Freitag, 06.06.2008 | Autor: Eike Schulze/Anette Stein/Katja Fleschuetz/mb, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008

Der Lastenzuschuss und die Bausparförderung

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008
Der Staat fördert Wohneigentum. Deshalb können vor allem diejenigen auf staatliche Zuschüsse bauen, die sich sonst kein Eigenheim leisten könnten. Auch Bausparer werden belohnt.

Den Lastenzuschuss, eigentlich Wohngeld, können auch Bauherren oder Immobilienerwerber, die zwar Darlehen und Zuschüsse erhalten, aber trotzdem nicht für ihre Kosten allein aufkommen können, beziehen.

Lastenzuschuss für Eigentümer mit geringem Einkommen

Unterschreitet ihr Einkommen bestimmte Grenzen, haben Eigentümer einer selbst genutzten Immobilie sogar einen Rechtsanspruch darauf. Sie werden so mit den Mietern gleichgestellt, die einen Mietzuschuss beanspruchen können, und beziehen Wohngeld nach den geltenden Regeln.

Die Höhe des Lastenzuschusses hängt von der Familiengröße, dem Familieneinkommen und der Höhe der monatlichen Belastungen ab. Vor allem Selbstnutzer von Eigentumswohnungen, die durch Arbeitslosigkeit, eine länger dauernde Krankheit oder Berufs- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit Einkommenseinbußen in Kauf nehmen müssen, sollten diese staatliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Der Lastenzuschuss ist bundesweit einheitlich geregelt und muss beim jeweiligen Wohngeldamt beantragt werden. Der Bewilligungsabschnitt beträgt zwölf Monate. Danach wird geprüft, ob der Zuschuss auch weiterhin erforderlich ist.

Anspruch auf Wohngeld

Die Regelungen zum Wohngeld wurden im Zuge der Hartz-IV-Gesetze geändert. Seit dem 1. Januar 2005 erhalten Personen, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, Grundsicherung, Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundesversorgungsgesetz oder Kinder- beziehungsweise Jugendhilfe beziehen, kein Wohngeld mehr, da Wohnkosten zusammen mit dieser Leistung gewährt werden.

Wenn ein oder mehrere Familienmitglieder des Haushaltes keine der vorstehenden Leistungen erhalten, so besteht nur für diese Personen weiterhin ein Anspruch auf Wohngeld. Nur dann kann ein Antrag auf Wohngeld gestellt werden.

Bausparförderung

Mit der Bausparförderung will der Staat den Kauf oder den Bau einer Immobilie unterstützen. Da sich sowohl die Bausparförderung über die Wohnungsbauprämie als auch über die Arbeitnehmerspar-zulage vor allem auf die Ansparphase bezieht, handelt es sich eigentlich um eine Ansparförderung.

Sie sind deshalb vor allem für diejenigen interessant, die ihren Wunsch nach dem Eigenheim nicht sofort, sondern erst in der Zukunft realisieren wollen und die Zuschüsse somit langfristig in die Finanzierung des Kaufvorhabens einplanen.

Wohnungsbauprämie

Bei der Wohnungsbauprämie erhalten Bausparer seit dem 1. Januar 2004 jährlich maximal eine Prämie von 45,06 Prozent, was 8,8 Prozent des zu fördernden Maximalbetrages entspricht. Nach Ablauf von sieben Jahren werden die Beträge dem Bausparkonto gutgeschrieben.

Dies geschieht unabhängig davon, ob die Gelder tatsächlich zum Kauf oder Bau von Wohnungen verwendet werden. Ledige, die über mehr als 25.600 Euro zu versteuerndes Einkommen (Verheiratete über mehr als 51.200 Euro) im Jahr verfügen, erhalten jedoch keine Bausparprämie.

Vermögenswirksame Leistungen

Im Prinzip können alle Erwerbstätigen - auch Selbstständige - die Wohnungsbauprämie nutzen. Sie kann bereits ab dem 16. Lebensjahr in Anspruch genommen werden.

Über einen Bausparvertrag und die Nutzung der vermögenswirksamen Leistungen leistet der Staat Unterstützung beim Erwerb von Immobilieneigentum. Der Prämienantrag muss jedes Jahr beim Finanzamt abgegeben werden. Die Antragsfrist beträgt zwei Jahre und kann etwa für das Jahr 2006 bis zum 31. Dezember 2008 beantragt werden.

Zwei verschiedene Zulagen

Für das Sparen mit vermögenswirksamen Leistungen können Arbeitnehmer seit dem 1. Januar 1999 Zulagen aus zwei verschiedenen Fördertöpfen erhalten. Zum einen wird das Sparen in Form von Vermögensbeteiligungen, beispielsweise Aktien, zum anderen das Bausparen gefördert.

Seit dem 1. Januar 2004 sind auch hier Änderungen bezüglich der Höhe und des zu fördernden Höchstbetrages und der Zulage wirksam. Zahlt ein Arbeitnehmer über seinen Arbeitgeber den zulagenbegünstigten Höchstbetrag von nun 470 Euro vermögenswirksam in einen Bausparvertrag ein, gibt der Bund neun Prozent auf die jährliche Sparleistung - also bis zu 43 Euro - dazu.

Einkommensgrenzen

Für Verheiratete beträgt der zulagenbegünstigte Höchstbetrag 940 Euro und der maximale Förderbetrag 86 Euro. Eine Voraussetzung in den Genuss der Zulage zu kommen besteht darin, dass die festgelegten Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Alleinstehende Arbeitnehmer dürfen nicht mehr als 17.900 Euro im Jahr verdienen, verheiratete nicht mehr als 35.800 Euro.

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Katja Fleschütz ist Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht und als Unternehmensberaterin tätig.
Katja Fleschuetz

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Die doppelte Förderung eines Sparbetrages mit Bausparprämie und Arbeitnehmersparzulage ist grundsätzlich nicht möglich, allerdings können Sie beide Zulagen nutzen, wenn Sie jährlich innerhalb eines Bausparvertrags zusätzlich zu den 430 Euro noch 450,60 Euro ansparen. Ledige erhalten so eine maximale staatliche Förderung von 88,60 Euro, Verheiratete von 177,20 Euro.