Montag, 11.07.2016 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © luni Sokolov - Fotolia.com

Geerbte Immobilie: Lieber verkaufen statt bewohnen

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Worum geht´s
  • Erben von Immobilien bevorzugen Verkauf 
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Jeder zweite Bundesbürger im Seniorenalter verfügt über Immobilieneigentum. Entsprechend hoch ist der Anteil der Kinder, die in den nächsten Jahren Immobilien von ihren Eltern erben werden. 

Zurück ins Elternhaus ziehen? Ein Einzug kommt für die Mehrheit der Immobilienerben nicht infrage. Der Trend geht vielmehr zum Verkauf.

54 Prozent der Bundesbürger können sich nicht vorstellen, in die Immobilie ihrer Eltern einzuziehen. Im Falle einer Erbschaft würden sie diese stattdessen verkaufen. Das zeigt eine Studie der Deutschen Leibrenten AG.

Erben haben meist kein Interesse am Elternhaus 

Für die Mehrheit der Erben kommt ein Einzug in die Immobilie der Eltern nicht infrage. "Erben fühlen sich heute weniger denn je an das ehemalige Zuhause gebunden. Sie wohnen vielleicht weit weg, haben selber Immobilieneigentum oder andere Ansprüche an das Wohnen als die Eltern", sagt Friedrich Thiele, Vorstand der Deutschen Leibrenten AG.

"Die Bindung der Eltern an das selbst abbezahlte Haus ist viel höher. Sie selbst können es sich nicht vorstellen, das vertraute Heim zu verlassen, während ihre Kinder diese Bindung zur Immobilie aufgegeben haben, auch wenn sie darin aufgewachsen sind."

Reden Sie miteinander, bevor es zu spät ist

Wichtig ist daher, rechtzeitig miteinander das Gespräch zu suchen. Auch um Streit unter den Erben zu verhindern.

"Es empfiehlt sich für Erblasser, solange es ihnen gesundheitlich noch gut geht, über die Verwertung des Immobilieneigentums mit den Kindern zu sprechen. Das gilt insbesondere in Fällen, bei denen die Immobilie noch nicht vollständig abbezahlt ist oder das gebundene Vermögen auch für die Finanzierung des Ruhestandes der Eltern eine Rolle spielen muss", rät der Vorstand der Deutschen Leibrenten AG.

Um möglichen Konflikten vorzubauen, sollten dabei die unterschiedlichen Lösungen diskutiert werden.

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Wer ein Mietobjekt erbt, kann sich freuen. Nicht nur über den wertvollen Nachlass, sondern auch über einen Rabatt von 10 Prozent auf die Erbschaftsteuer.   Die Sache hat allerdings einen Haken: Wer zu spät vermietet, gefährdet seinen 10-Prozent-Rabatt bei der Erbschaftsteuer.
Unsere Gesellschaft wird immer älter. Umso mehr Zeit bleibt, Wichtiges zu regeln - oder es immer weiter nach hinten zu schieben. So weit, dass es vielleicht irgendwann einmal zu spät ist.  Gerade wer eine Immobilie besitzt und nicht will, dass sie in falsche Hände gerät oder sogar verkauft wird, sollte sich noch zu Lebzeiten dem Thema Nachlass und Erbe widmen. 
Schätzen Sie einmal, wieviele Deutsche über 60 Jahre eine Immobilie besitzen. Es sind über 55 Prozent.   Viele davon überlegen sich bereits zu Lebzeiten, wer diese später einmal bekommen soll und ob sie ihr Haus bzw. ihre Wohnung besser noch zu Lebzeiten verschenken oder erst nach ihrem Tod vererben. Das hat vielmals nichts mit purer Großzügigkeit zu tun, sondern auch etwas mit Steuern sparen. 

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Wer eine Immobilie besitzt und nicht will, dass sie in falsche Hände gerät oder sogar verkauft wird, sollte sich noch zu Lebzeiten dem Thema Nachlass und Erbe widmen. 

 

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