Donnerstag, 18.02.2010 | Autor: mb

Traum vom geförderten Eigenheim

News: Ein Eigenheim mit staatlicher Unterstützung - laut einer aktuellen Bevölkerungsumfrage könnten sich rund 40 Prozent der künftigen Hauseigentümer keine Immobilie leisten, wenn der Staat ihnen nicht unter die Arme greifen würde. Die Deutschen wünschen sich deshalb noch mehr Hilfe vom Staat fürs Eigenheim.

Rund anderthalb Millionen Deutsche wollen in den nächsten zwei bis drei Jahren in ein Eigenheim ziehen. Für rund 40 Prozent davon bedeutet das einen finanziellen Kraftakt, den sie nach eigenen Angaben ohne Hilfe des Staates nicht bewältigen könnten. Das meldet der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) unter Berufung auf eine Umfrage der Prognos AG in Zusammenarbeit mit dem Allensbach-Institut. Als Gründe für den Kauf von Wohneigentum nannten die Befragten vor allem die Selbstnutzung, Gestaltungsfreiheit, Altersvorsorge und Unabhängigkeit vom Vermieter. Mehr als 78 Prozent der Kauf- und Bauwilligen seien junge Familien und Paare unter 45 Jahre, die noch nicht so viele Sparrücklagen gebildet haben, heißt es in der Pressemitteilung des BFW. Deshalb greifen viele künftige Eigentümer auf die Unterstützung des Staates zurück.

Staatliche Förderung ist gefragt

Von den derzeitigen Eigentümern haben laut Studie rund drei Viertel staatliche Fördermittel eingesetzt. In der Befragung votierten 38 Prozent für eine Ausweitung der staatlichen Eigenheimhilfe. Die sogenannte Eigenheimzulage, die seit 2004 nicht mehr für neue Vorhaben beantragt werden kann, ist noch vielen Befragten im Gedächtnis: 65 Prozent plädierten für die Wiedereinführung dieser Fördermaßnahme.

Wohnungsverband kritisiert Wohnriester-System

Auch der BFW fordert von der Politik ein besseres Fördersystem für den Eigenheimerwerb. "Wir brauchen einen adäquaten Ersatz für die Eigenheimzulage, der vor allem jungen Familien zugute kommt", sagte Verbandspräsident Walter Rasch. Der 2008 eingeführte Wohnriester sei noch immer zu kompliziert und müsse dringend vereinfacht werden, fordert Rasch. "Ein Problem ist, dass beispielsweise bei einem berufsbedingten Wohnortwechsel die Immobilie bislang nicht vermietet werden darf. Wer seine Immobilie über Wohnriester erworben hat, muss sie entweder wieder verkaufen oder Förderbeträge zurückzahlen. Das ist in der heutigen Arbeitswelt, die von den Menschen viel Mobilität verlangt, absurd."

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 meineimmobilie.de-Tipp


Obwohl die Eigenheimzulage abgeschafft wurde, hält der Staat neben Wohnriester noch etliche weitere Möglichkeiten bereit, den Eigenheimerwerb fördern zu lassen. Bevor Sie mit dem Kauf oder Bau einer eigenen Immobilie beginnen, sollten Sie sich umfassend über die bestehenden Fördermöglichkeiten informieren.