Mittwoch, 09.03.2016 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Wer sich vor Einbrechern schützt, kann Zuschuss beantragen

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Worum geht´s

Zuschuss für Einbruchsicherheit: Wo Sie den beantragen können.

Erst heute haben Sie wieder in der Zeitung gelesen, dass in Ihrer Stadt Einbrecher unterwegs seien. Gerade eine Straße weiter wurde sogar bei Bekannten eingebrochen. Mal wieder denken Sie darüber nach, eine neue Haustür zu kaufen. Eine, die schöner und sicherer ist als Ihre bisherige Tür.

 

Allerdings: So eine neue Haustür ist nicht ganz billig! Stimmt, allerdings können Sie seit dem 19.11.2015 auf einen Zuschuss hoffen, wenn Ihre Haustür einbruchsicher ist.  

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist mit rund 150.000 Fällen im Jahr 2014 auf den höchsten Wert seit 16 Jahren angestiegen. Dabei scheiterten allein 2014 noch 40 Prozent der Wohnungseinbrecher an präventiven Sicherungsmaßnahmen, wie z. B. Alarmanlagen, sicheren Türen und Fenstern sowie Gittern zum Schutz gegen Einbrecher.

Wer es künftig Einbrechern schwer machen will, den unterstützt der  Staat mit einem Zuschuss.

Wer den Zuschuss beantragen kann

Den Zuschuss können folgende Personen beantragen:

- Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses mit maximal 2 Wohneinheiten oder einer Wohnung,
- Ersterwerber eines sanierten Ein- oder Zweifamilienhauses oder einer sanierten Wohnung,
- eine Wohnungseigentümergemeinschaft aus Privatpersonen. 
- Mieter, die die Zustimmung des Vermieters zur Umbaumaßnahme haben.

Welche Umbaumaßnahmen gefördert werden

Die Liste der geförderten Einbruchschutzmaßnahmen ist lang. Dazu gehören:

  • Einbau einbruchhemmender Haus- und Wohnungseingangstüren nach DIN EN 1627 oder besser
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Haus- und Wohnungseingangstüren (z. B. Türzusatzschlösser, Querriegelschlösser mit/ohne Sperrbügel)
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster (z. B. aufschraubbare Fensterstangenschlösser, drehgehemmte Fenstergriffe, Bandseitensicherungen, Pilzkopfverriegelungen)
  • Einbau einbruchhemmender Gitter und Rollläden
  • Einbau von Einbruchs- und Überfallmeldeanlagen (z. B. Kamerasysteme, Panikschalter, Personenerkennung an Haus- und Wohnungstüren, intelligente Türschlösser)
  • Einbau von Türspionen
  • Baugebundene Assistenzsysteme (z. B. (Bild-)Gegensprechanlagen, Bewegungsmelder, Beleuchtung, baugebundene Not- und Rufsysteme)

Einbruchsichere Tür: Wie hoch Ihr Zuschuss ist

Der Zuschuss beträgt 10,0 % Ihrer Kosten, allerdings maximal 1.500 Euro pro Wohneinheit. Ab dem 1.4.2016 werden zusätzliche Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz zudem über eine erweiterte, zinsgünstige Kreditvariante des Programms „Altersgerecht Umbauen (159)“ gefördert.

Das bedeutet: Kombinieren Sie Ihre Einbruchschutzmaßnahmen z.B. noch mit einem altersgerechten Umbau wie z.B. breitere oder barrierefreie Tür, können Sie einen "Kombi-Antrag" stellen. Hier beträgt der Zuschuss sogar bis zu 6.250 Euro Zuschuss pro Wohneinheit, was einer Förderung von 12,5% entspricht.  

Wichtig: Stellen Sie Ihren Antrag unbedingt schon vor Beginn Ihres Vorhabens. 

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Foto: Michaela Harderer
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Es schreibt für Sie

Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
So großzügig wie derzeit wurden die Fördermittel für barrierefreies Wohnen noch nie verteilt: Schon seit August 2015 bekommen Sie von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein zinsgünstiges Darlehen (0,75 % effektiv!) von bis zu 50.000 Euro für alle Maßnahmen, mit der Sie als Haus- und Wohnungsbesitzer Ihr Zuhause bis ins hohe Alter alltagstauglich machen.    Das Darlehen können sowohl Selbstnutzer als auch Vermieter beantragen.     Ein guter Anlass einmal darüber nachzudenken, Ihr Bad barrierefrei umzubauen, Türen zu verbreitern oder zusätzliche Handläufe im Treppenhaus oder im Flur anzubringen.   
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 meineimmobilie.de-Tipp

Bevor Sie den Zuschuss bekommen, müssen Sie der KfW vor Beginn der Baumaßnahme mindestens zwei Angebote beziehungsweise ein Angebot von einer zertifizierten Fachfirma vorlegen.

 

Wichtig zu wissen: Das Fördergeld wird erst ausgezahlt, wenn Sie (quasi hinterher) die Originalrechnung vorlegen.

 

Mehr zum Förderprogramm der Kfw finden Sie hier.