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15.10.2005, 21:14 von ThomasProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Wohnungsbesichtigung
Hallo,
ich habe folgendes Problem:
Mein derzeitiger Mieter hat fristgerecht zum 31.12.05 gekündigt, nun habe ich meine Wohnung mal wieder in verschiedenen Zeitungen inseriert, habe dann mit meinem Mieter Besichtigunstermine ausgemacht,z.b.Samstag von 14 bis 16 Uhr, nur das Problem ist, daß erfahrungsgemäß von 4 nur 2 Intressenten den Besichtigungstermin einhalten ohne noch mal anzurufen und abzusagen.
Mein Mieter hat mich deshalb angegriffen,er sei "Geschäftsmann" und hätte keine Zeit daheim zu sitzen und dann kämen die Arschlöcher doch nicht.
Er sagte ich muß eben warten bis er ausgezogen ist, dann könne ich die Wohnung anbieten.Das nächste ist, daß er fast nie erreichbar ist, und nicht will, daß ich alleine in die Wohnung gehe.
Darf er die Besichtigungstermine verweigern?
mfg.
Thomas
Alle 7 Antworten
18.10.2005, 09:49 von Tanja
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Hallo Kasperkopf,

es gibt für den Vermieter eine noch bessere Möglichkeit, sich davor zu schützen, funktioniert aber nur, wenn Du in der Nähe des entsprechenden Objektes wohnst, und bei allen Besichtigungen zugegen sein willst.
Bestelle den Interessenten doch einfach an Deine Heimatadresse, lasse dich abholen, und später wieder zurückbringen, denn dann wartet nur Dein Nochmieter umsonst.

Tanja
17.10.2005, 09:44 von Kasperkopf
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Hallo Thomas,

das Problem mit den Interessenten, die ohne Absage nicht zum Termin erscheinen, kenne ich auch. Daher sage ich allen Interessenten am Telefon ausdrücklich, dass es sich um einen individuell vereinbarten Termin handelt und dass ich erwarte, dass sie diesen absagen, wenn sie nicht mehr kommen wollen. Dann gebe ich noch meine Handynummer an. Dadurch konnte ich die "Nichtkommer- und Absagerquote" von bis zu 50 % auf nur noch 10 % drücken.

Gruss Kasperkopf
17.10.2005, 09:10 von Rita
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Hast du ein Besuchsrecht im Mietvertrag vereinbart?

-> Grundsätzlich hat der Vermieter kein Besichtigungsrecht, wenn dies nicht ausdrücklich im Mietvertrag vereinbart ist - soweit er nicht ein berechtigtes Interesse hat.
Was berechtigte Interessen sind, ergibt sich aus der Rechtsprechung.

Bzgl. "Planung der eigenen Wohnungseinrichtung nach Kündigung wegen Eigenbedarf" kenne ich kein Urteil.

Um Ärger vorzubeugen scheint's mir sinnvoller, die Ausübung des Besuchsrecht auf einen der bereits "abgeurteilten" berechtigenden Gründe zu stützen.

Im entsprechenden Faltblatt des Berliner Mietervereins sind die berechtigten Besuchsgründe des Vermieters - neben den Mieterrechten - z.B. ebenfalls aufgeführt
http://www.bmgev.de/mietrecht/files/kein-zutritt.pdf
16.10.2005, 11:57 von peter98
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Wie sieht es denn eigentlich aus, wenn keine Weitervermietung geplant ist, sondern die Wohnung danach selbst bewohnt werden soll.
Kann ich beispielsweise vorher mit einem Innenarchitekten die Wohnung begehen, um Änderungen zu besprechen. Es hängt davon dann ja meist auch ab, welche Möbel ich einbringen will bzw. kann es sein, dass ich erst noch rechtzeitig Möbel bestellen muss, damit diese dann zum Einzugstermin auch geliefert werden können. Oder ob sonstige Handwerkerarbeiten vorzunehmen sind. Da muss man ja auch vorher noch Termine mit Handwerkern vereinbaren, damit Arbeiten bei Auszug des Mieters zeitnah vorgenommen werden können.
Dies erfordert eine Besichtigung ca. 2 Monate vor Einzug. Entspricht dies einer ähnlichen Regelung oder kann man sich in anderer Form gesetzlich darauf berufen, die Wohnung zu diesem Zweck zu besichtigen? Der Mieter muss ja dafür zumindest keine Besichtigungstouren durch potentielle Nachmieter befürchten.
16.10.2005, 09:09 von Rita
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Der obige Auszug aus einer Mieterbund-Info ist zwar ganz nett (für den Mieter) - vergisst aber üblicherweise die Vermieter-Rechte

Dass seine Mieterkollegen "Arschlöcher" sind, dafür kannst du als Vermieter auch nichts. Neben den geringen eigenen Unnannehmlichkeiten hat er dir schliesslich durch seine Kündigung nicht unerheblichen Aufwand Mietersuche/Besichtigungen einschl. der ganzen Kosten aufgehalst.

Warten bis er ausgezogen ist, musst du nicht natürlich nicht!

- Besichtigung mit Mietinteressenten ist ein berechtigender Grund.
Ist im Mietvertrag nichts weiter vereinbart, gesteht die Rechtsprechung dem Vermieter zum Zwecke der Anschlussvermietung das Recht zur Besichtigung i.d.R. "einmal pro Woche, 3-4 Stunden, jedoch nicht mit mehr als 4 Interessenten auf einmal" zu.
- Erfüllt der Mieter seine Mitwirkungspflicht nicht und entsteht dem Vermieter ein konkreter Schaden, so macht der Mieter sich sogar schadensersatzpflichtig.

Ein entsprechender Hinweis sollte eigentlich die Kooperationsbereitschaft des Mieters erhöhen - wenn er noch einigermaßen bei Vernunft ist.

16.10.2005, 08:43 von Brightman
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Hallo,

zu Info

Besichtigung durch den Vermieter !

Grundsätzlich sind alleine Sie als Mieter einer Wohnung aufgrund Ihres in § 123 StGB strafrechtlich geschützten Hausrechts berechtigt, darüber zu bestimmen, wer Ihre Wohnung wann und warum betreten darf.
Nur der Vermieter oder sein Bevollmächtigter (z. B. der Hausverwalter) können Ihnen Besuch ankündigen. Kündigen sich andere Personen (z.B. Handwerker, Kaufinteressenten) selbst an, sind Sie in der Regel nicht dazu verpflichtet, ihnen Zutritt zu gewähren. Eine Ausnahme bildet die jährliche Heizkostenablesung, wenn der Besuch Ihnen mindestens acht Tage vorher persönlich oder von der beauftragten Ablesefrima angekündigt wird.

Voranmeldung erforderlich !

Grundsätzlich sind alleine Sie als Mieter einer Wohnung aufgrund Ihres in § 123 StGB strafrechtlich geschützten Hausrechts berechtigt, darüber zu bestimmen, wer Ihre Wohnung wann und warum betreten darf.
Daher ist Ihr Vermieter in der Regel verpflichtet, seinen Besuch rechtzeitig vorher schriftlich und persönlich bei Ihnen anzumelden, also mindestens ein bis zwei Tage vorher. Wenn Sie berufstätig sind, beträgt die Anmeldefrist drei bis vier Tage. Hierbei genügt keine Voranmeldung durch Aushang im Treppenhaus (Dies ist ausnahmsweise nur bei der Ankündigung des Schornsteinfegers zulässig). Vielmehr gehört eine schriftliche Voranmeldung in Ihren Briefkasten !
Eine wichtige Ausnahme von dem Grundsatz der rechtzeitigen Anmeldung besteht, wenn offensichtlich akute Gefahr für das Eigentum des Vermieters besteht: z. B. bei Wasserrohrbruch oder Feuer. In diesen Fällen darf der Vermieter sofortigen Einlaß in Ihre Wohnung verlangen. Sind Sie für mehrere Tage abwesend, sollten Sie dem Vermieter unbedingt eine Person Ihres Vertrauens benennen, die einen Zweitschlüssel für Ihre Wohnung hat und in Dringlichkeitsfällen Zutritt gewähren kann. Anderenfalls können Sie eventuell für entstehende Schäden haftbar gemacht werden. Aufbrechen darf der Vermieter Ihre Wohnung nur wenn er Polizei bzw. Feuerwehr hinzuzieht.
Nur der Vermieter oder sein Bevollmächtigter (z. B. der Hausverwalter) können Ihnen Besuch ankündigen. Kündigen sich andere Personen (z.B. Handwerker, Kaufinteressenten) selbst an, sind Sie in der Regel nicht dazu verpflichtet, ihnen Zutritt zu gewähren. Eine Ausnahme bildet die jährliche Heizkostenablesung, wenn der Besuch Ihnen mindestens acht Tage vorher persönlich oder von der beauftragten Ablesefrima angekündigt wird.

Terminvereinbarung !

Nur in Ausnahmefällen kann der Vermieter von vornherein einen Besuchstermin festlegen (z.B. für dringende, notwendige Reparaturen). Normalerweise müssen Sie den vom Vermieter vorgeschlagene Termin nicht akzeptieren sondern können vielmehr ihrerseits (schriftlich !) zwei bis drei Ausweichtermine, die innerhalb der nächsten Tage liegen, anbieten.
Auch darf der Vermieter normalerweise Ihre Wohnung nur an Wochentagen und zu angemessener Tageszeit betreten bzw. besichtigen (in der Regel von 10-13 und 15-18 Uhr).

Besuch nur mit Begründung !

Grundsätzlich müssen der Vermieter oder die von Ihm beauftragten Personen ( Handwerker …) begründen, warum Sie Ihre Wohnung betreten wollen.
Folgende Gründe sind hierbei von der Rechtsprechung anerkannt worden :
Begründeter Verdacht auf vertragswidrigen Gebrauch der Wohnung
Begutachtung der von Ihnen gemeldeten Mängeln, bzw. Überprüfung der daraufhin durchgeführten Reparaturen.
Routinemäßige Überprüfung Ihrer Wohnung auf Mängel hin (ca. alle zwei Jahre !!) bzw. wegen von Ihnen vertraglich übernommener Schönheitsreparaturen
Neuvermessung ihrer Wohnung
Erstellung von Kostenvoranschlag, Bauplänen durch Handwerker, Sachverständige, Architekten..
Nach Ihrer Kündigung wollen Mietinteressenten Ihre Wohnung besichtigen oder Kaufinteressenten, weil Ihre Wohnung oder das ganze Haus verkauft werden sollen.

Besichtigung nur unter Zeugen !

Aus Gründen der Beweissicherung sollten Sie schon deshalb bei einer Besichtigung der Wohnung durch Ihren Vermieter oder bei einem Gespräch mit demselben immer Nachbarn oder Freunde als Zeugen hinzuziehen, weil Sie damit rechnen müssen, dass auch Ihr Vermieter einen Zeugen mitbringt. Die Namen der Begleitpersonen Ihres Vermieters sollten sie sich notieren. Kommt der Vermieter nicht selbst mit, so muß er Ihnen vorher die Besucher namentlich ankündigen. Wichtig ist, dass sie einem Rechtsanwalt keinen Zutritt zu gewähren brauchen.

Vereinbarungen nur schriftlich !

Aus Beweissicherungsgründen sollten Sie auf jeden Fall über Mieterhöhungen, Modernisierung, Kündigung o. ä. nur schriftliche Vereinbarungen mit Ihrem Vermieter treffen. Auch sollten sie Ihren Vermieter bitten, Ihnen sein Angebot bzw. das Ergebnis des Gesprächs schriftlich per Post zu unterbreitet. Dann können Sie sich in Ruhe beraten lassen, ob Sie das Papier so unterschreiben können oder ob Abänderungen nötig sind.
Sind sie beispielsweise mit einer angekündigten Modernisierung nicht einverstanden, sollten sie auf jeden Fall Handwerkern den Zutritt zu Ihrer Wohnung verwehren, da dies sonst u.U. als stillschweigende Zustimmung ausgelegt werden kann mit der Folge, dass Sie dann später auch die Modernisierungserhöhung zahlen müssen.

Gruß
Erwin
15.10.2005, 23:42 von Nachtfee
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Hallo Thomas,

verweigern nein. Es kommt aber auf die Vereinbarung im
Mietvertrag an. Dort sollte vereinbart sein, wieoft und
wann????
Grüße Nachtfee
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
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