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11.05.2007, 18:37 von mietnomadenstoppProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Wie kann man ordentlicher Mieterin helfen?
Liebe Vermietergemeinde,

ich schildere Euch hier mal ein Problem und vielleicht hat der eine oder andere User eine Idee, oder auch Erfahrungswerte die ich brauche um eine gute Mieterin zu behalten.

Eine junge Frau (25 Jahre) hat meine Dachgeschoßwohnung gemietet. Sie hat eine Lehrstelle als Bürokauffrau und bekommt 197,00 Euro Ausbildungsgeld (ohne Witz). Nun hat sie Berufsausbildungsbeihilfe beim Arbeitsamt beantragt. Sie bekommt nun einschließlich Lehrlingsgeld 553 Euro zuzüglich Kindergeld 154,00 Euro. Das A-Amt sagte eine Kostenabdeckung der Miete zu.
Die Kaltmiete beträgt 190,00 Euro zuzüglich 40,00 NK, zuzüglich z.Zt. 75,00 Strom und Nachtspeicher.
Aufgrund der Aussage des A-Amtes bezüglich der Kostenabdeckung hat Sie die Wohnung gemietet. Nun sagt das Amt aber, dass ihre Eltern 130,00 Euro zuschießen müssen, da diese Arbeit haben. Die Eltern weigern sich aber!
Ich möchte die Mieterin gerne behalten, weil Sie sehr ordentlich und sauber ist!
Das Amt sagt, würde sie Hartz4 bekommen, wäre alles kein Problem. Aber die Frau hat nun mal eine Lehrstelle!
Ich habe den Eindruck, dass die bestraft werden, die arbeiten !

Wer hat solch einen oder ähnlichen Fall schon gehabt und kann mir sagen wie man hier bei dem A-Amt das mal regeln kann????

Thänxx.
Alle 10 Antworten
14.05.2007, 10:12 von Augenroll
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Vielleicht kann Ihre Mieterin doch ergänzend Hartz IV beantragen, sozusagen als Auffüllung. Sie müsste jedenfalls solange unterstützt werden, bis der Prozess gegen die Eltern gelaufen ist. Die Wohnkosten scheinen jedenfalls angemessen zu sein.

Vielleicht kann sie auch Elternunabhängiges Bafög bekommen?

Zitat:
Welches Kind klagt schon gegen seine Eltern ?

Wenn die Eltern es finanziell leisten können, kein grober Undank vorliegt und das Kind Geld für eine vernünftige Erstausbildung erhalten möchte, und trotzdem von den Eltern nicht unterstützt wird, genau dann braucht man nun wirklich kein schlechtes Gewissen haben und kann beruhigt klagen!
12.05.2007, 18:13 von prinzregent
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Zitat:
Sie hat eine Lehrstelle als Bürokauffrau und bekommt 197,00 Euro Ausbildungsgeld (ohne Witz). Nun hat sie Berufsausbildungsbeihilfe beim Arbeitsamt beantragt. Sie bekommt nun einschließlich Lehrlingsgeld 553 Euro zuzüglich Kindergeld 154,00 Euro. Die Kaltmiete beträgt 190,00 Euro zuzüglich 40,00 NK, zuzüglich z.Zt. 75,00 Strom und Nachtspeicher.

Einkommen 707 €
Miete 305 €
Rest 402 €

Sie kann einen Zuschuss zu den Unterkunftskosten nach § 22 Abs. 7 SGB II (das ist kein ALG II !!!) bekommen. Dabei wird auch das Einkommen der Eltern berücksichtigt, welches beim BAB angerechnet wurde. Die Arge darf aber nicht darüber hinaus auf die Eltern zurückgreifen.

Nun sagt das Amt aber, dass ihre Eltern 130,00 Euro zuschießen müssen, da diese Arbeit haben. Die Eltern weigern sich aber!

Grundsätzlich ist BAB abhängig vom Einkommen der Eltern. Eltern sind in der Erstausbildung unterhaltspflichtig, auch wenn das Kind dann schon 25 ist. Da sie BAB bekommt, handelt es sich um eine Erstausbildung. Kindergeld kann auf die Unterhaltszahlungen angerechnet werden.

Aber 130 € (mit Kindergeld 284 €) Unterhalt der Eltern halte ich für zu hoch. Der BAB-Bedarf beträgt 310 € + 197 € Miete + Fahrtkosten zur Arbeit und eine Familienheimfahrt im Monat. Das durchschnittliche Einkommen der nächsten 18 Monate wird angerechnet (Freibetrag 52 €). Du schreibst sie bekommt 356 € BAB, dass ist schon recht viel. Einkommen der Eltern kann hier nicht großartig eine Rolle gespielt haben und schon gar nicht in dem Ausmaß, den die Arge fordert. Aber ohne die Bescheide zu sehen, kann man nicht wirklich was sagen. Am besten wendet sie sich mal an einer Beratungsstelle.

Wenn die Eltern zum Unterhalt verpflichtet sind, wird die junge Frau das halt ggf. auf dem Rechtsweg durchsetzen müssen. Als Azubi mit eigener Wohnung bekommt sie nun mal kein ALG2


... Eltern (meist die vermögenden) drücken sich gern vor "dem zahlen". Die junge Dame wird wohl oder übel gegen ihre Eltern klagen müssen. Die Eltern aber werden ihre Tochter psychologisch so unter Druck setzen, dass Töchterlein auf die Klage verzichtet. Welches Kind klagt schon gegen seine Eltern ?
12.05.2007, 15:32 von Cora
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Hallo

gibt doch auch Wohngeld, das man beantragen an, fällt mir gerade ein. Ein fällt mir aber auch, dass junge Leute unter 25 mit einer eigenen Wohnung keinen Zuschuss mehr bekommen. Weiß aber jetzt nicht, ob das nur für H IV gilt.

Gruß
12.05.2007, 14:14 von mietnomadenstopp
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Hallo, liebe User,

zunächst vielen Dank für die Antworten und dafür, dass Ihr Euch Gedanken darüber gemacht habt.
Also die Eltern verdienen wohl Geld, haben uch einen guten Draht zu Ihrer Tochter, wollen aber nichts dazubeisteuern.

Leider hat meine Mieterin es nicht schriftlich, dass das Amt die Kostendeckung übernimmt ! :-(

Werter prinzregent, vielen Dank dafür, dass Du mein Anliegen in ein anderes Forum geschoben hast. Bin sehr gespannt....

Anstatt froh zu sein, dass ein junger Mensch eine Ausbildungsstelle hat und dies unterstützt, macht man ihm klar, dass er als ALGII-Empfänger besser dastehen würde.
Armes Deutschland!
12.05.2007, 09:39 von prinzregent
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Zitat:
Ich möchte die Mieterin gerne behalten, weil Sie sehr ordentlich und sauber ist!


Unser System ist so ausgelegt, dass die die arbeiten gehen bestraft werden. Als Vermieter kannst du nur die 130 Euro bezahlen ( nachlassen ) Und als Dank Probleme mit dem Finanzamt bekommen, neben dem Geruch du als Vermieter würdest deine Mieterin sexuell nötigen ...

Zitat:
Ich habe den Eindruck, dass die bestraft werden, die arbeiten !


Das ist auch mein Eindruck.

Wie kann ich dir helfen ?

1. Ich empfehle dir den Kauf dieses Buches:

Leitfaden AlgII / Sozialhilfe

zu bestellen bei agtuwas@web.de ... der Preis ist 8 Euro.

2. ich hab deine Frage in ein anderes Forum geschoben

www.tacheles-sozialhilfe.de da im Forum nachschauen und such unter dem Namen nomadenstopp. titel: wird diese junge Frau bestraft nur weil sie arbeiten geht ???

Zuletzt habe ich die gleichen Probleme. Ich lehne diese Leute als Mieter ab, weil die unterhalb der Pfändungsgrenze liegen. Danke Herr Gesetzgeber. Ich lass meine kleine Wohnung leer stehen.
11.05.2007, 21:06 von Sommer
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Naja, die Tochter muß dann wohl gegen ihre eigenen Eltern vorgehen...die Eltern haben die Pflicht, sie bis inkl. der ersten Ausbildung und auch in Notsituationen zu helfen. Aber das müssen die intern klären, da kann man als Vermieter kaum vernünftig ran...

S.
11.05.2007, 20:53 von Fixfeier
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Hallo,

ich kenn mich damit nicht aus. Ich mag also mit meiner Beurteilung falsch liegen.

Ich meine, unser soziales Netz schließt wegen eines Arbeitslohnes A, der gewisse Richtsätze unterschreitet, den Bezug der Leistung B, C, D ... nicht unbedingt aus. Gibt es denn keine Sozialbehörde der Gemeinde die hier weiterhilft?

Wenn eine "geschiedene A" keinen Unterhalt von "Exmann B" bekommt, hilft doch auch der Staat und fordert dann bei B die fehlenden Zahlungen ein. Warum sollte das bzgl. Zahlungspflicht sich weigernder Eltern anders sein?

Nur, ich fürchte hier, dass die Mieterin ihren Eltern nicht zur (zwangs-)Last fallen möchte. Dann sehe ich allerdings schwarz.

Gruß
11.05.2007, 19:15 von Hansjuergen
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Es liegt schon Jahre zurück; meine Stieftochter hatte seinerzeit auch Berufsausbildungsbeihilfe beantragt. Der Mutter und dem Erzeuger wurden Vordrucke zugeschickt um die Einkommenssituation zu prüfen. Beide mussten aber nicht zahlen.

Fazit: Es kommt auf das Einkommen der Eltern an.

Gruß Hans-Jürgen
11.05.2007, 18:54 von Cora
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Hallo

hat sie denn die Zusage zur Kostendeckung schriftlich bekommen?

Kann ja nicht sein, heute hüh und morgen hott.

Ist schon seltsam, was hier bei uns alles abläuft.

Gruß
11.05.2007, 18:42 von Jobo
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also wenn die Eltern zahlen müssen und das nicht tun, sollten die mal vom Amt einbestellt werden und einer Rechtsbelehrung unterzogen werden.
Ich kenne den Fall wo ein Vater seiner Tochter mal mehr, mal weniger während des Studiums überwiesen hatte. Als er vom Amt (weiß leider nicht mehr welches) aufgeklärt wurde, mit persönlichem Vorsprechen ! Kam die Zahlung regelmäßig.
Jobo
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