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09.03.2007, 10:11 von Mike0815Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Welche Erfahrungen gibt es mit Studenten?
Hallo zusammen,

mich würde mal interessieren, was Ihr so für Erfahrungen mit Studenten gemacht habt.

Da kein geregeltes Einkommen vorliegt ist das ja so eine Sache, ggf. Bürgschaft der Eltern?

Oder kommt evtl. eine Bankbürgschaft in Frage. Bin aber etwas ratlos, ob dass die Banken bei Studenten überhaupt machen?

Vielen Dank.

Gruß
Mike
Alle 15 Antworten
11.03.2007, 11:43 von ChristophL
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Also lieber eine Bürgschaft der Eltern, als eine Kaution?

Gruß Christoph
11.03.2007, 08:58 von prinzregent
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... ich hab immer gute Erfahrungen mit Studenten gemacht. Lass dir eine selbstschuldnerische Bürgschaft der Eltern geben.
10.03.2007, 23:12 von avocado
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Eine wirksame Elternbürgschaft ist rechtlich dasselbe wie eine Bankbürgschaft. Sie muss explizit auf 3 Mieten begrenzt sein und ersetzt dann die Kaution. Will man eine darüberhinausgehende Absicherung, könnte man nur die Eltern oder einen Elternteil zusätzlich in den Mietvertrag mitaufnehmen. Ein solcher Vorschlag stößt aber selten auf große Begeisterung.
10.03.2007, 11:26 von ChristophL
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Das ist wirklich ein interessanter Einwurf. Macht eine Elternbürgschaft alles zunichte?

Gruß Christoph
10.03.2007, 00:58 von avocado
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@chum

nach meinem Kenntnisstand führt Deine Praxis nur dazu, dass du im Ernstfall weder wirksame Ansprüche gegen die Eltern, noch einen Anspruch auf die Kaution hast. Sobald Deine (wie auch immer gestaltete) "Absicherung" gegen den Mieter in der Summe 3 Kaltmieten übersteigt, ist sie nichtig. Auch in einer Bürgschaft muss darauf hingewiesen werden, dass die Forderungen 3 Mieten nicht übersteigen können.
09.03.2007, 21:54 von Fixfeier
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Tscha,

hahaha bei einer Camouflage weiß hinterher keiner wer da war, nicht?

Gruß
09.03.2007, 21:37 von Camouflage
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Zitat:
mich würde mal interessieren, was Ihr so für Erfahrungen mit Studenten gemacht habt.


Mit Studenten keine, aber mit Studentinnen
Durchaus heiße positive Erfahrungen
09.03.2007, 17:37 von ChristophL
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Ich habe die Erfahrung das der weibliche Teil der Studierenden weit aus verantwortlicher sind, was den Geldumgang angeht.

Gruß Christoph
09.03.2007, 15:13 von PHILLIKAUF
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Ich habe überwiegend gute Erfahrungen mit Studenten gemacht. Vor allem macht das Klientel eher mal Abstriche beim Wohnkomfort.
09.03.2007, 14:56 von chum
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Wie in jedem Mietverhältnis gibt es gute und schlechte Erfahrungen.

Was für Sie wichtig ist, dass Sie im MV auch mit die Eltern als Vertragspartner unterschreiben lassen, an die Sie sich richten können, falls mal die Miete ausbleibt o.ä.

Ich lasse die Elten zusätzlich eine Elternbürgschaft ausfüllen.
Eine Elternbürgschaft hat gar nichts mit der Kaution zu tun, sondern einfach dass die Eltern sich als letzte "Anlaufstelle verstehen" an die sich der Vermieter richtet:
Zitat:

Anlage 2 zum Mietvertrag:

Elternbürgschaft

Hiermit erkläre ich, XYZ, wohnhaft in Musterdorf, Straße,
dass ich in freiwilliger Weise die selbstschuldnerische, unwiderrufliche und unbefristete die Bürgschaft für die Wohnung
meines Sohnes/ meiner Tochter, NAME (geb. tt.mm.jjjj)
unter Verzicht auf das Hinterlegungsrecht für die Erfüllung der nach dem Mietvertrag obliegenden Verpflichtungen übernehme.

Die Verpflichtungen umfassen insbesondere die monatlichen Mietzahlungen, Zahlung des Saldos aus Betriebskostenabrechnung, Zahlung der Kaution, Übernahme von Schönheitsreparaturen und vertragsgemäße Herausgabe der Wohnung.

Es handelt sich um die Wohnung in der Straße Nr., X. Etage vorn/ hinten rechts/links, Musterdorf

Ort, Datum
Unterschriften
Mieter Vermieter


09.03.2007, 11:10 von Augenroll
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@dR:
Zitat:
schlauer als Vermieter sind sei dahingestellt

Vielleicht, aber sie könnten es während des Studiums werden (oder werden ge-ext).

Zitat:
wahrscheinlich aber schlauer als augentroll drei Ausrufzeichen

Na klar, was denn sonst. drei Lachsmilies

09.03.2007, 11:08 von Dernie
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Zitat:
Bürgschaft der Eltern und Kaution!


Vorsicht: Wenn das vom Vermieter gefordert wird, kann u.U. die Bürgschaft für die Katz sein (wenn das der Mieter jedoch von sich aus anbietet, ist das okay).

Es ist nämlich so, daß die Kaution inkl. Bürgschaft 3 Monatsmieten nicht übersteigen darf (Ausnahme: s.o.). Wenn ich als Vermieter also schon 3 Kaltmieten Kaution verlange, darf ich nicht auch noch eine Bürgschaft fordern, diese wäre bei Ausstellung unwirksam; es sei denn, der Mieter (bzw. die Eltern) hätten das von sich aus angeboten.

Ich darf also eigentlich nur eine Kaution von 3 Monatsmieten oder eine entsprechende Kaution verlangen!!!

BTW, zurück zur eigentlichen Frage:
Ich habe bis dato nur gute bis sehr gute Erfahrungen mit Studenten (auch ausländische) gemacht. Ich habe jeweils zusätzlich zur Kaution eine Bürgschaft der Eltern (die natürlich freiwillig angeboten wurde).

Gruß,
Dernie
09.03.2007, 11:05 von CMAX_65
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Hallo mike0815,

guckst Du da:

Zitat:

Bürgschaft neben Kaution

Stellt ein Dritter unaufgefordert dem Vermieter eine Bürgschaft unter der Bedingung, dass ein Mietvertrag zustande kommt und wird dadurch der Mieter selbst nicht belastet, so ist diese Bürgschaft nach Eintritt o.g. Bedingung wirksam.

Sachverhalt : Der Sohn des Beklagten suchte eine Wohnung. Der Vermieter lehnte die Vermietung an ihn zunächst ab, da dieser nicht nachweisen konnte, ob er die Miete aufbringen kann. Schließlich wandte sich der Beklagte an den Vermieter und bot an, bei Vermietung an seinen Sohn eine Bürgschaft auf diesen Mietvertrag zu übernehmen. Daraufhin schloss der Vermieter mit dem Sohn einen Mietvertrag ab. Es wurde eine Kaution von 3 Nettomieten geleistet ( d.h. Nebenkosten werden hierbei nicht mitgerechnet ). Das Mietverhältnis endete zwei Jahre später durch fristlose Kündigung wegen Zahlungsverzugs des Mieters. Der Vermieter verlangt nun den ausstehende Mietzins vom Beklagten als Bürgen.

Entscheidungsgründe : Der Senat hat in einer früheren Entscheidung festgestellt, dass der Vermieter den Abschluss eines Wohnraummietvertrages nicht davon abhängig machen kann, dass der Mieter neben einer Kaution in Bar ( 3 Nettomieten ) zusätzlich noch eine Bürgen für alle Ansprüche aus dem Mietverhältnis stellt ( BGH, NJW'89, 1853 ).

(Anm. : § 550 b BGB legt fest, dass alle Sicherheiten zusammen den Betrag von 3 Monatsmieten nicht überschreiten dürfen. War die Sicherheitsleistung insgesamt höher, kann der Mieter diesen übersteigenden Betrag zurückverlangen. )

Hier ist der Fall jedoch anders. Der Beklagte hatte, nachdem der Mietvertragsabschluß zunächst gescheitert war, eine Bürgschaft zugesagt, wenn der Vertrag doch noch geschlossen würde. Der Vermieter hatte die Bürgschaft nicht verlangt, sondern der Beklagte hatte als Dritter diese aus freien Stücken unaufgefordert angeboten.

§ 550 b BGB will den Mieter im Hinblick auf seine Sicherheitsleistungen vor zu großen Belastungen schützen. Nach dem Gesetzeswortlaut ist es dabei gleich, ob die Verpflichtung zur Bürgschaftsstellung durch einen Dritten Gegenstand des Mietvertrages ist, oder ob der Vermieter diese Bürgenstellung als Voraussetzung für den Vertragsabschluß verlangt.

Es widerspricht jedoch nicht dem Schutzzweck des § 550 b BGB, wenn Eltern für ihre Kinder von sich aus einem Vermieter eine Bürgschaft für den Fall eines Vertragsabschlusses zusagen. Das gilt jedenfalls dann, wenn mit dieser Bürgschaft keine Belastungen für den Mieter verbunden sind. Der Vermieter darf lediglich über den Rahmen des § 550 b BGB hinaus keine zusätzliche Sicherheit von seinem Mieter fordern.

Verbürgt sich dagegen ein Dritter unaufgefordert unter der Bedingung des Vertragsabschlusses, so ist dies nicht nach § 550 b BGB zu beanstanden und daher wirksam. Der Vermieter konnte daher in diesem Fall den Bürgen in Anspruch nehmen. BGH, IX ZR 16 / 90, NJW'90, 2380. Quelle: www.jura.uni-sb.de

Kaution - Nicht mehr als drei Kaltmieten

Eigentümer haben oft Angst davor, dass Ihre Mieter zahlungsunfähig werden. Mit Sicherheiten wie Kautionen und Bürgschaften versuchen sie, dem vorzubeugen. Laut LBS-Infodienst Recht sind dabei gewisse Grenzen einzuhalten: insgesamt dürfen die Sicherheiten drei Kaltmieten nicht überschreiten (OLG Bamberg, Az.: 6U75/o5)

Quelle: http://www.pro-wohnen.de/Mietrecht_Kaution.htm


OK inzwischen gibts den § 551 BGB, des BGH Urteil müsste dennoch noch gelten !!!

Der Vorteil dieser Bürgschaft ist, so sie denn unaufgefordert zustandekommt, dass der Bürge uneingeschränkt haftet , d.h. über 3MM hinaus für alle Forderungen aus dem MV!!!

MFG
Ob die Damen & Herren Studiosi schlauer als Vermieter sind sei dahingestellt, wahrscheinlich aber schlauer als augentroll drei Ausrufzeichen

Also Studenten (auch so genannte) nehmen immer gerne die Wohnungen im DG. Und mit einer selbstschuldnerischen Bürgschaft der Eltern oder besser einer Bank ist dies kein Problem!

dR
09.03.2007, 10:17 von Augenroll
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Vorsicht, Studenten könnten schlauer als Vermieter sein (besonders Jurastudenten).

Ps. Bürgschaft der Eltern und Kaution!
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