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07.02.2007, 22:42 von HansBProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Wohnungsabnahme-/Übergabeprotokoll
Guten Tag,
bei meinem letzten Mieterwechsel vor einigen Jahren hatte ich das Problem, dass der Nachmieter beim Erstellen eines Übergabeprotokolls kleinere Schäden an der Mietsache feststellte, die ich einen Tag zuvor bei der Wohnungsrückgabe des ausziehenden Mieters nicht erkannte und deshalb nicht im Wohnungsabnahmeprotokoll (vom Vermieter und Mieter unterschrieben)vermerkte. Schadenersatzansprüche konnte ich folglich nicht durchsetzen, obgleich die Schäden nachweislich vom ausziehenden Mieter verursacht waren. Dies will ich beim jetzigen Mieterwechsel (Rückgabe 28.02, neuer Mieter 01.03)gerne vermeiden, wobei ich den Wunsch des nun ausziehenden Mieters (gutes Mietverhältnis!)nach einem gemeinsamen Wohnungsabnahmeprotokoll erfüllen möchte. Allerdings habe ich dann wieder das Problem, dass ich ggf. Schäden erneut nicht bemerke.
Die Lösung sehe ich darin, zusammen mit dem Nochmieter und dem Nachmieter am 28.02. ein Wohnungsabnahme- und ein Wohnungsübergabeprotokoll zu erstellen (vorausgesetzt beide machen mit). Geht das gut? Wer hat Erfahrung?

Viele Grüße
HansB
Alle 12 Antworten
04.03.2007, 20:58 von vonBreitenstein
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Das Problem liegt darin, daß ein gemeinsames, also von beiden Seiten unterzeichnetes Abnahmeprotokoll vor Gericht nur schwer zu ergänzen oder gar zu widerlegen sein wird.Ein nur von einer Partei unterschriebenes Protokoll ist keins,sondern nur eine persönliche Gedankenstütze und als solche nicht unwichtig, wenn er einmal vor dem Zivilgericht als Zeuge vernommen wird.Die Lösung: lasse das Abnahmeprotokoll vom Mieter unterschreiben und gebe ihm nur und erst eine Kopie mit der Abrechnung der Kaution zum Beleg der abgerechneten Schäden und Renovierungsmängel.Sind dort abgerechnete Schäden und Renovierungsmängel nicht im Protokoll erfaßt, gib dem Ex-Mieter keine Kopie. So einfach ist das.
geht doch ..

vonBreitenstein
04.03.2007, 11:29 von Mieterliebe
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ich mache die protokolle immer ohne durchschlag - lasse sie vom ausziehenden bzw. einziehenden mieter unterzeichnen und schicke dann die fotokopien raus.

auf dem protokoll sind auch alle zählerstände - hiermit melde ich den altem mieter ab, den neuen mieter an oder auf mich als leerstand
04.03.2007, 11:24 von johanni
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Hallo Rita,

Zitat:
Jedenfalls gebe ich keinesfalls mehr ein Abnahmeprotokoll dem Mieter in die Hand, wenn ich mir nicht 100% sicher bin, dass ich keine nicht darin erwähnten Mängel mehr geltend machen will.


Wenn Du es so macht, wie willst Du denn später beweisen, dass nicht nach Unterschrift des ausziehenden Mieters etwas zu Lasten des Mieters nachgetragen wurde?

Ich stelle diese Frage, weil mir passiert ist, dass ein ehemaliger Mieter tatsächlich behauptete, dass die von ihm noch zu beseitigenden Mängel nicht auf dem Protokoll aufgeführt waren. Nur hatte der gute Mensch hierbei vergessen, dass ich den Durschlag vom Protokoll hatte. Somit konnte ich beweisen, dass diese Mängel in dem Protokoll aufgeführt waren.

Auf Grund meiner Erfahrungen mit Mietern, hierbei besonders Jurastudenten, mache ich es immer mit den Protokollen wie "anno dazumal": 2 Exemplare mit einem "Blaubogen". Original erhält der ausziehende Mieter, Durchschlag für meine Akte bzw. einDurschlag für den neuen Mieter, wenn Abnahme gleichzeitig auch Übergabe stattfindet.

Hat mir schon zweimal bei einem Gerichtsverfahren den " Gewinn" gebracht


LG Johanni
04.03.2007, 10:15 von Rita
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Zitat:
VM hat - in zeitlicher Nähe - zur Neuvermietung auch noch das Recht, versteckte Mängel dem Altmieter anzulasten.


Allerdings muss der VM erstmal beweisen, dass es wirklich versteckte Mängel sind - also solche, die man bei eingehender Prüfung wirklich nicht feststellen konnte.
M.E. eine rein theoretische Möglichkeit mit praktisch kaum Erfolgsaussichten, da dem VM unterstellt wird, dass er gründlichst geprüft hat, bevor er den Persilschein (Abnahmeprotokoll) unterschreibt - und sich darüber im Klaren ist, dass er damit auf evtl. Ersatzansprüchen von darin nicht notierten Mängeln verzichtet.

Ein Abnahmeprotokoll über den Zustand der Mietsache bei Auszug ist freiwillig und bringt i.d.R. einzig dem ausziehenden Mieter Vorteile.
Warum sollte man sich da gerade bei der bestehenden Rechtslage seine evtl. Ersatzansprüche vorschnell verschenken?
> § 548 BGB sieht dafür immerhin 1/2 Jahr vor!

Abnahmeprotokoll und Geltendmachung von nicht darin erwähnten Mängel - das passt nicht unter einen Hut!

Da ich bisher keinen Mieterwechsel erlebt habe, bei dem trotz immer gründlicherer Begehungungen hinterher nicht doch noch Mängel festgestellt wurden (oft vom Nachmieter bei der ersten gründlichen Putzorgie), gibt's bei mir grundsätzlich nur noch ein gemeinsames Zählerableseprotokoll.
Ich habe doch keine Lust einen ganzen Nachmittag jedes einzelne bewegliche Teil zu testen und in jedem Winkel herumzukriechen bzw. zu prüfen, ob z.B. über die kleine reparierte Macke nicht einfach Zahnpasta geschmiert wurde (schon erlebt > Badewanne).

Jedenfalls gebe ich keinesfalls mehr ein Abnahmeprotokoll dem Mieter in die Hand, wenn ich mir nicht 100% sicher bin, dass ich keine nicht darin erwähnten Mängel mehr geltend machen will.

gemeinsame Begehung Vermieter - ausziehender Mieter - Nachfolgemieter
Damit vermeidet man ggfs., dass der Nachfolgemieter rein rechtlich keine Mängel beanstanden kann. M.E. geht's aber nicht darum, sich gegenüber dem Nachmieter abzusichern bzw. gleich bei Mietbeginn auf stur/rein rechtlich zu schalten.
Ich denke zwar auch 2 Leute sehen mehr als einer - und der Nachmieter ist ggfs. auch ein prima Zeuge.
Ttrotzdem gibt's aber kein Abnahmeprotokoll mehr gleich bei Rückgabe auf die Hand > Protokolle habe ich grundsätzlich nur noch in einfacher Ausfertigung dabei (> "Kopie wird zugeschickt").
03.03.2007, 20:11 von frischebrise
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Hallo,

offenbar wird etwas übersehen.

Es ist im überwiegenden Interesse des M. und seine Rückgabe pflicht an den VM, die Mietsache zum Ende zu übergeben.

Weiterhin bedeutet ein fehlerfreies Abnahmeprotokoll für den M. nichts Anderes als ein Persilschein.

Somit hat es jeder VM. in der Hand hier besonders kritisch und sorgfältig zu prüfen, ehe er dem Altmieter Absolution erteilt.

Persönlich würde ich keine direkte Abnahme mit einer Übergabe verbinden, damit eine nachträgliche Zuordnung von evtl. versteckten Mängel eindeutig bleibt und er nicht Spielball der Mieter wird.

VM hat - in zeitlicher Nähe - zur Neuvermietung auch noch das Recht, versteckte Mängel dem Altmieter anzulasten.

03.03.2007, 13:27 von HansB
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Das mit einem gleichzeitigen Abnahme- und Übergabeprotokoll, von allen Parteien unterzeichnet, hat gut geklappt.

Vielen Dank für die Tipps.

Grüße
HansB
08.02.2007, 11:50 von MarieP
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Zitat:
Als Mieter würde ich auch keine Wohnungsabnahme ohne Zeugen machen und nur unterschreiben, wenn dass Abnahmeprotokoll in meinem Sinne ist.

Denn Fehler können hier sehr teuer für Mieter werden.



Das gilt für beide Seiten.
08.02.2007, 10:45 von Augenroll
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Zitat:

Es wird doch sowiso nur das Unterschrieben was auch gestgestellt wurde.


Qualität ist aber oft Auslegungssache und dann besteht noch ein schmaler Grat zwischen normaler Abnutzung und ersatzpflichtiger Schäden.
08.02.2007, 10:36 von ChristophL
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Es wird doch sowiso nur das Unterschrieben was auch besprochen wurde.

Gruß Christoph
08.02.2007, 10:27 von Augenroll
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Zitat:
Und als Vermieter immer einen Sachkundigen Zeugen mitnehmen. Ich habe bei meiner ersten Wohnungsabnahme auch fehler gemacht, die mir jetzt so bestimmt nicht mehr passieren.


Als Mieter würde ich auch keine Wohnungsabnahme ohne Zeugen machen und nur unterschreiben, wenn dass Abnahmeprotokoll in meinem Sinne ist.

Denn Fehler können hier sehr teuer für Mieter werden.
07.02.2007, 23:04 von ChristophL
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Und als Vermieter immer einen Sachkundigen Zeugen mitnehmen. Ich habe bei meiner ersten Wohnungsabnahme auch fehler gemacht, die mir jetzt so bestimmt nicht mehr passieren.

Gruß Christoph
07.02.2007, 23:01 von MarieP
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Hallo

Zitat:
Die Lösung sehe ich darin, zusammen mit dem Nochmieter und dem Nachmieter am 28.02. ein Wohnungsabnahme- und ein Wohnungsübergabeprotokoll zu erstellen (vorausgesetzt beide machen mit

Dann würde ich aus dem Abnahmeprotokoll gleichzeitig ein Übergabeprotokoll machen, was alle Parteien unterzeichnen.

und
Zitat:
Geht das gut?


wenn es vernünftig handelnde und denkende Menschen sind warum nicht. Aber man schaut seinem Gegenüber immer nur vor dem Kopf.
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