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01.11.2007, 09:29 von SommerProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|www.infrasolar.de - die Heizungslösung?
Mit viel Spannung erwartet: Es kreiste der Berg und gebar...www.infrasolar.de.

Das soll sie also sein, die Wunderheizung der Zukunft?

Also selten einen derart schwachsen Webauftritt gesehen - da ist letztlich null Information drauf. Weder ein Heizungskonzept noch Referenzen, sondern nur blanke Behauptungen.
Also zu einer halbwegs seriösen, professionellen Webpräsentation gehört schon etwas mehr als das.
Man kann wohl einen Kostenvergleich mit den Worten

Zitat:

- Gasheizung: viel zu teuer

- Ölheizung: bald unbezahlbar


nicht ernst nehmen!

Soweit man aus den mageren Infos schließen kann, funktioniert das Ganze mit Photovoltaik und Infrarotstrahlern.

Problem Photovoltaik: Durch das EEG bedingt werden die Solarmodule immer noch zu teuer verkauft - tatsächlich zahlen sich die Anlagen durch die Einspeiserückvergütung ab aber man hat dann nach 20 Jahren zwar eine eigene aber eben eine alte Photovoltaik-Anlage und kann sich fragen, was man nun damit machen soll. Weiter einspeisen und den Strom teuer zurückkaufen (dann ist aber unklar, wie viel man noch für den Strom bekommt)? Selber Bleiakkus in den Keller stellen? Springbrunnen und anderen Nippes mit betreiben?

Infrarotstrahler: Das Prinzip wird leider gar nicht auf der Website erklärt - hier geht es darum, daß Wärme nur beim Auftreffen auf Materie/Oberflächen erzeigt wird. Dazu braucht es aber Abstrahlungsfläche denn nur wer genau vor/unter/auf diesen Abstrahlungskörpern steht, wird gewärmt - daneben ist es schlotternd kalt. Macht also Sinn wenn man z.B. beim Neubau so ein System in Decken und Böden einbaut - aber in einem bestehenden Altbau kann man das für den genannten Preis definitiv nicht einbauen (hatte mir sowas schon mal von der Konkurrenz anbieten lassen - so neu ist das nämlich nicht). In der Regel werden diese Anlagen auch nur kombiniert mit anderem (Wärmepumpen o.ä.) angeboten die auch die Raumluft erwärmen - das tut dieses System nämlich m.E. nicht.

Also Schluß mit der Geheimniskrämerei - wenn das Konzept so toll und revolutionär sein soll, warum soll man dann nicht offen darüber schreiben und es diskutieren, Zaunkönig??

S.
Alle 5 Antworten
02.11.2007, 19:56 von zaunkoenig
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Hallo,

es muss ja nicht jedem alles gefallen.

Seiten mit verwirrenden Informationen, bunten Bildern und der Möglichkeit bunte Prospekte zu ordern gibt es reichlich im www. Ich denke mal, die Firma InfraSolar möchte in erster Linie persönlichen Kontakt und hierdurch entsprechend verkaufen. Denn nur so kann man individuelle Beratung machen.

Ein Arzt, ein Steuerberater oder ein Rechtsanwalt hängen auch nur ein schönes Schild vor die Tür und fertig ist. Und alle bieten die jeweilige Dienstleistung an, und jeder hat seine eigenen Kunden.
Dienstleistung ist das Zauberwort und dazu gehört der Service am Kunden und mit dem Kunden.

Wer auch immer sich im www und auf dem Markt mit ähnlichen Produkten tummelt, verkaufen tun sie kaum etwas.

Wem der Auftritt auf der Homepage zu schwach ist, der kann gerne seine Anregungen und Ideen per mail an die InfraSolar weitergeben. Freies Land, freie Meinung!

Kostenvergleich, ja, den hat mal eine schweizer Firma auf ihrer Homepage eingestellt und seitdem wird dieser Kostenvergleich von jedem Anbieter fein säuberlich kopiert. Exakt die gleichen Zahlen - aussagekräftig wie der Kaffeesatz in der Tasse.

Einen Kostenvergleich bekommt jeder, der ein Angebot haben möchte und die individuellen Daten bekannt sind. Alles andere ist Augenwischerei. Denn es gibt unterschiedliche Elemente, die sich unterschiedlich einsetzen lassen. Manchmal braucht man ein Element mehr, jenachdem, wie die Wohnung oder das Haus geschnitten ist. Die Menschen haben unterschiedliche Heizgewohnheiten, nutzen unterschiedliche Energien, haben also unterschiedliche Kosten.
Nur der direkte Vergleich macht Sinn.

Kleine Korrektur hinsichtlich der Technik. Es handelt sich nicht um Infrarotstrahler. Das sind die Pilze, die gestern, dank des Verbots der Stuttgarter Stadtverwaltung, durch die Nachrichten gegangen sind.
Hier handelt es sich um Infrarotwellenheizungen. Die Energie ist die gleiche, die Technik jedoch eine völlig andere.

Dank an die eingestellten Links.
Diese sind informativer, sollen sie auch sein. Jeder soll die Möglichkeit haben, sich zu informieren. Im Baumarkt oder beim Heizungstechniker vor Ort wird er dazu kaum eine Information finden. Informationen gibt es im www, dies zu Hauf und letztlich haben ja schon alle etwas gesagt. Da muss man nicht noch mehr zu sagen.

Bezüglich der Solarmodule (Photovoltaikanlage). Gratulation, wer schon eine solche Anlage sein eigen nennen darf. Ökologisch ein Riesenlob von mir.

Natürlich hat man in ein paar Jahren eine alte Anlage auf dem Dach. Bei Garantiezeiten von 20 bis 25 Jahren auf die Funktionalität und eine Leistung von mindestens 80% der Modultechnik (ist im übrigen das technische Maximum heutzutage)ist das Risiko vertretbar. Geht was kaputt oder funktioniert nicht mehr mit der notwendigen Leistung, wird eben die Garantie in Anspruch genommen.
Ist übrigends keine Garantieleistung der InfraSolar sondern der Modulhersteller.

Und alt wird letztlich alles. Auch ein Hausdach hält nicht ewig, ein Anstrich genausowenig und schon gar nicht eine Öl- oder Gaszentralheizung. Auch die muss nach 20 bis 25 Jahren erneuert werden.
Allerdings hat der Photovoltaikbesitzer inzwischen 20 Jahre lang seinen Strom für die Heizung kostenlos bekommen und die Photovoltaikanlage zusätzlich mit dem erzeugten Strom bezahlt. Also Null finanzieller Aufwand über 20 Jahre.

Keiner kann heute sagen, was in 20 Jahren sein wird. Fakt ist, die Technik wird voranschreiten. Die Modultechnik wird besser werden, Module auch günstiger werden (warum die scheinbar so teuer sind, verrate ich gleich).
Fakt ist auch, dass fossile Brennstoffe (Öl, Gas, Kohle) endlich sind. 50 Jahre sind uns noch garantiert, 200 Jahre können versorgt werden, und dann?

Der Ölpreis ist in einem Jahr um 35% geklettert. Alle Energiekosten steigen permanent an, warum also nicht nutzen, wozu der Gesetzgeber alle verdammen wird, alternative Energien. Die Sonne steht uns noch für ca. 20 Mio Jahre zur Verfügung, sofern nicht der Halley'sche Komet in die Erdumlaufbahn eintreten wird. Und Sonne kostet nichts und wird auch in Zukunft nichts kosten.

Warum sind Solarmodule scheinbar so teuer?
Nunja, der Markt hat eine wesentlich höhere Nachfrage als die Hersteller produzieren können.

Problem 1: Die Kapazitäten der Solarmodulhersteller sind weltweit ausgereizt. Die Produktion des nächsten halben Jahres ist bereits heute verkauft (keine Angst, die InfraSolar kommt an Module ran).
Größere Kapazitäten lassen sich aber nicht durch neue Produktionsstätten erreichen, denn hier kommen wir zu

Problem 2: Quarzsand gibt es haufenweise. Ist das zweithäufigste Element auf der Erde. Aber Reinsilizium, was für die Module benötigt wird, lässt sich nur sehr aufwendig raffinieren. Es gibt lediglich 5 große Produktionsstätten auf der Welt, drei sind im Bau und werden innerhalb der nächsten 2 Jahre fertig werden.

Problem 3: Verwaltungsbedingt versenden die Hersteller die Module nicht mehr an jeden interessierten Kunden. Das war einmal und ist einfach zu aufwändig geworden.
Es wurde also der Fachgroßhandel geschaffen. Wer Glück hat, kommt mit denen ins Geschäft. Ist aber in erster Linie den Handwerkern und großen Unternehmen vorbehalten. Der einzelne Kunde hat da keine Chance.
Er geht zum Handwerksbetrieb. Und wenn er von dem Handwerker ein Modul angeboten bekommt, dann ist es fast doppelt so teuer, wie vom ursprünglichen Hersteller.

Mittlerweile haben die Fachgroßhändler einen solch großen Einfluss, dass diese Struktur kaum noch zu durchbrechen ist. Und so diktieren die Fachgroßhändler die Marktpreise.
Aus Gesprächen mit den Herstellern wurde versichert, dass dies so nicht gewollt ist. Die Hersteller leiden selbst unter dem Preisdiktat der Fachgroßhändler, die als eine Art Börse zu verstehen sind.

Und abschließend, es muss ja keiner mit InfraSolar Geschäfte machen. Es ist nur eine Alternative, und zwar eine, in die jeder Häuslebauer und Häuslebesitzer ab dem nächsten Jahr vom Gesetzgeber getrieben wird.
Eurem Minister Gabriel sei Dank, wird es dieses Jahr noch ein Wärmebegleitgesetz geben, in dem der Einsatz erneuerbarer und alternativer Energien und Wärmegewinnung gesetzlich vorgeschrieben wird.

Niemand sagt, dass diese angebotene Kombination das Ei des Kolumbis sein muss. Man kann alle alternativen Techniken miteinander verbinden. Allerdings ist solch eine Infrarotwellenheizung ein netter optischer Blickfang mit dem ein oder anderen Vorteil gegenüber herkömmlichen Systemen.

Und bitte, ich bin nicht InfraSolar oder ein Teil davon. Informationen gibt es bei denen - für jeden Interessierten.

Die Informationen sind sehr mager und durch den schlechten Internetauftritt eher abschreckend.

Hier wurde am Falschen Ende gespart.

Marketing: Note 6
01.11.2007, 15:37 von dunkelROOT
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Erinnert mich etwas an dass hier:

Zitat:
Auf das elektrokybernetische Mauerentfeuchtungssystem


dR
01.11.2007, 10:13 von Musti1000
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Ja, und was soll nun eigentlich daran so interessant sein, das es so geheimnisvoll dargestellt wird?

Photovoltaikanlage habe ich seit diesem Sommer (7 KWp) - das 5 Familienhaus wird mit Gas beheizt.

Eine Ersparnis kann ich daher nun wirklich nicht sehen - die Einspeisevergütung bekomme ich auch jetzt schon...

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