Montag, 30.03.2015 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Teure Steuer: So verschenken oder vererben Sie eine Immobilie

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Worum geht´s
  • Immobilien richtig vererben oder verschenken 
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Mal eben Hab und Gut verschenken: Eigentlich kein großes Ding. Die Sache wird jedoch kompliziert, wenn es um eine Immobilie geht: Da will das Finanzamt nämlich gern "mitbeschenkt" werden - mit einer Schenkungsteuer.

Gerade bei der Weitergabe von Immobilien innerhalb der Familie wacht das Finanzamt über die Steuerfreibeträge. Sind die überschritten, klingelt es in der Finanzamtskasse nämlich ganz schön.

Wer soll jetzt oder später mein Haus bekommen? Häufig wollen Sie mehrere Kinder oder Ihre Frau samt Kinder damit "bereichern". Und zwar jeden zu gleichen Teilen. 

Wer und wieviel (anteilig) jeder bekommen soll, will gut geplant und am besten auch besprochen sein, denn selten gestaltet sich das einfach und unkompliziert. Und dabei geht es nicht nur um den steuerlichen, sondern auch den rechtlichen und menschlichen Aspekt.

Ehepartner, Kinder, Enkel: Welche Freibeträge gelten

Und natürlich will auch der Fiskus kräftig beim Vererben oder Verschenken mitverdienen. Wie weit er dabei seine Tasche aufhalten kann, ist im Steuerrecht klar festgelegt. Folgende Punkte sollten Sie dabei beachten:

  • Freibeträge: Übertragen Sie Ihr Haus zu Lebzeiten an einen Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner, sind bis zu 500.000 Euro steuerfrei. Kinder und Adoptivkinder sowie Enkel, deren Eltern verstorben sind, können bis zu 400.000 Euro steuerfrei erhalten. Enkel, deren Eltern noch leben, sowie Urenkel haben als Freibetrag dagegen nur 200.000 Euro. Und entferntere Verwandte (auch Schwiegerkinder), Verlobte und viele dürfen nur 20.000 Euro steuerfrei behalten.
  • Häufigkeit bei Schenkung: Der steuerliche Freibetrag kann nur alle zehn Jahre einmal beansprucht werden.
  • Wie der Wert ermittelt wird: Immobilien werden ihrem tatsächlichen Wert nach steuerlich beurteilt. Ein unabhängiges Gutachten in Streitfällen erstellt der kommunale Gutachterausschuss.

Sie sollten sich frühzeitig Gedanken ums Vererben und Verschenken machen. Denn es ist wichtig, das hier alle Beteiligten zusammenarbeiten - damit es später nicht zu einem bösen Familienzwist kommt!

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
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 meineimmobilie.de-Tipp

Sie können sich als Erblasser oder Verschenker auch Ihre Altersvorsorge mit der Immobilie absichern lassen. Dazu müssten Sie sich entsprechende Rechte im Grundbuch der Immobilie eintragen lassen, zum Beispiel ein lebenslanges Wohnrecht.

Lassen Sie sich dabei  aber auf jeden Fall von einem Steuerberater und Rechtsanwalt beraten.