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30.01.2008, 19:10 von CaraProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Wohnraumüberlassung an die Tochter
Hallo zusammen,
vielleicht wurde das Thema schon mal irgendwann hier im Forum besprochen, aber in Beiträgen über drei Monate hab ich nix gefunden. Deshalb bin ich mal so frei und frag euch mal nach eurer Meinung.
Mein Mann und ich werden im Frühjahr nach fast 4 Jahren freundschaftlicher WG unser Haus verlassen Wir können zur Zeit aus verschiedenen Gründen nicht verkaufen und sind deshalb zu der Lösung gekommen, dass unsere Tochter und ihr Mann hier einziehen. Sie werden uns lediglich die Kosten erstatten, die wir für das Haus aufbringen müssen. Also die regulären Nebenkosten und die Abtragungen.

Nun meine Fragen: müssten wir reguläre Miete nach dem örtlichen Mietspiegel nehmen? Müssen wir Steuern zahlen, auch wenn wir keine reguläre Miete nehmen? Wie sieht das mit einem Mietvertrag aus, ist er Pflicht oder nötig? Gibt es etwas wichtiges zu beachten, was ich noch nicht erwähnt habe?

Muss dazu sagen, dass wir ein sehr gutes Vertrauensverhältnis miteinander haben, wir wollen halt nur auf beiden Seiten so wenig Nachteile wie möglich haben.

Danach werde ich also Mieterin UND Hauseigentümerin sein schon witzig. Ich hab nämlich schon eine tolle Wohnung gefunden. Dass ich Eigentümerin bin, schien auch bei der Suche ein Plus für mich zu sein, denn als jahrelange Eigentümerin hab ich sicher mehr Verständnis dafür, Wohnraum pfleglich zu behandeln.

Liebe Grüße,
cara
Alle 25 Antworten
12.02.2008, 22:28 von Cara
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Puh, ein Glück, doch noch jemand, der was positives schreibt und nicht gleich wieder den Teufel an die Wand malt danke, cavalier, ich denke, das Geben und Nehmen ist's, was unsere Familie zusammen hält, perfekt ist niemand bei uns und Probleme gibt's bei auch. Wir halten eben zusammen
Liebe Grüße,
cara
10.02.2008, 10:47 von cavalier
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Zitat:
klar, auch ich kann nicht in die Zukunft schauen

Prognosen sind schwierig. Erst recht wenn es um die Zukunft geht.

Zitat:
Ich kann das Verhältnis zu meinen Kindern schwer beschreiben, ist was besonderes

Ist doch toll. So ein Verhältnis entsteht auch aus Geben und Nehmen. Bei uns es auch so und wir haben kein Problem damit gehabt auf unseren Sohn einen Teil der Immobilien zu überschreiben.

Wenn du jetzt für deine Tochter etwas machst, freut sie sich und du kannst dich mit freuen.
Handel so wie du beschrieben.
10.02.2008, 09:54 von Cara
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@Mortinghale: so, jetzt hab ich's verstanden vielen Dank für die vereinfachte Erklärung Ich denke mal, dass die steuerlichen Vorteile die Nachteile nicht ausgleichen und deshalb werden wir es wohl (mit unserem heutigen Wissenstand dabei belassen, wie geplant, also ohne Vertrag und Miete.

@cora: klar, auch ich kann nicht in die Zukunft schauen und im 'normalen' Leben außerhalb meiner Familie gehe ich auch mit einem gesunden Misstrauen ans Werk, bin schon lange nicht mehr so naiv, jedem alles zu glauben. Ich kann das Verhältnis zu meinen Kindern schwer beschreiben, ist was besonderes, wir sind schon gemeinsam duch viele Tiefen gegangen. Ich kenn auch andere Familien, laufe nicht mit Scheuklappen durch die Welt
09.02.2008, 23:47 von Cora
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Zitat:
Zerwürfnisse wird es nicht geben, diese Einstellung mag euch eigenartig erscheinen, aber es ist so


aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich sagen: es gibt nichts, was es nicht gibt und wenn mir einer gesagt hätte: du machst mal dieses oder jenes, hätte ich lauthals gelacht und beide Hände ins Feuer gelegt - die ich mir dann ganz böse verbrannt hätte.

Ich wünsche euch von Herzen, dass du mit deiner Meinung Recht behälst
09.02.2008, 19:34 von Mortinghale
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Liebe Cara,

ist doch ganz einfach:

Variante 1: Ihr überlaßt das Haus kostenlos (keine Miete).
Dann wird es einkommensteuerlich überhaupt nicht erfaßt.

Variante 2: Ihr vermietet das Haus zu ortsüblichem Preis.
Dann läuft alles wie immer. Einnahmen werden erklärt, Werbungskosten werden abgesetzt.

Variante 3: Ihr vermietet das Haus "zu billig".
Dann werden die tatsächlich erzielten (niedrigen) Einnahmen erfaßt, aber Werbungskosten werden um den Prozentsatz gekürzt, den die Miete "zu billig" ist.

09.02.2008, 19:16 von Cara
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Hauskredite sind nicht mehr hoch, nach 21 Jahren sind das nur noch Peanuts, Schenkung kommt nicht in Frage, weil noch 2 Söhne existieren, die später dann ausgezahlt werden müssten. Außerdem wollen sich meine Tochter und ihr Mann nicht festlegen mit Eigentum.
Zerwürfnisse wird es nicht geben, diese Einstellung mag euch eigenartig erscheinen, aber es ist so
Was die Steuer betrifft, Taxpert, so hab ich deine Ausführungen leider nicht verstanden sorry, aber ich werd mich noch mal schlau machen, vielleicht kommt die Erleuchtung noch
Liebe Grüße,
cara
01.02.2008, 17:42 von taxpert
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Aus der Erfahtrung von vielen Prüfungen kann ich nur allen Usern recht geben, die darauf hinweisen, dass es auch zwischen nahen Angehörigen zu Zerwürfnissen kommen kann!

Daher, am besten schriftlichen Mietvertrag, das FA ist dabei eher zweitrangig!

Zum Thema FA: bei Verträgen zwischen nahen Angehörigen wird ein Fremdvergleich durchgeführt. Eventuell anfallende Verluste werden ggf. steuerlich nicht anerkannt! Vorsicht bei niedriger Miete! Werbungskosten werden ggf. nur anteilig anerkannt, dadurch kann es zu einem steuerlichen Überschuß kommen, der Steuer auslöst!

Zum Thema Schenkung: Eine reine Schenkung hat den Nachteil, dass das Vermögen aus der Hand gegeben wird. D. h. es werden keinerlei Einkünfte erzielt, die man im Alter vielleicht doch braucht! Besser ist eine Übergabe im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge gegen Zahlung einer dauernden Last. Diese sichert den Übergeber ein gewisses Einkommen. Je nach Einkommenslage kann die dauernde Last als Sonderausgaben beim Zahlenden die Steuern mindern, dann muß der Übergebende allerdings die dauernde Last als sonstiges Einkommen versteuern! Ist ein RTechenspiel ob es sich lohnt! Auf jeden Fall vorher mit Steuerberater reden!

taxpert
01.02.2008, 09:32 von Lise
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Habt Ihr euch schonmal Gedanken um eine Schenkung gemacht?

Wenn noch Kredite auf das Haus laufen, ist der Wert auch nicht so hoch.

Kommt allerdings auch darauf an, ob Ihr nur die Tochter oder noch andere Kinder habt.

Viele Grüße

Lise
31.01.2008, 18:11 von Mortinghale
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Liebe Cara,

noch ein weiterer Gesichtspunkt:

Wenn Eure Hauskredite verlängert werden müssen, macht es sich bei der Bank auch besser, wenn man Mieteinnahmen vorweisen kann.

31.01.2008, 17:59 von Cara
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Wow super, wie viele Antworten ich bekommen habe, möchte mich ganz herzlich bei euch bedanken! Werd mir alles noch mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen. Ihr seid echt klasse hier
cara
31.01.2008, 15:02 von johanni
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Zitat:
Auch wenn man das beste Verhältnis hat, man kann nie so "doof" denken, wie sich die Beziehung mal ändern kann.


Da kann auch ich nur Cora zustimmen!

Leider werden die Menschen nur aus Schaden klug.

In der Regel ist es doch so, dass Eltern nur das Beste für ihre Kinder wollen und andersrum auch so. Andere Gedanken werden nicht zugelassen. Aber Menschen ändern sich auch!

Z. B. durch Krankheit, das Gedächtnis läßt nach, an Absprachen wird sichnicht mehr erinnert etc.

Ich habe so manche Fälle, wo wirklich an einer fachkundigen Beratung gespart wurde und dann ist das Geschrei groß, wenns ans bezahlen geht!

Überwiegend kann ich feststellen, dass Auslöser dann die Partner/innen der Kinder sind.

Um solchen Dingen aus dem Weg zu gehen, ist die rechtzeitige "Bestellung seiner Angelegenheiten" gerade in der heutgen zeit ein unbedingtes " Muß".

Johanni
31.01.2008, 14:26 von Cora
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Da kann ich johanni nur zustimmen.

Auch wenn man das beste Verhältnis hat, man kann nie so "doof" denken, wie sich die Beziehung mal ändern kann.

Der Teufel ist ein Eichhörnchen
31.01.2008, 14:21 von johanni
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Hallo Cara,

Zitat:
dass unsere Tochter und ihr Mann hier einziehen. Sie werden uns lediglich die Kosten erstatten, die wir für das Haus aufbringen müssen. Also die regulären Nebenkosten und die Abtragungen.


Ich möchte Dich nicht verunsichern und wünsche Euch wirklich, dass alles so läuft, wie Ihr es Euch wünscht.

Aber die Wirklichkeit, insbesondere wenn Vermögen und hier die Immobilie im Mittelpunkt steht, würde ich Euch ganz dringend raten, sucht einen Fachanwalt für Erbrecht auf, bevor ihr irgendwelche Verträge oder Zusagen macht!

Denkt " übern Trellerrand", was passiert, wenn es z. B. zur Scheidung kommt? Der Mann wohnt weiterhin im Haus, zahlt nicht etc?

Alles was mit Vermögen zu tun hat, sollte immer von allen Seiten betrachtet werden. Deshalb zum Profi und dessen Rat kann in der Zukunft " goldwert" und die Nerven sehr beruhigen

Johanni
31.01.2008, 11:16 von Jobo
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@ Cara
Zitat:
Gibt es etwas wichtiges zu beachten, was ich noch nicht erwähnt habe?
Muss dazu sagen, dass wir ein sehr gutes Vertrauensverhältnis miteinander haben, wir wollen halt nur auf beiden Seiten so wenig Nachteile wie möglich haben.



Auch wenn das Verhältnis super ist, solltet ihr vorher klären wer die Instandhaltung und eventuelle Modernisierungen (gesetzliche) übernimmt !
Da können schnell mal eine menge Kosten zusammen kommen !
(Heizung, Fenster, Dämmung usw.)

Jobo

31.01.2008, 08:59 von Mortinghale
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Zitat:
Tut mir Leid, das ist absoluter Unfug.


Na ja, mittlerweile. Früher war das tatsächlich so.

Ist aber schon etliche Jahre her.

31.01.2008, 08:46 von cavalier
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Zitat:
Leider setzt das FA auch bei Kindern eine fiktive Miete an.
Also selbst wenn die keinen Cent bezahlen, und auch kein Mietvetrag besteht.
Sobald man Wohnraum hat will der Staat seinen Anteil an den Einnahmen, wenn man keine generiert obwohl der Wohnraum genutzt wird, ist man mit einer Schätzung durch das FA dran.

Tut mir Leid, das ist absoluter Unfug.
31.01.2008, 08:39 von Bernd
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Leider setzt das FA auch bei Kindern eine fiktive Miete an.
Also selbst wenn die keinen Cent bezahlen, und auch kein Mietvetrag besteht.
Sobald man Wohnraum hat will der Staat seinen Anteil an den Einnahmen, wenn man keine generiert obwohl der Wohnraum genutzt wird, ist man mit einer Schätzung durch das FA dran.
Man kann dann noch für Verwandte 1.Grades einen Abzug in Anspruch nehmen, aber das war es dann auch schon.

31.01.2008, 08:00 von villaporta
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Hallo Cara,

mE ist es so, dass man bei Wohnraumüberlassung an Verwandte 1. Grades auch aus Sicht des FA keine Miete nehmen muss. Es kann ausreichend sein, dass z. B. vereinbart wird, Tochter wohnt mietfrei und kümmert sich dafür ums Haus.

Ich hatte mal eine Wohnung mietfrei an meinen Bruder überlassen, da hat das FA nichts gesagt.

Ich würde das aber direkt beim zuständigen FA nachfragen (hypothetische Möglichkeiten durchspielen). Damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht, so kannst Du am leichtesten herausfinden, was geht und was nicht. Ist tw auch Ermessenssache.

Viel Glück,

Villaporta
30.01.2008, 22:58 von Cora
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Hallo

da bin ich mir nicht so 100%-ig sicher ob das so ist, frag doch mal im Forum Steuern & Vermögen nach, da sitzen Experten, die sich evtl. besser auskennen.

Und ...alles ein Rechenexempel, schließlich könntest du bei Vermietung auch Afa geltend machen.
30.01.2008, 21:51 von Cara
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Erst einmal herzlichen Dank für eure Antworten Ich denke, genau die letzte Antwort - von Lilibeth - ist das, was ich hören/lesen wollte
Unsere Belastung ist inzwischen nach 21 Jahren nur noch relativ gering und wir können die eh nicht mehr absetzen.
Das heisst, es ist am besten, unserer Tochter das Haus mietfrei zu überlassen, was rechtens ist, weil sie unsere Tochter ist, nicht wahr?
30.01.2008, 20:47 von Lilibeth
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nur wenn ihr die Hypotheken steuerlich geltend machen wollt, ist es wichtig auch die Mieten anzugeben,

sind die Hypotheken nicht so hoch, würde ich das Finanzamt raushalten und der Tochter keine Miete zahlen lassen

Kinder müssen keine Miete zahlen . Du verstehst ???

Bei Fremdeinkünfte sieht das anders aus.

Ist alles eine Mathesache !!!!
30.01.2008, 19:46 von Cora
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Hallo

wie Morti schon schrieb, einen gewissen Prozentsatz darf man nicht unterschreiten, dann setzt das Finanzamt die Summe fest.

Rechnet es doch einfach durch: Mieteinnahme - Zinsen, Afa Haus, ggf. Reparaturen etc. was bleibt übrig als Plus oder Minus.

Angeben müsst ihr schon alles.
30.01.2008, 19:34 von Mortinghale
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Liebe Cara,

sobald die Tochter überhaupt Miete bezahlt, braucht Ihr einen schriftlichen Mietvertrag (schon für das Finanzamt wg. Verträgen zwischen nahen Angehörigen).

Mietzahlungen per Überweisung, nicht bar (ebenfalls wg. Finanzamt).

Ihr braucht nicht die Miete lt. Mietspiegel zu nehmen, aber sobald Ihr unter ca. 70 % (exakte Höhe weiß ich im Moment nicht) sinkt, können die Kosten bei der Steuererklärung nur anteilig abgezogen werden.
Ob Ihr Steuern zahlen müßt, kommt darauf an, was zum Schluß dabei herauskommt.

30.01.2008, 19:30 von Cara
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Ja, ich meinte die Kredite für's Haus. Aber wenn wir einen Mietvertrag machen, kann uns das Finanzamt dann nicht auf den örtlichen Mietspiegel festnageln?
Das was schief läuft...nee, das glaub ich nicht. Unsere Familienverhältnisse sind da anders
30.01.2008, 19:14 von Cora
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Hallo

was heißt "Abtragungen"? Ist damit Abtrag bzw. Hypothekenzahlung o.ä. gemeint?

Mietvertrag würde ich immer machen, brauchst du auch, wenn das Finanzamt diesen sehen will, außerdem - Verhältnisse können noch so gut sein - irgendwann kann was schief gehen, was man ja keinem wünscht.

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
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