Mittwoch, 24.10.2012 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Zuschuss zur Ökoheizanlage

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Worum geht´s
  • BAFA fördert Umrüstung der Heizungsanlage seit August noch großzügiger
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Topstory: Die Erd-Wärme-Pumpe im Garten oder der Solarkollektor auf dem Dach kostet viel Geld. Aber die Investition wird auch kräftig unterstützt. Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es kräftig Zuschüsse, die aktuell noch einmal ausgeweitet wurden.

Die Energiewende beginnt im Heizungskeller – unter dieser Devise wurden die Bedingungen für das schon seit einigen Jahren bestehende Marktanreizprogramm deutlich verbessert: So gibt es zum Beispiel für eine zehn Quadratmeter große solarthermische Anlage – also die Solarkollektoren auf dem Dach für die Warmwasseraufbereitung und die Heizungswärme im Haus – einen Zuschuss von 1.500 Euro. Das sind 600 Euro mehr als noch zum Jahresanfang. Auch bei Biomasseanlagen und Wärmepumpen wurde kräftig erhöht und die Förderung durchgehend um 400 Euro angehoben.

Tausende Euro als Zuschuss

Durch geschickte Kombination verschiedener Anlagentechnik sind auch weitere Bonuszahlungen möglich. Der Zuschuss kann dann über 5.000 Euro betragen. Dr. Ralph Baller, Referatsleiter im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), kommentiert so auch: „Dank der verbesserten BAFA-Förderung kann jetzt jeder Hausbesitzer noch mehr bares Geld sparen und zugleich einen Beitrag zur Energiewende leisten.“ Je mehr dabei der Hausbesitzer in regenerative Techniken zur Wärmeerzeugung investiert, desto üppiger ist der Geldfluss vom BAFA. Allerdings: „Die verschiedenen Förderprogramme sind eine Wissenschaft für sich, auch die Förderbedingungen für das BAFA-Marktanreizprogramm lesen sich sehr schwierig“, beschreibt Udo Peters, Referent für Energietechnik bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Den größten Fehler, den Bauherren machen können, ist, nicht rechtzeitig daran zu denken. Deshalb sollte die Förderung auch schon während der Planung beachtet werden.“


Geschickt Förderprogramme kombinieren

Trotz des BAFA-Zuschusses können so darüber hinaus auch weitere Zuschüsse und vergünstigte Darlehen der staatlichen KfW-Bank beansprucht werden, die insbesondere die energetische Generalüberholung – also neben der Heiztechnik auch die Dämmung der Außenflächen – im Visier hat. Beim KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ kann sowohl der Zuschuss als auch das zinsgünstige Darlehen mit dem BAFA-Zuschuss kombiniert werden. „Viele Bauherren wollen die Kosten für eine energetische Gesamtanalyse umgehen“, beschreibt Marion Singer-Henze, Energieberaterin beim Verband Wohneigentum und rät zu einer Energiesparberatung vor Ort mit einem abschließenden Bericht. „Das ist aber wichtig: Denn eine genaue Beurteilung kann nur über diesen Weg erfolgen.“ Verbraucherschützer Peters sieht das ähnlich: „Es macht keinen Sinn, viel Geld in Anlagentechnik zu investieren und dann in fünf Jahren die Gebäudedämmung anzugehen. Dann ist nämlich die Anlagentechnik viel zu üppig konzipiert und spart kaum noch Geld.“

Grob zusammengefasst schaut die BAFA bei der Kombinationsmöglichkeit mit anderen Fördermitteln vor allem darauf, ob es sich um eine ganzheitliche Aktion handelt. Sprich: Punktuelle Einzelmaßnahmen sind ausgeschlossen, ein Gesamtpaket an energetischer Sanierung ist aber mit KfW-Darlehen oder -Zuschuss und BAFA-Zuschuss bezahl- und finanzierbar. So stellt das BAFA zumindest zwar formell keine hohen bürokratischen Hürden auf, um an den Zuschuss zu kommen. „Die Antragstellung ist unkompliziert“, so Baller. „Das entsprechende Antragsformular herunterladen, vollständig ausfüllen, ausdrucken, unterschreiben und gemeinsam mit Rechnung und Erklärung des Installateurs an das BAFA senden.“ Das kann der Bauherr selbstständig durchführen. Aber die Tücke liegt dann im Detail: „Die Entscheidung für bestimmte Anlagentechnik ist sehr von den Umständen abhängig“, so Peters. „Nicht immer lassen sich bestimmte Techniken zum Beispiel effizient kombinieren.“ Sowohl Verbraucherschützer Peters als auch Energieberaterin Singer-Henze raten deshalb, von Anfang an einen Energieberater hinzuzuziehen. „Ab einem gewissen Punkt ist eben auch Bausachverstand gefragt und deshalb empfehle ich dringend die Kontaktierung eines Energieberaters“, sagt Diplom-Ingenieurin Singer-Henze. Vorzuziehen ist ein Energieberater, der unabhängig von einem Hersteller oder Gewerk agiert, denn so kann ausgeschlossen werden, dass nur bestimmte Produkte empfohlen werden. Und es ist auch sinnvoll, gleich einen Energieberater mit BAFA-Zertifizierung auszuwählen, denn dieser kennt sich mit den Nebenbedingungen der BAFA-Förderung gut aus: Formal muss so die gewünschte Anlage in eine BAFA-Liste eingetragen sein, in der Regel fordert das Amt zum Beispiel auch einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage sowie den Einbau einer Umwälzpumpe der Effizienzklasse A. Und alleine das macht manche Rechnung schon wieder zunichte. Verbraucherschützer Udo Peters beschreibt einen Fall, bei dem ein Bauherr nur auf die Förderung für seine Mini-Kraft-Wärme-Koppelung-Heizungsanlage geschielt hat. „Die Bedingungen besagen aber eindeutig, dass auch ein hydraulischer Ausgleich durchgeführt werden muss“, so Peters. „Problem: Der ist in diesem Fall teurer gewesen, als die gesamte Förderung.“

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News: Die sommerlichen Temperaturen schwinden und allmählich kehrt der Herbst in Deutschland ein. Auch die Heizung wird bald wieder im Betrieb sein. Damit die Heizkosten jedoch nicht extrem hoch werden, sollten sich Vermieter und Hauseigentümer jetzt für eine neue Heizungsanlage entscheiden.

 meineimmobilie.de-Tipp

Infoadressen:

  • www.bafa.de: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle führt unter dem Menüpunkt „Energie / Erneuerbare Energie“ die Förderbestimmungen im Detail aus.
  • www.baufoerderer.de: Der Verbraucherzentrale Bundesverband betreibt auf dieser Website ein Tool, mit dem Fördermöglichkeiten recherchiert werden können – sowohl das BAFA-Programm, als auch die KfW-Fördermöglichkeiten, aber auch regionale und kommunale Fördertöpfe werden hier aufgelistet.
  • www.vzbv.de: Die Website des Verbraucherzentrale Bundesverbandes mit Links auf die Landesverbraucherzentralen, wo es Energie- und Förderberatung gibt. Adresse: VZBV, Markgrafenstr. 66, 10969 Berlin, Telefon: 030/25800-0.
  • www.verband-wohneigentum.de: Der Verband Wohneigentum berät seine Mitglieder auch rund um alle Belange der energetischen Modernisierung der Immobilie. Adresse: Verband Wohneigentum, Oberer Lindweg 2, 53129 Bonn, Telefon: 0228/60468-20.