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07.12.2006, 14:10 von Petra_WProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Wie gute Wohnungsverwaltung finden?

Guten Tag,

ich habe vor einigen Tagen dieses Forum entdeckt und gleich Fragen zu „professionellen“ Hausverwaltern.
Bis jetzt wurde die Verwaltung von 5 ETW von (nacheinander) dreien der Eigentümer ge-macht. Der jetzige Verwalter will bzw. kann es aus verschiedenen Gründen nicht mehr, deshalb wurde beschlossen, einen Profi zu suchen.

Wie finden wir den?
Ich habe in unseren Gelben Seiten vier gefunden; eine GmbH und drei, die nur mit Namen eingetragen sind.
Wie erkennen wir, dass das ein wirklicher Profi ist, welche Fragen muss man ihm stellen, welche Unterlagen zeigen lassen?
Sollen wir uns ein „Angebot“ machen lassen?
In welcher Preislage, ungefähr, sollte eine externe HV liegen? (Kleinstadt, falls das etwas zur Sache tut)

Für weitere Informationen, an die wir noch nicht gedacht haben, wäre ich dankbar.

Weiterhin:
Hier - oder im Nachbarforum, ich konnte es heute nicht wieder finden, gibt es einen Beitrag über die erforderliche unterschiedliche Höhe der Reparaturrücklagen für unterschiedliche Wohnungsgrößen. Wie in dem genannten Beitrag war es auch bei uns bisher so, dass jeder den gleichen Beitrag an Rücklagen gezahlt hat - was ja wohl nicht richtig ist.
Wonach wird denn die Höhe der Rep.Rücklagen noch berechnet, außer nach der Wohnungsgröße?

Danke für Eure Hilfe,
Petra

Alle 12 Antworten
Kasperkopf: Wie schon gesagt, ich habe erst mal in den Gelben Seiten in unserem Umkreis nachgesehen; wir hätten nichts gegen einen Verwalter, der weiter entfernt ist. Ich wollte nur erst mal wissen, wie ich vorgehen soll bzw. nach welchen Kriterien ein externer HV ausgesucht wird.

nebelhörnchen: vielen Dank, werde ich ausprobieren.
Hallo Petra,

bezieht sich Dein Freundes- und Bekanntenkreis nur auf die nähere Umgebung? Ich verwalte auch Objekte, zu denen ich dreißig Autominuten Fahrtzeit habe. Nicht die direkte Nähe qualifiziert einen guten Verwalter.

Gruss Kasperkopf
07.12.2006, 15:56 von Petra_W
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Meine Antwort ist irgendwo im Orkus verschollen - nochmal:

Kasperkopf, da habe ich mich vermutlich missverständlich ausgedrückt: in der Umgebung sind noch 2 Häuser mit ETW, aber auch da sind Eigentümer selbst am werkeln. Ansonsten nur EFH.
07.12.2006, 15:45 von MarieP
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Hallo

Richtig.

Um eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwalter und WEGem. zu erreichen, kann die Eigentümerversammlung einen Verwaltungsbeirat bestellen /wählen, der den Verwalter während des Jahres bei der Durchführung seiner Aufgaben unterstützt
07.12.2006, 15:38 von Petra_W
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Gelesen.

Daraus habe ich aber weitere Fragen:
1.
"§ 29. Verwaltungsbeirat(1) 1 Die Wohnungseigentümer können durch Stimmenmehrheit die Bestellung eines Verwaltungsbeirats beschließen. 2 Der Verwaltungsbei-rat besteht aus einem Wohnungseigentümer als Vorsitzenden und zwei wei-teren Wohnungseigentümern als Beisitzern."

Lese ich richtig, dass das eine Kann-Bestimmung ist?
Sonst hätten wir nur die drei bisherigen "Hobby"-Hausverwalter als Beiräte verfügbar

Leider kann jeder Verwalter werden, auch ohne Berufsausbildung, Berufserfahrung oder Qualifikationsnachweis. ... Es besteht hier also kein gesetzlicher Schutz für zum Teil sehr große Vermögenswerte. Die Gemeinschaften sind auf sich selbst gestellt und haben kaum Möglichkeiten zur Feststellung inwieweit ein Verwalter qualifiziert und seriös arbeitet.
Genau das ist unser Problem

07.12.2006, 15:28 von Kasperkopf
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Hallo Petra,

in welcher Ecke Deutschlands suchst Du denn? Vielleicht kann Dir jemand aus dem Forum eine gute Empfehlung geben. Oder Du frägst im Freundeskreis, es wird ja nicht jeder im Einfamilienhaus wohnen.

Das mit der Zufuhr zur Rücklage nach Einheiten betrifft eine WEG, die ich verwalte. Demnächst trifft sich die WEG deswegen vor Gericht wieder. Daran sieht man, wie wichtig es ist, einen Verwalter zu finden, der das nur nicht hobbymäßig betreibt. Natürlich ist niemand perfekt, jeder macht Fehler. Aber das WEG ist sehr komplex, der Verwalter sollte sich daher schon einigermaßen auskennen.

Daher den Bewerbern schon ein paar Fragen stellen, die auch sein Wissen im WEG-Bereich testen. Lasse Dir unbedingt auch eine Musterabrechnung sowie die Protokolle zeigen. Und nur einen Verwalter nehmen, der auch selbst über eine Vermögenschadenhaftplfichtversicherung verfügt (am besten einen Nachweis über die Versicherung zeigen lassen).

Gruss Kasperkopf

Gruss
07.12.2006, 15:20 von MarieP
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Hallo Petra

Holt euch erstmal Angebote von mehreren HV.
Danach führt einen Gesprächsabend mit persönlicher Vorstellung der Bewerber vor. Erst dann solltet ihr bestellen.

Zitat:
Wonach wird denn die Höhe der Rep.Rücklagen noch berechnet, außer nach der Wohnungsgröße?




Die WEer beschließen mit Stimmenmehrheit, in welcher Höhe eine Instandhaltungsrückstellung gebildet wird, wenn dies nicht bereits in der Gemeinschaftsordnung geregelt ist. Dieser Beschluss muss ordnungsgemäßer Verwaltung entsprechen s. § 21 Abs. 3 WEG, andernfalls können die WEer beim Gericht seine Ungültigerklärung beantragen hierzu §§ 23 Abs. 4, 43 Abs. 1 Nr. 4 WEG. Die Instandhaltungsrückstellung darf daher weder zu hoch noch zu niedrig bemessen sein.
Welche Höhe angemessen ist, lässt sich nicht einheitlich festlegen, sondern ist nach den besonderen Umständen des Einzelfalles zu bestimmen.
Entscheidend ist die Größe und Beschaffenheit der Wohnanlage, insbesondere das Alter und der baulicher Zustand. Von Bedeutung ist auch, ob aufwendige Einrichtungen wie Aufzüge, Tiefgaragen oder Betonbauteile vorhanden sind. Neben der Gesamthöhe der Rückstellung muss auch geregelt werden, wie sie gebildet werden soll.

Wie die Rücklage in der Jahresabrechnung/Einzelabrechnung umzulegen ist bestimmt die Teilungserklärung. Ist hier nichts vereinbart gelten die Vorschriften des WEG.

§16 Abs. 2

Es ist selbstverständlich, dass die WEer Nutzungen, Lasten und Kosten gemeinsam zu tragen haben. Häufige Streitursache ist die Bemessungsgrundlage für eine möglichst "gerechte bzw. verbrauchsabhängige" Verteilung dieser Kosten. Die in der Teilungserklärung aufgeführten und gleichzeitig im Grundbuch zu jedem Sondereigentum eingetragenen Miteigentumsanteile sind somit nicht nur eine Bruchteilsgröße am gemeinschaftlichen Eigentum, sondern gleichzeitig - sofern keine besondere Vereinbarung in der Gemeinschaftsordnung besteht - eine Bemessungsgrundlage für die Kostenverteilung zwischen den Eigentümern. Da jeder Eigentümer die gemeinschaftlichen Anlagen und Einrichtungen soweit nicht Rechte Dritter berührt werden nach § 13 Abs. 2 WEG nutzen darf, hat er auch mit Ausnahmen nach § 16 III uneingeschränkt die anteiligen Kosten dafür zu tragen.

07.12.2006, 15:13 von Petra_W
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Jobo, weit und breit nur Einfamilienhäuser, sonst hätte einer von uns schon mal Fühler ausgestreckt

Diega: Danke, lese ich gleich mal

07.12.2006, 15:07 von Jobo
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Hallo Petra,
wie schaut es denn in Eurer Nachbarschaft aus, gibt es da eine Anlage die dir gefällt. Lass dir von den Bewohnern die Telefonnummern geben.
Vom zukünftigen Verwalter solltest du ohne große Mühe eine Referenzliste mit den Ansprechpartnern (Verwaltungsbeiräte) bekommen.
Manchmal liegt das Gute so nahe.
MfG
Jobo
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