Dienstag, 04.03.2008 | Autor: Janine Schneider

Einigung der Koalitionsspitzen zum Wohn-Riestern

Worum geht´s

2008 treten die Änderung zur Riester-Rente inkraft. Ab dann ist das Wohn-Riestern in einen Bausparvertrag möglich.

Topstory: In einem Riester-Vertrag angespartes Vermögen kann zukünftig einschließlich der staatlichen Zulagen komplett zum Erwerb einer Immobilie verwendet werden. Die Koalitionsspitzen einigten sich so auf einer Klausurtagung in Bonn auf das so genannte Wohn-Riestern. Die Reform soll bis zum Sommer verabschiedet werden und rückwirkend zum 1. Januar 2008 in Kraft treten.

"Damit löst die Bundesregierung endlich ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag von 2005 ein", so Lutz Freitag, Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) in einer Pressemitteilung. Positiv wertet er, dass das so genannte Wohn-Rieser künftig vollständig zum Erwerb einer Wohnimmobilie oder von Genossenschaftsanteilen genutzt werden können. Bisher wurde ein Anteil von 75 Prozent diskutiert.

Wohn-Riestern macht Immobilie gleichberechtigt mit Geld-Rente

"Jetzt wird die Immobilie endlich gleichberechtigt mit der Geld-Rente in die Riester-Förderung einbezogen", erklärt Lutz Freitag weiter. Damit werde das Wohn-Riestern auch für Bezieher niedrigerer Einkommen zum attraktiven Instrument für die private Altersvorsorge.

Darüber hinaus solle auch das vermietete Wohneigentum in die Riester-Förderung eingebunden werden, fordert der Verband. Der geplante Steuerrabatt zur Abgeltung der Einkommensteuer bei Renteneintritt solle erhöht werden. Außerdem gelte es, die vorgesehene Strafsteuer bei Veräußerung der mit Riester-Mitteln angeschafften Immobilie herabzusetzen.

Deutscher Mieterbund kritisiert Detailregelungen zum Wohn-Riestern

"Der Koalitionskompromiss, nach dem die selbst genutzte Immobilie in die geförderte Altersvorsorge mit einbezogen wird, ist alles andere als ein großer Wurf", kommentierte hingegen der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Franz-Georg Rips.

Er kritisiert, dass das jetzt beschlossene Wohn-Riester-Modell eine Art Ersatz zur Eigenheimzulage darstelle. "Durch die Hintertür der Altersvorsorge darf nicht eine als falsch erkannte Förderpolitik wieder belebt werden. Das macht keinen Sinn. Die Wirksamkeit des jetzt beschlossenen Modells ist mehr als zweifelhaft."

Selbst vermietete Immobilien als Altersvorsorge

Das selbst genutzte Eigenheim oder die selbst genutzte Eigentumswohnung ist in den Augen des DMB nicht sonderlich für die Altersvorsorge geeignet, dafür umso mehr selbst vermietete Immobilien.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Die Gefahr ist berechtigt: Achten Sie als Immobilienkäufer und -bauer immer darauf, dass das Wohneigentum zu Ihren persönlichen Finanz- und Lebensverhältnissen passt. Der Anreiz einer staatlichen Förderung - etwa indirekt durch das Wohn-Riestern - sollte Ihren Blick nicht für die wichtige Frage der Finanzierbarkeit trüben. Gehen Sie immer rein pragmatisch an den Kauf oder Bau Ihres Eigenheims heran.