Geld aus der Riester-Rente

Entwickelt wurde ein sogenanntes Entnahmemodell. Jeder, der mit einer Riester-Anlage (Fonds, Versicherung, Fondspolice usw.) vorsorgt, kann sich selbst aus dieser Anlage 10.000 bis 50.000 Euro des bisher angesparten Kapitals leihen, um damit eine selbst genutzte Immobilie zu bauen oder zu kaufen. Zinsen und Steuern fallen hierbei laut Bundesarbeitsministerium nicht an.
Betrag bis zum Rentenbeginn zurückzahlen
Der geliehene Betrag muss jedoch in monatlich gleichen Raten, spätestens bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres, also mit Rentenbeginn, komplett in einen Altersvorsorgevertrag zurückgezahlt sein. Die Rückzahlung muss mit dem zweiten auf das Jahr der Auszahlung folgenden Jahr beginnen. Sie wird nicht steuerlich gefördert.
Scheint dieses Modell auf den ersten Blick auch große Vorzüge mit sich zu bringen, so werden doch bei genauerer Prüfung die Nachteile sichtbar.
Nachteil: der Zeitaspekt
Eine Hürde der Riester-Rente besteht in der Zeit. Wer seinem Riester-Vertrag Geld entnehmen möchte, müsste erst eine recht lange Zeit einzahlen. Etwa sechs bis zehn Jahre dauert es, bis der Mindestbetrag von 10.000 Euro angespart ist.
Dieser Betrag wird bei der Finanzierung jedoch noch nicht viel weiterhelfen. Um den Höchstbetrag zu entnehmen, muss ein Durchschnittsverdiener mindestens 20 Jahre einzahlen.
Hohe Tilgungsbelastung
Wird dann eine Immobilie gekauft, zahlt der Eigenheimbesitzer schließlich nicht nur die regulären Rentenbeiträge weiter, sondern auch die geliehenen Raten zurück.
Nach einer langen Ansparphase folgt also eine recht hohe Belastung bei der Tilgung. Schafft es der Bauherr nicht, das Geld rechtzeitig bis zum Rentenbeginn wieder einzuzahlen, muss er die gesamte staatliche Förderung zurückzahlen.
meineimmobilie.de-Tipp
Der Eigenkredit aus der Riester-Rente ist an einige Nachteile gekoppelt. Der Staat will letztendlich doch nicht, dass die Immobilie als Altersvorsorge den anderen Sparformen gleichgestellt wird. Dennoch: Zinszahlungen für Kredite übersteigen die sichere Rendite von Sparbriefen und Rentenversicherungen deutlich. Nur Policenprodukte erwirtschaften eventuell höhere Renditen, aber auch mit einem deutlich höheren Risiko. Deshalb ist die Geldentnahme auf jeden Fall eine Überlegung wert.