> zur Übersicht Forum
06.02.2006, 13:19 von MagnatProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Wohnungsübergabe
Hallo Community,

folgender Fall...
Mieter kündigt Wohnung und macht Übergabe. VM ist mit den Schönheitreparaturen nicht einverstanden. M bessert nach und macht einen weiteren Übergabetermin.
VM verweigert die Übergabeverhandlung obwohl zum Termin erschienen und will erst, dass der Nachmieter die Wohnung so übernimmt.
Die Schlüssel hat der VM bekommen, weil das Mietverhältnis ausgelaufen ist.

Wie ist so ein Fall zu bewerten?
Alle 8 Antworten
08.02.2006, 14:08 von Tanja
Profil ansehen
Hallo Rita,

meine Rechtsgrundlagen sind meine Anwälte, die ich seit jahren kenne, und die mir sagen, daß dies völlig in Ordnung ist!!!
Warum dürftest Du sonst die Kaution behalten, wenn nicht für nachträglich entdeckte Mängel.
Sonst müßte sie sofort zurückbezahlt werden.
Außerdem habe ich in den 20 Jahren erst einmal mit dem Mieterschutzbund zu tun, und das ist jetzt gerade.
Die haben jetzt erst mal eine Klage wegen dauernder Belästigung auf dem Hals, denen kann geholfen werden. Mein Anwalt hat sich königlich amüsiert und hofft jetzt wie ich brennendst auf eine Klage derer.
Behauptet doch so ein Betrüger schriftlich, daß er die Mieter juristisch vertritt und ist gar kein Anwalt, hahaha.

Tanja
08.02.2006, 00:03 von Rita
Profil ansehen
Hallo Tanja,

bei neuen Mietern mache ich das zwar auch so wie du bzw. bin da wirklich sehr kulant, wenn die noch Mängel nachmelden, weil ich auch keine Lust habe, 4 bis 8 Stunden auf Knien durch die Wohnung zu rutschen und man doch meistens erst beim ersten gründlichen Selbstputzen noch dies und das an Kleinigkeiten feststellt.

Aber da du dich sicher in deinen 20 Erfahrungsjahren auch schon genug mit Rechtsanwälten des Mieterbundes rumgeschlagen hast, weisst du doch wie wichtig Rechtsgrundlagen sind.

Mir wär's einfach eine Beruhigung, die so gut zu kennen wie du.
Denn von den 3 Monaten nach Auszug habe ich bisher noch nie etwas gehört/gelesen ... und gerade wegen so einer Angelegenheit einen durchaus deftigen Streit mit dem Mieterbund-Anwalt hinter mir.

Also: auf was berufst du dich da?
07.02.2006, 09:54 von Tanja
Profil ansehen
Hallo Rita,

so mache ich das schon über 20Jahren, das ist völlig korrekt!!

Denn bei einer WHG-Übergabe kann man nicht alles erkennen, und der neue Mieter hat nun mal das Recht 3Monate lang Mängel, die aus dem alten Mietverhältnis stammen, und er bezahlen müßte, zu melden.
Kl. Bsp. Duschschlauch leckt, Perlatoren sind komplett nicht mehr vorhanden, usw.. das alles fällt unter die Eigenbeteiligung, je nach MV(75-100.-EU) im Einzelfall, des Mieters.
Da diese Kosten ganz klar dem Gebrauch des Vormieters anzulasten sind werden diese Kosten von der Kaution abgezogen.

Tanja
06.02.2006, 23:48 von Rita
Profil ansehen
@ Magnat
Genauso wie der VM den ausziehenden Mieter nicht zu einem Schuldanerkenntnis zwingen kann, kann der ausziehende Mieter natürlich seinen VM auch nicht dazu zwingen, auf seine gesetzlichen Rechte zu verzichten und vorzeitige Absolution verlangen.
Letztendlich muss der Mieter tatsächlich die - im Interesse des Mieters hier nach BGB verkürzte - Verjährungsfrist von 6 Monaten abwarten (im "normalen" Leben beträgt die Verjährungfrist sogar 3 Jahre).

@ Tanja
Würdest du grad nochmal die Rechtsgrundlage für die zwei mal 3 Monate benennen?



06.02.2006, 16:05 von Tanja
Profil ansehen
Hallo Magnat,

zieht ein Mieter aus seiner WHG aus, ist es völlig unerheblich ob mit oder ohne Übergabeprotokoll,akzeptiert oder nicht akzeptiert, da der neue Mieter 3 Monate Zeit hat Mängel, die natürlich die Ex-Partei zu vertreten hat, in der WHG zu melden, da diese dem Vormieter berechnet werden dürfen, aus diesem Grund darf die Kaution max. 6Monate einbehalten werden. 3 Monate um Mängel zur Kenntnis zu nehmen und 3 Monate um diese fachgerecht beseitigen zu lassen.

Tanja
06.02.2006, 15:34 von Magnat
Profil ansehen
Jetzt frage ich mich, wie lange sich der VM Zeit lassen kann.
Was passiert denn, wenn der ehemalige M z.B. ins Ausland verzieht. Wie soll er dann nachbessern, wenn dann der VM irgendwann mal auf die Idee kommt, Mängel anzumelden?
Oder muß der M tatsächlich 6 Monate auf Verjährung warten?
06.02.2006, 13:34 von RMHV
Profil ansehen
Eine Rückgabe der Mietsache ist erfolgt, eine Abnahme wurde vom Vermieter verweigert.
Mit einer Rückgabe wird dem Vermieter der Besitz an der Mietsache verschafft. Eine Abnahme ist dagegen ein negatives Schuldanerkenntnis. Eine vorbehaltlose Abnahmeerklärung bedeutet also, dass keine Beanstandungen bestehen. Durch die Verweigung der Abnahme hat der Vermieter also zum Ausdruck gebracht, dass er sich Ansprüche auf Nachbesserung oder Schadenersatz vorbehalten will.
06.02.2006, 13:29 von Cordan
Profil ansehen
Klingt so, als wäre der VM mit den Nachbesserungen nicht einverstanden, glaubt aber, dass er keine Handhabe mehr gegen seinen zukünftigen Exmieter hat. Nun versucht er sich wohl dahingehend abzusichern, dass der Nachmieter die Wohnung so als mängelfrei übernimmt, damit er als VM nicht auf irgendwelchen Renovierungskosten sitzen bleibt.
Einerseits verständlich, andererseits nicht ganz sauber gegenüber dem Vormieter.
Ich würde als VM in diesem Fall im Übergabeprotokoll vermerken, dass die Wohnung ohne offensichtliche Mängel übernommen wurde. So habe ich später noch die Möglichkeit, Mängel die dem Nachmieter auffallen auf den Vormieter abzuwälzen, bzw. dessen Kaution hierfür zu verwenden.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
>weiter