> zur Übersicht Forum
06.03.2007, 19:01 von frischebriseProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Wer haftet für Schäden durch Kinder???
Hallo,

VM hat an der Eingangstür eines MFH. einen Glasschaden erlitten.
Kinder vor der Tür spielten zuerst mit Bällen, dann entstand Streit untereinander, ein geworfener Stein splitterte das Sicherheitsglas.

Der Verursacher ist ein 6 jähriges Kind. Die Eltern wollen für den Schaden nicht aufkommen, da Sie die Meinung vertreten, Ihrer Aufsichtspflicht genügend - durch Fensterausschau und Beobachtung - genügend nachgekommen zu sein.

Welche Chancen hat der VM über den Klageweg?
Alle 14 Antworten
07.03.2007, 15:16 von frischebrise
Profil ansehen
Hallo @ Diega

danke für den Rat einer Glasversicherung.
Die hatte der VM nach dem Schaden auch direkt gemacht.

Vorher hatte er in diesem Haus - 22 Jahre - kein Schaden dieser Art.

Das nach dem Vorfall das Verhältnis etwas getrübt war, blieb nicht aus, zumal auch die Altmieter die Kosten der Glas V. mitzutragen hatten und dies sehr wohl registrierten.

Es bleibt somit feststellbar.

Das bei Mieter mit Kinder sehr wohl ein erhöhtes Risiko vom VM zu tragen ist.
Und die Aufsichtspflicht der Eltern - je nach Reife - sich auf gelegentliches Nachschauen beschränken kann.

Die damit verbundenen Gefahren und Risiken bei und mit Kindern kann kalkulatorisch wohl kaum als Risikozuschlag den Familien mit Kinder vermittelt werden.
07.03.2007, 13:07 von Diega
Profil ansehen


Hallo zusammen.

obwohl der Beitrag schon fast untergegangen ist und das wesentliche gesagt bzw geschrieben wurde, möchte ich kleine Anmerkung dazu machen.

Generell sollte die Schadensersatzforderung schriftlich gegenüber den Eltern gemacht werden ( da hier Kind unter 7 Jahren). Ob und in welchem Umfang hier der Aufsichtspflicht ( oder verletzung) genüge getan wurde liegt nicht im ermessen der Eltern. Natürlich wird es schwierig diese "Pflichtverletzung " nachzuweisen.

Ich würde dieses Schreiben mit dem Zusatz " Bitte leiten Sie dieses Schreiben an Ihren Haftpflichtversicherer weiter" versehen.

Was ich in diesem Zusammenhang allerdings nicht verstehe, besteht keine Glasversicherung für das Gebäude? - zumindest für die "allgemein genutzten Räume"?- Die Glasversicherung ist doch über Betriebskosten umlegbar- folglich kein langes Prozedere mit dem Verursacher, der Glasversicherung melden mit Angabe des Verursacher und schon ist der Vorgang vom Tisch. Die soll sich dann mit dem Verursacher rumärgern.

Gruss Dieter
07.03.2007, 09:19 von frischebrise
Profil ansehen
Hallo,

@ Sommer schrieb:

Zitat:
Die Familienhaftpflicht dahingegen zahlt schon aber i.d.R. mit Eigenbeteiligung.
Also werden sich die Eltern - egal ob versichert oder nicht - wehren wollen da sie auf jeden Fall finanziell mit an Bord sind.



Ja, und das ist leider die Krux.

Bei Eigenbeteiligung könnte die PHV zahlen, die Eltern haben jedoch daran kein Interesse, weil Sie unmittelbar durch die Eigenbeteiligung davon betroffen sind.

Folge:

Zitat:
Der Geschädigte bleibt auf seinem Schaden sitzen; das gehört zum allgemeinen Lebensrisiko, so der Tenor der Gerichte.


07.03.2007, 09:05 von frischebrise
Profil ansehen
Hallo @ Forum @Sommer,

ja voll erkannt.

Zitat:
In allen Fällen, in denen die Kinder selbst nicht haften (weil deliktsunfähig), ist es möglich, dass stattdessen ein anderer haftet: nämlich der Aufsichtspflichtige. Aber der Aufsichtspflichtige haftet nur dann, wenn ihm selbst ein Verschulden vorgeworfen werden kann, wenn er also nicht genügend auf das Kind aufgepasst hat. Wenn er ausreichend aufgepasst hat und das Kind hat trotzdem einen Schaden verursacht, dann besteht nach den gesetzlichen Bestimmungen keine Verpflichtung zum Schadenersatz. Der Geschädigte bleibt auf seinem Schaden sitzen; das gehört zum allgemeinen Lebensrisiko.
(Zum Nachlesen: § 832 BGB)

Eine Haftpflichtversicherung muss derartige Schadenersatzansprüche regelmäßig als rechtlich unbegründet zurückweisen.
07.03.2007, 08:56 von Sommer
Profil ansehen
Zitat:
Würde die zahlen?



Habe ich eben geschrieben - es kommt darauf an. Die klassische Haftpflicht würde es erstmal mit Berufung auf diesen Passus ablehnen. Die Familienhaftpflicht dahingegen zahlt schon aber i.d.R. mit Eigenbeteiligung.
Also werden sich die Eltern - egal ob versichert oder nicht - wehren wollen da sie auf jeden Fall finanziell mit an Bord sind.

S.
07.03.2007, 08:48 von frischebrise
Profil ansehen
Hallo @ Forum,

langsam tasten wir uns an den Anfangs so simblen Fall heran.
Wie viele schon erkannt haben, muß festgestellt werden dass:

Zitat:
§ 828
Minderjährige

(1) Wer nicht das siebente Lebensjahr vollendet hat, ist für einen Schaden, den er einem anderen zufügt, nicht verantwortlich.

Bitte beachten Sie: Kinder unter 7 Jahren sind nicht schuldfähig und können daher nicht zum Schadenersatz herangezogen werden. Haben Sie ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt und es kommt dennoch zum Schaden, besteht keine Pflicht zum Schadenersatz.

§ 832 BGB
Haftung des Aufsichtspflichtigen

(1) Wer kraft Gesetzes zur Führung der Aufsicht über eine Person verpflichtet ist, die wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geistigen oder körperlichen Zustands der Beaufsichtigung bedarf, ist zum Ersatz des Schadens verpflichtet, den diese Person einem Dritten widerrechtlich zufügt. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn er seiner Aufsichtspflicht genügt oder wenn der Schaden auch bei gehöriger Aufsichtsführung entstanden sein würde.



Nun wäre zu klären, welche Folgen eintreten, selbt wenn die Eltern eine PV abgeschlossen haben.

Würde die zahlen?
07.03.2007, 08:35 von Sommer
Profil ansehen
Manche Haftpflichtversicherungen - eben für Familien - verzichten ausdrücklich auf die "Prüfung der Aufsichtspflicht" und zahlen...allerdings i.d.R. mit verpflichtender Eigenbeteiligung der Eltern. Und da der Glasschaden in diesem Bereich liegen wird, werden die Eltern womöglich selbst beim Vorliegen eines solchen Versicherungsschutzes eine Meldung vermeiden wollen.
Daher hilft hier nus massiven und deutlichen Druck aufzubauen; parallel lasse Dir Angebote erstellen was die Reparatur kostet und dann rechne sehr genau...denn wenn die stur bleiben, kannst Du nur klagen und das ist riskant, mühsam und kostenträchtig.

S.
07.03.2007, 08:07 von villaporta
Profil ansehen
Hallo zusammen,

mE ist leider der springende Punkt, dass für solche Schäden eben NICHT die Haftpflicht aufkommt! U.U. aus Kulanz, aber ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.

Deswegen Briefvariante. Viel Erfolg!

Viele Grüsse

Villaporta
07.03.2007, 00:15 von MarieP
Profil ansehen
Hallo frischebrise

ich hab folgendes in meinen Unterlagen hierzu gefunden:

Ein Kind unter 7 Jahren haftet generell nicht für einen von ihm angerichteten Schaden; ebenso können Kinder unter 10 Jahren für fahrlässig herbeigeführte Schadensfälle im motorisierten Straßenverkehr in der Regel nicht haftbar gemacht werden (fehlende Deliktsfähigkeit).

Ansonsten kommt die Haftung des Kindes selbst in Betracht, wenn es die erforderliche Einsichtsfähigkeit in sein Handeln hatte. Aus diesem Grund ist auch eine Privathaftpflichtversicherung grundsätzlich empfehlenswert. Neben der Haftpflicht der im Haushalt lebenden Kinder sichert sdie Eltern oder Aufsichtspersonen die selbst obliegende Aufsichtspflicht ab
**************
Vielleicht meldet sich Diega noch hierzu. Er weiß mit Sicherheit mehr ........... grins.
06.03.2007, 22:22 von villaporta
Profil ansehen
Hallo zusammen,

m.E. hat Sommer mit dem Haftungsausschluss Recht, daher würde ich auch versuchen, über einen Brief eine Übernahme der Kosten durch die Eltern zu erreichen.

Viele Güsse

Villaporta

06.03.2007, 21:56 von ChristophL
Profil ansehen
Ich würde auch sagen, dass es sich um einen Haftpflichtschaden handelt.

Gruß Christoph
06.03.2007, 20:27 von Sommer
Profil ansehen
Hmmm, so einfach ist das leider alles nicht.
Kinder unter 7 Jahren haften grundsätzlich nicht.
Die Eltern haften nur, wenn sie Ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.
Ich würde einen gesalzenen Brief; am besten über einen Anwalt (macht mehr Eindruck), schreiben lassen - Tenor: Die Aufsichtspflicht wurde nicht ausreichend beachtet zumal das zuvorige Ballspiel eine ständige Beobachtung und der eskalierende Streit ein Eingreifen erforderlich gemacht hätte.
Einfach deutlich machen, daß man das zur Not auch gerichtlich durchsetzt - Hinweis auf Prüfung durch Haftpflichtversicherung der Eltern geben.

Tja, dann mal sehen was kommt - und überlegen, ob man sich den Schaden nicht anders bezahlen lassen kann (über eine Mieterhöhung bei den Eltern z.B. sofern möglich...das schont die Nerven).

S.
06.03.2007, 19:44 von dontpanic
Profil ansehen
Hallo,

Zitat:
Die Eltern wollen für den Schaden nicht aufkommen, da Sie die Meinung vertreten, Ihrer Aufsichtspflicht genügend - durch Fensterausschau und Beobachtung - genügend nachgekommen zu sein.
Anscheinend nicht, sonst wäre das Fenster noch heil.

Die Eltern müssen definitiv haften. Wer bitte soll denn sonst für den Schaden aufkommen?

Gruß,
dp
06.03.2007, 19:07 von MarieP
Profil ansehen
Hallo Frischebrise

Eltern haften für ihre Kinder. Im Straßenverkehr gibt es glaube ich eine Ausnahme auch bei Verschulden, ich mein bis zum 10. Lebensjahr.

Zitat:
Der Verursacher ist ein 6 jähriges Kind. Die Eltern wollen für den Schaden nicht aufkommen, da Sie die Meinung vertreten, Ihrer Aufsichtspflicht genügend - durch Fensterausschau und Beobachtung - genügend nachgekommen zu sein.



Diese Aussage mag für die VS der Mieter relevant sein aber nicht für den Vermieter.

Hat der Mieter eine VS? Ist der Vermieter gegen Glaschäden versichert? Dann wäre der einfachste Weg den Schaden der GebäudeVS zu melden und die Versicherung der Mieter mitangeben. I.d.R einigen sich die Versicherer hier problemlos untereinander.

Sollte dies nicht zutreffen, bleibt der Weg über RA oder Gericht
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
>weiter