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17.03.2007, 15:23 von dlinusProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Wohnung Zwangsvollstreckung Mieter
Hallo,
ich beabsichtige eine Wohnung zu ersteigern.
Da gibt es anscheinend ein "kleines Problem"
Die Wohnung ist bewohnt von der Schwiegermutter des bish.
Eigentümers.
Der Zwangsverwalter, die Gläubigerbank, der Makler wissen anscheinend nur dass es einen Mietvertrag geben soll.
Niemand kann mir aber etwas über den Inhalt sagen.
Mir ist zwar klar, dass ich mit dem "Erwerb" ein Sonderkündigungsrecht erhalte, was aber ist, wenn man nachher erfährt dass die gute Dame einen Mietvertrag über z. B. 15 Jahre hat, womöglich noch Mietfrei :-(
Irgendwo habe ich gelesen, dass spätestens zur Versteigerung der Mietvertrag vorliegen muß....Wer haftet wenn nicht ?!
Alle 11 Antworten
12.04.2007, 02:26 von prinzregent
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Zitat:
Hat keiner eine Idee, wie man an den Mietvertrag kommen könnte ?!


Im Fernsehen ist das einfach, zwei drei starke Männer in die Wohnung schicken, fertig.

Im richtigen Leben sieht das anders aus. Lass die Finger von dem billigen Objekt.
11.04.2007, 23:15 von dontpanic
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Hallo,

ersteigerst du für Eigenbedarf? Dann hast du ein Sonderkündigungsrecht. Kann sich u.U. etwas hinziehen. Es gibt da eine Menge Verzögerungstaktiken seitens des Alteigentümers und der Mieter. Also Reserve einplanen..! Ein Wohnrecht ist eine beschränkt persönliche Dienstbarkeit und würde im Grundbuch Abteilung II stehen. AUFPASSEN im ZV-Termin! Dort werden die Versteigerungsbedingungen verlesen, d.h. ob z.B. ein bestehendes Wohnrecht bestehen bleibt oder nicht.

Ersteigerst du nicht für den Eigenbedarf, dann musst du wohl in den sauren Apfel beissen. Kauf bricht nicht Miete..!

Was sagt das Verkehrswertgutachten. Genau lesen..! Speziell das Wertermittlungsverfahren anschauen (Begründung des GA!) Wenn Ertragswertverfahren, welche nachhaltig erzielbare Nettomiete wurde angesetzt?

Den Rechtspfleger interessiert es übrigens einen feuchten Kehricht ob ein MV vorliegt, oder nicht. Wenn bereits ein Jahr keine Miete gezahlt wurde hat der Zwangsverwalter gepennt.

Gruß,
dp
11.04.2007, 13:28 von Augenroll
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Zitat:
Nun gut.... nach Auskunft des Zwangsverwalters hat die Gute auch seit gut einem Jahr keine Miete gezahlt und wenn der MV vorliegt käme sogar eine fristlose Kündigung in Betracht.

Ich würde vorsichtig sein, das riecht nach einer Finte.
11.04.2007, 11:57 von dlinus
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Hm...es tut sich etwas.....
Der Zwangsverwalter hat einen Auskunftsbeschluß erwirkt.
Was es nicht alles gibt.
Auch hat die liebe Schwiegermutter sich beim Zwangsverwalter gemeldet- sie hat von all den Problemen nichts gewußt, hat angeblich alles ihre Tochter vertrödelt.
Nun gut.... nach Auskunft des Zwangsverwalters hat die Gute auch seit gut einem Jahr keine Miete gezahlt und wenn der MV vorliegt käme sogar eine fristlose Kündigung in Betracht.
Die Versteigerung ist Montag, da nehme ich mal meinen Anwalt mit, mal sehen- vielleicht wird´s ja doch ein Schnäppchen
26.03.2007, 10:00 von Augenroll
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@dlinus:

Unter diesen Umständen gehen Sie mit der Ersteigerung ein wirklich hohes Risiko ein, denn es können auch Verträge mit sehr hohen Ablösesummen existieren, die bei Auszug der Schwiegermutter fällig werden (z.B. für mieterseitige Einbauten, Limit nach oben offen!).

Nocheinmal: wenn es der Rechtspfleger nicht spätestens beim Termin aufklärt, ist vom Bieten dringend abzuraten.
23.03.2007, 17:13 von dlinus
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>Wenn Sie das vorher dem Gläubiger gegenüber andeuten, was denken >Sie, wie schnell Sie den MV in der Hand haben.

Tja- eben nicht.Die Bank wirft dem Zwangsverwalter Untätigkeit vor und ist ebenfalls ratlos, weil Mieter und Eigentümer wie gesagt "toter Mann" spielen und dies anscheinend erfolgreich.

Hat keiner eine Idee, wie man an den Mietvertrag kommen könnte ?!
20.03.2007, 01:03 von prinzregent
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Sonderkündigungsrecht ? Nein ! Mietverträge sind einzuhalten. Du kannst nur einen Eigentümer der Eigentumswohnung rauswerfen, einen Mieter nicht. Ausnahme, Klage auf Eigenbedarf, aber wenns die Schwiegermama ist, dann ist die vielleicht schon alt und kann sich wehren.

Kauf dir lieber ein leeres Objekt.
19.03.2007, 23:00 von dlinus
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Hm...das Problem ist nur,dass niemand wie gesagt an den MV herankommt. Weder der Zwangsverwalter, noch die Gläubigerbank, da der bisherige Eigentümer "toter Mann" spielt. Er reagierte bisher auf keine Schreiben. Daher meine Frage: Was könnte denn schlimmsten Falls auf mich zukommen. Nießbrauch müßte ja im Grundbuch eingetragen sein, was es nicht ist und mit dem Zuschlag erhielte ich ja ein Sonderkündigungsrecht.
Was könnte denn jemand sonst so vereinbart haben was einem mögl. Erwerber das Leben schwer machen könnte ?
19.03.2007, 10:27 von Augenroll
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Ich würde in die Versteigerung gehen und spätestens dort unmissverständlich sagen: Wenn Sie den MV vorlegen, biete ich mit, ansonsten nicht. Der Rechtspfleger lässt Zeit für einen solchen Einwurf.

Das ist legitim und es schreckt auch andere Mitbieter ab.

Wenn Sie das vorher dem Gläubiger gegenüber andeuten, was denken Sie, wie schnell Sie den MV in der Hand haben.
17.03.2007, 20:18 von CMAX_65
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Hallo,

ohne nähere Infos würde ich mir den "Schuh/die Wohnung ersteigern" nicht anziehen. Was nutzt eine billig erstandene Wohnung mit u.U. grossen Problemen - es sei denn, Sie haben viel Freizeit !
17.03.2007, 20:00 von Susanne
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Die Möglichkeit, dass sich ein Mieter bei einer Kündigung auf die Härtefallklausel bezieht, wenn er schon ein fortgeschrittenes Alter erreicht hat und die Wohnung über einen enorm langen Zeitraum schon bewohnt hat, besteht immer.

Ein Wohnrecht sollte ausgeschlossen werden!
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