Donnerstag, 10.04.2008 | Autor: heihec

Wohnriester: Staat fördert Eigentum für Altersvorsorge

News: Wer keine Miete mehr zahlen muss, braucht im Alter weniger Geld. Die selbstgenutzte Wohnimmobilie ist somit ein sinnvoller Teil der Altersvorsorge. Deshalb will die Bundesregierung, dass die Riester-Förderung künftig auch für Wohneigentum genutzt werden kann.

Die Bundesregierung will Wohneigentum als Altersvorsorge fördern. Das haben Bundeskanzerlin Angela Merkel und ihre Minister iin dieser Woche beschlossen. "Wohn-Riester" wird das Programm auch genannt, denn es ist mit der bereits bestehenden Riester-Rente verknüpft. Die neuen staatlichen Zuschüsse für die eigene Immobilie gelten rückwirkend ab dem 1. Januar 2008.

Mit der Riester-Rente hilft der Staat, zusätzlich zur gesetzlichen Rente eine private Altersvorsorge aufzubauen. Zu den eigenen Einzahlungen in das gewählte Riesterprodukt gibt es auch noch Zuschüsse vom Staat. Diese Fördermöglichkeiten will die Bundesregierung nun erweitern. Mit der Riester-Zulage kann nun künftig der Kauf, der Bau oder die Entschuldung einer selbst genutzten Immobilie finanziert werden.

Tilgung von Immobilienkrediten künftig gefördert

Wer einen Riesterrentenvertrag besitzt und eine Immobilie kaufen möchte, kann sein bis dahin angespartes Vermögen vollständig für die Finanzierung verwenden. Eine solche "Entnahme" ist auch möglich, um damit eine selbstgenutzte Wohnimmobilie zu entschulden. Allerdings erst dann, wenn der Riester-Vertrag zur Auszahlung kommt. Das heißt: zwischen dem 60. und 68. Lebensjahr.

Außerdem kann der staatliche Riester-Bonus zur Tilgung eines Baudarlehens verwendet werden. Somit fließen die staatlichen Zuschüsse nicht in die Sparrate eines Riester-Vertrages, sondern in die Darlehenstilgung. Die Tilgungsbeiträge für Immobilienkredite werden steuerlich genauso behandelt wie die Sparbeiträge für die Altersvorsorge.

Die nachgelagerte Besteuerung in der Auszahlungsphase wird in den oben genannten Fällen durch die Bildung eines "Wohnförderkontos" gewährleistet. Auf diesem "Konto" werden die in der Immobilie gebundenen steuerlich geförderten Beiträge erfasst. Sie bilden die Grundlage für die spätere Versteuerung, die mit der vertraglich festgelegten Auszahlungspase im Alter beginnt.

Mit der Eigenheimrente wird auch die Wohnungsbauprämie neu geregelt. Wohnungsbauprämien werden künftig nur noch gewährt, wenn das Kapital tatsächlich in Wohnimmobilien investiert wird. Sie dürfen auch nach Ablauf der Sperrfrist von sieben Jahren nicht mehr für andere Zwecke verwendet werden. Das Wohnungsbauprämiengesetz wird damit auf die Anschaffung von Wohneigentum ausgerichtet.

Reaktion auf die Wohneigentumsförderung

Haus & Grund Deutschland begrüßt die Entscheidung des Bundeskabinetts, mit dem Eigenheimrentengesetz das private Wohneigentum zu fördern. "Die staatliche Förderung der Wohneigentumsbildung ist grundsätzlich richtig und wichtig. Bei der konkreten Ausgestaltung des Wohn-Riesters besteht aber noch Änderungsbedarf", so Präsident Rolf Kornemann.

Nach Auffassung von Haus & Grund bedarf es angesichts der von der Politik geforderten Arbeitnehmermobilität auch einer Förderung des vermieteten Wohneigentums. Anderenfalls drohten all diejenigen aus der Förderung der zusätzlichen Altersvorsorge zu fallen, die nicht nur vorübergehend aus beruflichen Gründen ihr Eigenheim verlassen müssen. Außerdem sollten nicht nur die Anschaffung oder Entschuldung einer Wohnimmobilie, sondern auch energetische Sanierungs- und altersgerechte Umbaumaßnahmen gefördert werden, heißt es in der Pressemitteilung des Eigentümerverbandes.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.

 meineimmobilie.de-Tipp


Neben dem Wohn-Riester-Programm gib es noch weitere staatliche Förderungen für die eigenen vier Wände. So lockt der Staat Immobilienbesitzer mit Steuervorteilen und vergibt zinsgünstige Darlehen für Wohneigentum über die staatliche KfW-Bank.