Dienstag, 12.08.2014 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © lesniewski - Fotolia.com

Die miese Masche mit den Baustelleneinrichtungskosten

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Worum geht´s
  • Versteckte Zusatzkosten im Bauvertrag 
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Der Traum von der eigenen Immobilie ist mit viel Geld verbunden. Umso ärgerlicher, wenn Baufirmen versuchen, die Kosten für die Baustelleneinrichtung auf den Bauherrn abzuwälzen.  Informationen zu Aufgaben und Ausgaben, die ganz klar die Baufirmen beim Hausbau übernehmen. 

Wasser- und Stromanschlüsse, die Abfuhr von Bauschutt oder die Bautoilette gehören zu den Leistungen, die von der Baufirma getragen werden. Doch immer häufiger kommt es wegen der Kostenübernahme bei der Baustelleneinrichtung zum Streit zwischen Baufirma und Bauherr. Baufirmen versuchen, Aufgaben und Ausgaben auf den Bauherrn abzuwälzen, die sie eigentlich selbst übernehmen sollten", heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Verbandes Privater Bauherren (VPB).

Kostenfallen im Bauvertrag bei der Baustelleneinrichtung

Ein Klassiker ist die Forderung nach kostenlosem Strom und Wasser: "Auf Ihrem Grundstück muss eine Anschlussmöglichkeit für den zur Verfügung gestellten Baustromzähler und für den Anschluss des Bauwassers vorhanden sein." So lautet die Forderung im Bauvertrag. "Unterschreibt sie der Bauherr, kann das teuer werden", warnt Volker Wittmann, Sachverständiger im Verband Privater Bauherren (VPB). "Dann nämlich, wenn auf dem Grundstück bislang weder Wasser- noch Stromanschluss liegen. Beide müssen folglich provisorisch gelegt werden, was mit hohen Kosten und behördlichem Aufwand verbunden ist. Kleine Firmen, die dafür nicht ausgestattet sind, wälzen so die Arbeit auf den Bauherrn ab. Größere Unternehmen mit entsprechend qualifiziertem Personal und dazugehöriger Ausstattung schlagen daraus sogar Zusatzprofite", weiß Bauherrenberater Wittmann und erklärt das Prinzip:

"Weil der Bauherr oft nicht ahnt, was er da unterschrieben hat, unternimmt er nichts in Sachen Baustrom und -wasser. Dann kündigt die Firma den Baubeginn an, setzt ihn damit unter Druck und bietet ihm die Übernahme der Arbeiten an. Natürlich zu einem entsprechend hohen Preis." Teuer können auch Passagen zu Baustrom und Bauwasser werden. Oft heißt es im Bauvertrag, dass der Bauherr beides im ausreichenden Bedarf kostenlos zur Verfügung stellt. Hier gilt es zu bedenken, dass je nach Jahreszeit unterschiedliche hohe Kosten entstehen. Nach so einer kalten Winter-Saison kann sich der Baustrom dann schnell auf 1.500 Euro summieren. Diese sowie Kosten für die Bautoilette und der Schutt- und Abfallbeseitigung sollten Bauherrn sich auf gar keinen Fall aufs Auge drücken lassen. 

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Bevor Sie einen Bauvertrag unterschreiben, sollten Sie ihn vorher von einem unabhängigen Experten prüfen lassen. Diese begleiten Sie auch während des ganzen Bauprozesses. Diverse Bauherrenverbände und andere Verbraucherschutzvereine bieten Beratung zu solchen Verträgen an.