Grunderwerbsteuer

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Die Grunderwerbsteuer wird fällig, wenn eine natürliche oder rechtliche Person ein Grundstück mit oder ohne darauf errichteter Immobilie erwirbt. Sie wird auf Immobilie und Grundstück fällig und richtet sich nach dem Kaufpreis. Die Höhe der Grunderwerbsteuer kann in den unterschiedlichen Kommunen unterschiedlich hoch sein.

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Wer als Vermieter Steuern sparen will, muss aufpassen: Nicht alle Kosten lassen sich sofort absetzen. Das geht nur mit Werbungskosten Die so genannten Herstellungskosten müssen Sie dagegen über 50 Jahre abschreiben. Was Werbungs- und was Herstellungskosten sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Eine Steuer von der Steuer absetzen - das klingt zunächst einmal paradox, ist aber möglich. Beispiel Grunderwerbsteuer. Die müssen Sie bei jedem Immobilienkauf zahlen. Doch in bestimmten Fällen können Sie sie in Ihrer Steuererklärung geltend machen und damit weitere Steuern sparen.

Grundstücke sind teuer – und jetzt will auch noch das Finanzamt kräftig von Ihrem Kauf profitieren: mit der Grunderwerbsteuer. Über die Höhe darf jedes Bundesland selbst bestimmen. Aktuell hat Thüringen die Grunderwerbsteuer zum 1.1.2017 auf 6,5 % erhöht. Wann und wie tief Sie pro Bundesland in die Tasche greifen müssen und wo Immobilienerwerb noch günstig ist, zeigt diese aktuelle Steuer-Tabelle.

Der Tod des Ehepartners macht oft aus einem Elternpaar und den Kindern eine Erbengemeinschaft. Um die wieder aufzulösen, kann es zu folgender Konstellation kommen: Die einzige Tocher will ihren Anteil an die Mutter verkaufen.  Die Mutter will den Anteil auch abkaufen, allerdings fragt sie sich, ob jetzt zusätzlich auch noch Grunderwerbsteuer anfällt.

"Ich habe eine Immobilie gerade mit einem erklecklichen Gewinn verkauft", schreibt uns eine Leserin. "Muss ich davon Abgeltungsteuer abführen? " Die Antwort auf diese Frage ist erfreulich für alle Immobilien-Eigentümer: Abgeltungsteuer wird auf Verkaufsgewinne von Immobilien nicht erhoben. Auch dann nicht, wenn das Gebäude für den Eigentümer ein reines Investment war. Es kann aber sein, dass auf den Gewinn Spekulationssteuer anfällt. Dass er also mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert werden muss. Und der ist unter Umständen sogar deutlich höher. Aber keine Angst: Das lässt sich vermeiden, wenn Sie die Immobilie nur lang genug in Ihrem Eigentum behalten.

Sie verkaufen Ihre Immobilie, allerdings behalten Sie sich noch ein Wohnrecht oder ein Nießbrauchsrecht vor. Das bedeutet: Das Haus gehört nun jemand anderem, aber Sie dürfen darin wohnen bleiben bzw. dürfen es sogar vermieten (beim Nießbrauchsrecht) und dafür die Miete "einstreichen". Wie wirkt sich dieses Wonnrecht steuerlich aus?    

Wer im Ausland eine Immobilie kaufen will, muss sich vorab noch genauer informieren als bei einem Erwerb in Deutschland. Die Gesetze sind in jedem Land unterschiedlich, die Steuern werden anders bezeichnet oder es bestehen Pflichtversicherungen, die es in Deutschland so nicht gibt. Oft kommt für den Käufer noch die Sprachbarriere hinzu.

Stellen Sie sich vor, Sie kaufen ein Grundstück und zahlen dafür Grunderwerbsteuer. Ein halbes Jahr später schließen Sie einen Bauvertrag ab. Wieder hält der Fiskus die Hand auf, um Grunderwerbsteuer zu kassieren, und zwar für das noch gar nicht errichtete Gebäude. Das ist rechtens, entschied jüngst der Bundesfinanzhof.

Die Grunderwerbsteuer steigt und steigt. In drei Bundesländern (Schleswig-Holstein, Saarland, Nordrhein-Westfalen) liegt sie jetzt schon bei 6,5 Prozent. Umso wichtiger ist es für den Käufer, genau hinzusehen, was da eigentlich beim Berechnen der Grunderwerbsteuer alles mitgerechnet wird.  Die Finanzämter sind dabei nämlich sehr erfinderisch und rechnen auch gern mal Kaufnebenkosten wie die Maklerkosten mit dazu.

Bei Zwangsversteigerungen können zum Teil wertvolle Immobilien unter den Hammer kommen. Auch Laien dürfen mitbieten, doch sie sollten gut vorbereitet sein. Denn nur wer sich wirklich auskennt, kann bei Zwangsversteigerungen ein Immobilienschnäppchen machen.