Fundament, Böden, Wände: Grundwissen zum Rohbau
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Fundament als Ausgangsbasis
Das Fundament ist die Ausgangsbasis für die Erstellung eines Bauwerks. Art, Form und Bemessung werden nach einer Bodenuntersuchung bestimmt, bei der unter anderem der höchste Grundwasserstand ermittelt wird.
Nachdem die Bodenuntersuchungen abgeschlossen sind, kann die Bebauung in der festgelegten Tiefe beginnen. Das richtig bemessene Fundament soll die Aufgabe erfüllen, die bevorstehenden Setzungen des Bauwerks unter allen Teilen des Gebäudes zu verhindern oder zumindest gleichmäßig zu verteilen.
Wasserdicht und unempfindlich bei Temperaturschwankungen
Andernfalls besteht die Gefahr, dass Gebäudewände reißen. Die Fundamente müssen gegen Grund- und Sickerwasser geschützt sein und unterhalb der Frostgrenze des Erdreiches liegen, um ein Zusammenziehen bei Frost und ein Ausdehnen bei Tauwetter zu vermeiden. Es gibt drei Arten von Fundamenten:
- Einzelfundament: Schwere Einrichtungsgegenstände, beispielsweise stark belastete Stützen, erhalten Einzelfundamente aus Beton
- Streifenfundament: Wände erhalten entsprechend ihrer Ausdehnung und entlang ihres Verlaufs Fundamente, die wegen der länglichen rechteckigen Form Streifenfundamente heißen
- Plattenfundamente: Auf schwierigen Böden wird ein Plattenfundament mit Bundstahlmatten eingesetzt. So verteilen sich die Druckkräfte von oben gleichmäßig auf den Untergrund.
Die DIN 1054 gibt in einfachen Regelfällen Richtlinien zur Bemessung von Flächengründungen (Einzel-, Streifen- und Plattengründungen) und Tiefengründungen (Pfahlgründungen) vor. Sie unterscheidet dabei zwischen nicht bindigen und bindigen Böden.
Nicht bindiger Boden
Nicht bindige Böden sind Sand, Kies und ihre Mischungen. Ihr Merkmal ist, dass die einzelnen Bestandteile nicht aneinander haften. Wasser kann im Gegensatz zu bindigen Böden leicht versickern.
Die Größe der Körnung und die Dichte des Bodens haben Auswirkungen auf seine Tragfähigkeit. Je größer die Körnung und je dichter die Lagerung, desto tragfähiger ist der Boden.
Bindiger Boden
Bindige Böden bestehen aus sehr feinen Bestandteilen, die auch im trockenen Zustand eine zusammenhängende Masse bilden. Durch Hinzufügen von Wasser wird die Konsistenz noch kompakter.
Bindige Böden sind beispielsweise Lehm und Ton. Bei nicht tragfähigen Oberflächenböden besteht, soweit tragfähiger Grund in erreichbarer Tiefe vorkommt, die Möglichkeit, das Fundament auf Pfählen zu errichten.
Wände für innen und außen
Wände begrenzen Gebäude sowie einzelne Räume und bieten Schutz vor Witterung, Sicht und Zutritt. Sie müssen standsicher erbaut werden, damit sie die Eigenlast und die äußeren Kräfte zuverlässig aufnehmen und ableiten.
Ihre Bauweise soll ermöglichen, dass ein angenehmes Raumklima erreicht und gehalten werden kann. Begrenzen Wände Räume im Innern eines Gebäudes, bezeichnet man sie als Innenwände.
Eigenschaften von Wänden
Außenwände grenzen das Gebäude außen ab. Wände weisen unterschiedliche Eigenschaften auf und werden dementsprechend unterschiedlich bezeichnet als:
- Außen- und Innenwände
- tragende und nicht tragende Wände
- einschalige Wände
- zweischalige Wände ohne Luftschicht
- zweischalige Wände mit Luftschicht
Tragende und nicht tragende Wand
Tragende Wände werden durch vertikale Kräfte, beispielsweise Deckenlasten, Eigengewicht, Nutzlasten und horizontale Kräfte, wie Wind oder Witterung, belastet.
Zumeist sind sie Druck ausgesetzt und leiten die auf sie einwirkenden Kräfte auf das Fundament weiter. Nicht tragende Wände werden nur durch ihr Eigengewicht beansprucht und haben keine sichernde Funktion hinsichtlich der Standfestigkeit des Gebäudes.
Einschalige oder zweischalige Wände
Einschalige Wände bestehen aus einer oder mehreren Schichten, die durch Putz kompakt miteinander verbunden sind. Zumeist werden Mauersteine mit wärmedämmtechnischen Eigenschaften verwendet.
Da die Wärmedämmung der Mauersteine in der Regel nicht ausreichend ist, müssen zusätzlich Mineralfaserplatten aufgebracht werden. Die Anforderungen der Wärmedämmung sind in der DIN 4108 festgelegt.
Wird eine innen liegende tragende Wand mit einer äußeren Schale, die dem Witterungsschutz dient, verbunden, handelt es sich um eine zweischalige Wand ohne Luftschicht. Besteht jedoch zwischen der äußeren Schale und der Wand eine Luftschicht, handelt es sich um eine zweischalige Wand mit Luftschicht.
Geschossdecken
Geschossdecken grenzen Räume in der Höhe ab und trennen bei mehrstöckigen Häusern die einzelnen Etagen. Decken können aus unterschiedlichen Baumaterialien bestehen, beispielsweise aus Holz, Stein, Beton, Stahlbeton oder Stahl.
Im 20. Jahrhundert wurden Holzdecken zunehmend durch Massivdecken aus Beton verdrängt. Die Verwendung von Beton hat den Vorteil, dass die Konstruktionen feuerbeständig und resistent gegen Feuchtigkeit und Schädlinge sind. Grundsätzlich werden folgende Deckenkonstruktionen unterschieden:
- Stahlbetonplatte
- Stahlsteindecke
- Glasstahlbetonplatte
- Pilzdecke
- Balkendecke
Eine Stahlbetonplatte sollte mindestens eine Stärke von sieben Zentimetern besitzen. Eine sogenannte Stahlsteindecke hingegen muss eine Mindestdicke von neun Zentimetern aufweisen. Sie besteht aus Deckenziegeln, Beton oder Zementmörtel und Betonstahl.
Beton oder Balken
Eine Glasstahlbetonplatte besteht aus Beton, Betongläsern und Betonstahl. Sie sollte eine Mindestdicke von sechs Zentimetern haben. Deckenplatten, die auf Stützen aufgelagert sind, werden Pilzdecken genannt, wobei die Platten mindestens 15 Zentimeter dick sein müssen.
Bei Balkendecken trägt jeder Balken einen Teilabschnitt der Decke. Sie haben bei gleicher Spannbreite als Plattendecken ein geringeres Eigengewicht als Plattenkonstruktionen und werden insbesondere bei großen Räumlichkeiten als Deckenkonstruktion errichtet.
meineimmobilie.de-Tipp
Angesichts steigender Strom- und Heizkosten sollten Sie sich mit Ihrem Architekten frühzeitig über energiesparende Baumaterialien unterhalten. Immer wieder kommen neue Baustoffe auf den Markt, die zum Beispiel verbesserte Eigenschaften bei der Wärmedämmung besitzen.
