.