Freitag, 16.05.2008 | Autor: Günter Huber/mb

Erben bei einer Lebenspartnerschaft

Wer eine eingetragene Lebenspartnerschaft hat, der hat in Bezug auf das Erbe seines Partners ähnliche Rechte wie Ehepartner. Die gesetzliche Erbfolge ist genau geregelt.

Die erbrechtliche Situation bei der eingetragenen Lebenspartnerschaft ist der von Ehegatten nachgebildet. Das Erbe wird bestimmt durch die Ordnung der weiteren gesetzlichen Erben und dem vereinbarten Vermögensstand.

Ausgleichsgemeinschaft

Hierbei entsprechen die erbrechtlichen Folgen bei Vereinbarung einer Ausgleichsgemeinschaft dem für Ehegatten geltenden gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, das heißt es erhöht sich das gesetzliche Erbteil um ein Viertel.

Im Unterschied zu der Vereinbarung der Güterstände, der Gütertrennung und der Gütergemeinschaft durch die Ehegatten hat im Falle der Lebenspartnerschaft die Vereinbarung einer Vermögenstrennung oder einer Vermögensgemeinschaft keine Auswirkungen auf die Höhe des gesetzlichen Erbteils.

Die gesetzlichen Erbteile auf einen Blick

Der Lebenspartner wird mit folgenden Anteilen gesetzlicher Erbe:

Wurde der Vermögensstand der Ausgleichsgemeinschaft vereinbart, erbt der Lebenspartner

  • neben Abkömmlingen die Hälfte
  • neben Eltern und deren Abkömmlingen drei Viertel
  • neben Großeltern drei Viertel
  • ansonsten erbt er allein

Sonstiger Vermögensstand

Bei einer Vereinbarung eines sonstigen Vermögensstands erbt der Lebenspartner:

  • neben Abkömmlingen ein Viertel
  • neben Eltern und deren Abkömmlingen die Hälfte
  • neben Großeltern die Hälfte
  • ansonsten erbt er allein

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Dr. Günter Huber ist seit 1982 in Freiburg als Rechtsanwalt tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Arbeits- und Erbrecht. Er ist Verfasser vieler Publikationen und Artikel.
Günter Huber

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