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27.01.2005, 13:13 von jbjProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Wohnung vermieten?
Hallo !

Ich habe keine Ahnung und bin frustriert.
Ich habe gemeinsam mit meinem Onkel ein Eigenheim geerbt.
Er wohnt in diesem Haus.Die untere Wohnung ist frei.
Diese möchte ich vermieten.
Nun hat er sich gedacht,seine Tochter zieht dort ein und man teilt sich die Kosten für's Haus.
Er ist der Meinung es würde sich nicht lohnen Miete zu nehmen
(ca.400 Euro),da dies ja alles versteuert werden müsse,und sowieso nichts übrig bliebe.
Werden die Kosten für's Haus anders berechnet,wenn eine Wohnung vermietet ist?
Jetzt belaufen sich die Kosten für das Haus auf 1500 EURO im Jahr.
Wer kümmert sich um solche Sachen,der Steuerberater?

Danke,
jbj
Alle 5 Antworten
30.01.2005, 11:02 von prinzregent
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Volker und Rita haben es auf den Punkt gebracht, Dein "netter" Onkel will Dich "verschauklen".

Nimm auf jeden Fall einen Standartmietvertrag vom Haus und Grundbesitzerverein und trage dort die im Ort uebliche Nettomiete zzgl. der Betriebskostenvorauszahlung ein.

Insofern es eine dankbare ? Verwandte von Dir ist, kannst Du bei der Nettomiete unter den Mietspiegel gehen, ich weis nicht ob das 50 oder 60% des Mietspiegels war. Ruf beim Finanzamt an und frage nach einem Sachgearbeiter der sich mit Immobilien auskennt.Fragen stellen ist erlaubt und gratis.

Gratis vermieten, na, das Finanzamt wird dir was "husten"...

Steuerlich ist es sinnvoller ins Mietshaus zu investieren, z.B. neue Fenster, netter Aussenantrich oder ne umweltgerechte Heizung ... etc. Dazu gute Kredite Infos und Hilfen von www.kfw.de
28.01.2005, 14:14 von jbj
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Hallo !

@Rita: Danke für Deine ausführliche Antwort.
Das er mich über den Tisch ziehen will schnalle ich sehr wohl.
Die Sache ist viel komplizierter gelagert,aber das würde zu weit führen.
Mein verstorbener Onkel ist gerade mal seit 1 Woche unter der Erde und der andere macht die Welle.
Es ist noch nicht mal ein Erbschein da,aber er hat das alles schon geplant.
Das es so nicht funktionieren wird ist im klar,da er meiner Mutter gegenüber Bedenken geäussert hat :"Sie wird uns doch wohl keinen Strich durch die Rechnung machen wollen!?".

MfG
jbj
28.01.2005, 00:16 von Rita
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Geh' flugs mal zum Steuerberater, sonst zieht dich der Onkel weiter übern Tisch.
Der Steuerberater wird dir zwar letztendlich keinen rechtlichen Rat erteilen wollen bzw. dürfen (-> dafür = Rechtsanwalt), aber für eine grundlegende Aufklärung sollte es reichen.

Es kann doch nicht sein, dass du nur deinen Anteil, der auf's geerbte Häuschen anfallenden Kosten trägst ... dein Onkel/seine Tochter aber den vollen Nutzen haben.

Einiges von den derzeit anfallenden Kosten sind sicher umlagefähige Betriebskosten, die üblicherweise auf den Mieter/Nutzer übertragen werden.

Daneben hat der Nutzer noch den Nutzen bzw. spart sich eben die ansonsten anfallende Miete, wenn er irgendwo anders wohnen würde.

Wenn dein Onkel & Du jeweils einen hältigen Anteil geerbt haben, könnte man es praktisch so regeln, dass dein Onkel mietfrei wohnt dafür aber die auf ihn entfallenden laufenden Kosten trägt.
Die Tochter müsste an dich eine ortsüblichen Mietpreis zahlen & die Betriebskosten gem. Betriebkostenverordung (was darunter fällt, findest du hier unter www.vermieternetz.de).

Theoretisch ist die Sache zwar viel komplizierter, daber das sollte dir dein Steuerberater erklären.

Auch wenn du auf - sagen wir einfach mal 80m2 á 5 Euro = 400 Eur p.Monat = 4.800 Euro pro Jahr, die du als Netto-Kalt-Miete erhältst , 30% Steuern zahlst, dann bleiben dir unterm Strich noch immer 3.360 Euro p.J. - JEDES JAHR !!!.
D.h. selbst wenn du dieses Jahr eine ausführlichste steuerliche und rechtsanwaltliche Beratung zahlen müsstest, würdest du die nächsten Jahre jeweils ordentlich davon in Urlaub fahren können ...

Dazu kannst du bei Vermietung noch die Abschreibungen steuerlich geltend machen ... (ebenfalls Steuerberater-Sache dir das eingehend zu erklären).

Sorry - aber ich habe den Eindruck, dein Onkel will dich vergackeiern ... und du schnallst es nicht.
27.01.2005, 20:07 von volker
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Hallo jbj,

steuerlich bilden Ihr Onkel und Sie eine Grundstücksgemeinschaft. Dazu erhalten Sie eine gesonderte Steuernummer, unter der die Einnahmen und Ausgaben zum gesamten Grundstück zu erfassen sind.

Die Werte werden dann nach den Eigentumsanteilen lt. Grundbuch aufgeteilt.

Solange Sie nicht dort wohnen, sind die Mieten, auch wenn ihr Onkel keine Miete zahlt, für Sie Mieteinkünfte und zu versteuern.

Solange die Miete 56 % der ortsüblichen Mieten beträgt, sind die Ausgaben abzugsfähig. Wenn das Finanzamt jedoch keine Gewinnerzielungsabsicht unterstellt, wird es auch keinen Kostenabzug anerkennen.

Wie Marcus schon postete, ist hinsichtlich der besten Gestaltung ein Steuerberater notwendig, da es anderen Personen untersagt ist, steuerliche Beratung durchzuführen.

Deshalb alles von mir ohne Obligo, d.h. es ist keine steuerliche Beratung.

mfg
Volker
27.01.2005, 14:37 von Marcus
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...genau, der Steuerberater.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
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