Dienstag, 19.02.2008 | Autor: Günter Huber/mb

Steuern auf das Erbe

Stichworte zu diesem Thema
Der prozentuale Erbschaftssteuersatz, der bei einer Erbschaft ans Finanzamt gezahlt werden muss, hängt von der Steuerklasse des Erben ab. Außerdem ist der anzusetzende Wert der Erbschaft nach Abzug der dargelegten Freibeträge und der Steuerbefreiungen ausschlaggebend.

Stufen bei der Erbschaftssteuer beachten

Überschreitet die Höhe des Werts des steuerpflichtigen Erwerbs eine Stufe, beispielsweise die Stufe von 52.000 Euro, gilt der höhere Steuersatz (elf, 17 oder 23 Prozent) für den gesamten Erwerb, nicht nur für den übersteigenden Betrag.

Nach § 19 Abs. 3 Ziff. a ErbStG ist die zusätzlich zu zahlende Erbschaftssteuer bei Überschreitung einer Tarifstufe allerdings nicht höher als 75 Prozent des höheren Erwerbs.

Wenn der Steuersatz 30 Prozent nicht überschreitet, ist die zusätzliche Steuer begrenzt auf die Hälfte des zusätzlichen, die bisherige Stufe übersteigenden Erwerbs (§ 19 Abs. 3 ErbStG).

Muss der Erbe auch Einkommensteuer zahlen?

Außer der Verpflichtung zur Zahlung von Schenkungs- und Erbschaftssteuer kann bei Erbfällen nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs bei der Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft auch die Verpflichtung zur Zahlung von Einkommensteuer entstehen.

Der Bundesfinanzhof sieht den Erbfall und die Erbauseinandersetzung nicht als Einheit, sondern als unterschiedliche selbständige Rechtsgeschäfte an.

Erbengemeinschaft mit Betriebsvermögen

Dies hat zur Folge, dass bei der Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft mit Betriebsvermögen Ausgleichszahlungen eines Miterben, der das Betriebsvermögen übernimmt, einkommensteuerrechtlich als Einkünfte angesehen werden und der Einkommensteuer unterliegen.

Die Übertragung des Erbanteils an einer gewerblich tätigen Erbengemeinschaft wird als Veräußerung eines Mitunternehmeranteils im Sinne von § 16 Abs. 1 Nr. 2 EStG angesehen, und zwar auch dann, wenn der Erwerber Miterbe ist.

Dabei entsteht bei den ausgleichsberechtigten Miterben, die die Ausgleichszahlung erhalten, ein Veräußerungsgewinn, der der Einkommensteuer unterliegt. Dem Fiskus fließt dadurch außer der Erbschaftsteuer auch Einkommensteuer zu.

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Dr. Günter Huber ist seit 1982 in Freiburg als Rechtsanwalt tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Arbeits- und Erbrecht. Er ist Verfasser vieler Publikationen und Artikel.
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