Montag, 08.09.2008 | Autor: Günter Huber/mb

Widerruf eines Erbvertrags

Neben einem Testament können Erblasser auch einen Erbvertrag aufsetzen lassen. Dadurch entsteht eine vertragliche Beziehung zwischen dem Erblasser und dem Bedachten. Der Erbvertrag ist deshalb für den Erblasser rechtlich bindend und kann nicht einfach wie ein Testament geändert werden.

Vertragsmäßige Verfügungen in einem Erbvertrag können grundsätzlich nur durch einen neuen Erbvertrag aufgehoben werden. Abweichend hiervon können Eheleute, die einen Erbvertrag abgeschlossen hatten, den Erbvertrag auch durch ein gemeinschaftliches Testament aufheben.

Vertragsmäßige Verfügungen, durch die in einem Erbvertrag ein Vermächtnis oder eine Auflage vereinbart wurde, können von einem Testierenden aufgehoben werden, wenn der begünstigte Erbvertragspartner der Aufhebung mit einer notariell beurkundeten Erklärung zustimmt.

Bestimmungen für die Errichtung eines Testaments

  • Ein eigenhändiges Testament kann jeder errichten, der volljährig ist, es sei denn, aufgrund psychischer Beeinträchtigungen ist die Testierfähigkeit nicht mehr gegeben
  • Minderjährige zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr können ein Testament nur vor dem Notar abfassen
  • Das eigenhändige Testament als gebräuchlichste Testamentsform kommt formgültig zustande, wenn der Testierende seinen Willen handschriftlich niederschreibt, unterschreibt und mit Datum und Ort der Testamentserrichtung versieht
  • Bei gemeinschaftlichen Testamenten muss der andere Partner das gemeinschaftliche Testament unterzeichnen und ebenfalls Ort und Datum der Testamentserrichtung angeben
  • Bei Bedenken gegen die Testierfähigkeit sollte ein Testament vor einem Notar errichtet oder die Testierfähigkeit sollte vom Arzt bestätigt werden

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Dr. Günter Huber ist seit 1982 in Freiburg als Rechtsanwalt tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Arbeits- und Erbrecht. Er ist Verfasser vieler Publikationen und Artikel.
Günter Huber

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Vor Errichtung eines neuen Testaments sollten Sie sorgfältig prüfen, ob aufgrund eines früheren gemeinschaftlichen Testaments oder eines früher abgeschlossenen Erbvertrags eine erbrechtliche Bindung besteht, die der gewünschten Testamentsgestaltung entgegensteht. Bei Zweifelsfragen sollten Sie einen Rechtsanwalt konsultieren.