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27.11.2006, 17:45 von CoraProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Zusage MV,Schlüsselübergabe/Widerruf nach 2 Std.
Hallo

kleines oder großes Problem.
Habe heute Zusage zum Mietvertrag (läuft über Makler) bekommen.
Wohnungsübergabe mit Protokoll, Schlüsselübergabe, 1. Rate Kaution heute.
Mieterin mit Maler in die Wohnung.
Im Protokoll steht: 1 kleiner Schimmelfleck an Wand neben Balkontür.

Nach 2 Std. taucht die Mieterin wieder auf, völlig hysterisch:
Malermeister hätte festgestellt alle Außenwände in Schlafzimmer, Kinderzimmer und Wohnzimmer (insgesamt 3) seien feucht, das müsste alles gemacht werden, da könne sie nicht einziehen, Allgergikerin - alles voller Schimmel.
Übergabeprotokoll wurde von ihr zerrissen, Schlüssel und Kaution getauscht.

Mich traf der Schlag, da ich 1. davon vom Vormieter nichts wusste und 2. auch nichts bemerkt hatte (sie selbst mit 2 Leuten bei der Besichtigung auch nicht).

Ich den Malermeister angerufen: nee, feucht wäre da überhaupt nichts, das käme lediglich durch die Kältebrücken, das wäre nichts schlimmes und sei im wesentlichen auf Heiz- und Lüftungsverhalten der Mieter zurückzuführen.

Beseitigung sei einfach: Außenwände würden von innen mit Styroporplatten verkleidet, diese mit Rauhfaser tapeziert, Wohnzimmerdecke würde gestrichen - das ganze kostet mich ca. 3-400 € und gut is.

Mieterin angerufen ihr das gesagt. "Sie will alles sacken lassen".

Nun hatte ich heute 2 weitere Besichtigungen abgesagt, da schon alles klar war.

Meine Frage: sollte sie dabei bleiben die Wohnung nicht zu nehmen und die beiden anderen haben etwas gefunden, kann ich sie auf "Schadenersatz" belangen?

Bin ja sonst nicht so, aber habe langsam die Nase voll.

Gruß
Alle 9 Antworten
29.11.2006, 19:37 von Cora
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Danke für die guten Ratschläge, von Innendämmung werde ich absehen.

Montag lasse ich eine Feuchtemessung in der Wohnung vornehmen, jetzt will ich es genau wissen. Mal sehen was bei raus kommt.

Schönen Abend noch
dringender tipp aus der praxis:

KEINE innendämmung, macht alles nur noch schlimmer

sondern: die alte raufaser entfernen, neu tapezieren und mit GEWÖHNLICHER dispersionsfarbe EINMAL streichen. dann ist ruhe!
gleichzeitig dem mieter zwei dinge klarmachen: heizen nicht vergessen und richtig lüften! wohnräume sind nur bedingt zum wäschetrocknen geeignet, wenn doch wäsche getrocknet wird, muss auch gelüftet werden.

begründung: alte, womöglich mehrfach gestrichene tapeten transportieren fast keine feuchtigkeit mehr, deshalb werden sie nass und schimmeln. es reicht eine neue unverbrauchte und atmungsfähige tapete aufzubringen. und keinesfalls mit abwaschbaren, wasserfesten farben streichen, sonst geht das gleiche spiel von vorne los.

je nach untergrund (zustand des putzes unter der alten tapete) vor dem tapezieren trocknen lassen, womöglich muss der alte innenputz erneuert oder ausgebessert werden. eventuell reicht eine grundierung vor dem tapezieren. da sollte eine fähiger maler oder stukkateur beraten können. eventuell die neue innenfarbe "pilzhemmend" ausstatten. auch dazu müsste ein maler was sagen können. aber im regelfall (wenn das mauerwerk nicht feucht ist) reicht eine ganz normale erneuerung der tapete. oft ist es wichtig, an die außenwände keine schweren, luftundurchlässigen vorhänge zu hängen, die verschlimmern das problem.
28.11.2006, 14:53 von Cora
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Hallo

die Wände sind überhaupt nicht mit Schimmel befallen.
Lediglich an der Decke im Wohnzimmer ist oberhalb der Terrassentür ein ca. 30 cm runder Fleck. Wenn ich den Maler richtig verstanden habe, sieht man bei "Sonnenschein", dass einige Bahnen Tapete (weiß gestrichen) etwas dunkler sind als andere und dies deutet seiner Meinung nach auf Wärmebrücken hin.
Die vorherigen Mieter haben auch nie etwas gesagt.

Habe vor rund 2 Jahren 3 Wohnungen (u.a. diese) zwecks Feuchtigkeit messen lassen. Ein Mieter hatte Schimmel in einem Raum gemeldet, in diesem hatte er 5 Hasen, 2 Meerschweinchen und 3 Hamster in Käfigen!!! Danach schrieb ich alle Mieter an, 2 meldeten sich, u.a. der Mieter der Wohnung, die jetzt neu vermietet werden sollte.

Alle 3 Wohnungen wurden gemessen, es gab keine feuchten Wänden, Unterschied lediglich bei Außen- und Innenwand.

Die damalige Messfirma kam zu dem Schluss, dass es sich hierbei um einen Heiz- und Lüftungsfehler handeln würde.
Die Mieter bekamen das Messprotokoll und entsprechendes Info-Material zum Heizen und Lüften und seitdem hat sich niemand mehr bei mir gemeldet.

Das mit dem Styropor werde ich auch lassen, das leuchtet mir ein.
28.11.2006, 11:16 von Jobo
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sind die Wände komplett mit Schimmel voll ? Oder nur an den Stellen wo Möbel davor standen ? Denn wenn die Möbel direkt an der Wand stehen und kein Luftzug dahinter kommt, kann es auch schnell zu Schimmel kommen. Vielleicht hast du ja die Möglichkeit mit einem Feuchtigkeitsmessgerät die Wände zu untersuchen.
MfG
Jobo
28.11.2006, 07:43 von MickyMcB
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Guten Morgen!

Da gilt es wieder zu unterscheiden: "Dämmputz" ist eigentlich nur ein Putz, der etwas wärmedämmend sein soll. Allerdings ist die Dämmwirkung äußerst gering.
Viele bezeichenen ein WDVS (="Wärmedämmverbundsystem") umgangssprachlich auch als "Dämmputz". Dieses WDVS ist jedoch ganz was anderes: Es besteht aus einer dicken Dämmschicht, z.B. 10-20cm, aus Hartschaumplatten ("Styropor") oder Mineralwolleplatten. Nach Befestigen der Dämmung wird ein Putz aufgebracht. Man erkennt ein WDVS gut daran, dass es hohl klingt, wenn man darauf klopft.

Wie auch immer: Wenn die Wände von außen bereits gut gedämmt sind, dann kann es innen kaum Feuchtigkeit an den Wänden geben.

Ausnahmen bestätigen die Regel. Mögliche Fehler:
- Fassadenanstrich, der nicht dampfdurchlässig ist.
- Eindringen des Wassers durch Undichtigkeiten an Dach und/ oder Fassade
- wirklich schlechtes Heizungs-/ Lüftungsverhalten der Bewohner
- Fensterlaibungen sind Schwachstellen. Fehler bei Dämmarbeiten möglich!

Ich würde die Wohnung erst einmal auf Raumtemperatur bringen. Ab und zu kräfig lüften und dann das Ganze beobachten. Wenn man dann keine Feuchtigkeit erkennt, dann sollte da auch nichts sein.

Gruß,

Micky
27.11.2006, 21:54 von Cora
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Hallo

das Haus hat von außen einen Dämmputz, ich kann doch nicht wegen 2 oder 3 Wänden das ganze von außen neu dämmen lassen...

gibt es denn keine andere Möglichkeit?
27.11.2006, 18:12 von CMAX_65
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Hallo cora,

Zitat:
"Sie will alles sacken lassen".


na ja, ich würde ihr 2 Tage Zeit geben zum "sacken lassen".

Danach allerdings die 2 abgesagten Ternmine neu vereinbaren.

Das mit der Innendämmung ist wirklich keine gute Idee!

Ich glaube, wenn Sie so hysterisch war, wie Sie beschreiben,
kann mans vergessen. Auch in anderen Situationen wird die Mieterin wahrscheinlich so reagieren.


Ich würde mich auf die Neu-Mietersuche begeben bzw. die abgesagten nochmal durchleuchten.

Viel Glück!!!
27.11.2006, 17:55 von MickyMcB
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Hallo!

Wenn Du die Wände von innen dämmst (z.B. mit Hartschaumplatten), dann hast Du den denkbar schlechtesten bauphysikalischen Fall! Das macht alles viel schlimmer! DANN habt Ihr wirklich ein Feuchtigkeitsproblem in der Wohnung. Zunächst würde alles hübsch und wie neu aussehen, aber zwischen den Styroporplatten und der Außenwand fängt es richtig stark an zu schimmeln. Bis das dann zum Vorschein kommt, ist es im Verborgenen schon richtig schlimm.

Wärmedämmungen gehören nach außen, sonst verlagert sich der Taupunkt in die Wand mit der Folge, dass diese feucht wird.

Dieser Maler trägt seinen Titel also vollkommen zu unrecht! Das ist kein Fachmann!

Gruß,

Micky
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