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20.07.2007, 19:22 von BenjaminProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Wasserschaden
Hallo,
ich habe mal wieder ein Problem.
Ich habe eine vermietete Dachgeschosswohnung, wo mich heute der Mieter informiert, dass schonwieder ein Wasserschaden entstanden ist, und zwar dringt das Wasser bei starkem Regen durch das Dach,und es entstehen Wasserflecken im Schlafzimer. Im Juni ist es bereits schon einmal passiert. Die Hausverwaltung beauftragte einen Dachdecker, dieser kam dann, und sagt, dass unter den Dachpfannen alles feucht wäre. Am Montag war ich bei der Hausverwaltung, und wollte nachfragen, was der Dachdecker denn nun gemacht hat. Die Antwort war, er hätte die Notreparaturen durchgeführt, und was sonst noch gemacht werden soll, muss auf der nächsten Eigentümerversammlung beschlossen werden. Heute ist es schon wieder durchgeregnet.
Wie kann ich den Hausverwalter dazu bewegen, etwas zu unternehmen?
Kann ich eine ausserordentliche Eigentümerversammlung einberufen lassen?
Wie würdet Ihr weiter vorgehen?
Mir tut es auch um den Mieter leid, da ich nie Probleme mit ihm habe, und das auch eigentlich so bleiben soll.

Gruß
Benjamin
Alle 5 Antworten
24.07.2007, 09:45 von Augenroll
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Hallo benjamin,

Zitat:
Wie würdet Ihr weiter vorgehen?
Mir tut es auch um den Mieter leid, da ich nie Probleme mit ihm habe, und das auch eigentlich so bleiben soll.


Ich würde ihm eine Mietminderungsregelung anbieten, wenn nicht schon geschehen.

Langfristig haben Sie von einem guten Vertragsverhältnis mehr, als wenn Sie auf irgendeinen Konfrontationskurs gehen.
20.07.2007, 23:39 von MarieP
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Hallo

Zitat:
Die Hausverwaltung beauftragte einen Dachdecker, dieser kam dann, und sagt, dass unter den Dachpfannen alles feucht wäre


Tolle Aussage und wodurch - welche Ursache?
Liegt evtl. ein Sturmschaden vor od.....!?

Setzt der HV schriftlich eine Frist zur Ursachenfeststellung und zur Behebung der Mängel - verweis auf § 27 Abs. 3 WEG.

Besteht in der WEGem. ein Beirat? Wenn ja, auch diesen infomieren.
20.07.2007, 23:36 von Fixfeier
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Aber Benjamin,

du brauchst doch keine Urteile für solche Selbstverständlichkeiten.

§ 21, Abs. 5 Nr. 2 WEG sichert jedem Eigentümer den eigenen Anspruch auf ordnungsgemäße Instanhaltung und Instandsetzung. Infolge dessen hast du einen einklagbaren und sogar gesetzlich verankerten Anspruch auf Abhilfe.

Zwar haftet die Eigentümergemeinschaft in einem solchen Fall gegenüber dem Eigentümer erst mal nicht für Schäden die dadurch entstehen. Doch wenn sie dem Anspruch aus § 21 nicht gerecht wird gerät sie logischerweise ganz schnell in die Verantwortung.

Das bedeutet: Zwar kann schon mal, durch das Alter eines Bauteiles bedingt, eine Undichtigkeit entstehen. Die Pflicht zur sofortigen Schadensbeseitigung liegt dann nach der o.g. Bestimmung bei der Gemeinschaft. Die Folgeschäden am Sondereigentum werden dadurch aber noch nicht sofort Sache der Gemeinschaft, sondern hängen als Allmählichkeitsschaden am Sondereigentümer. Ohne Schuld (Alter des Bauteiles löst nicht Schuld aus) keine Haftung.

Aaaber..., wenn der Verwalter dann nicht sofort aktiv wird und die Ursache definitiv unterbindet, kommt die Gemeinschaft ihren oben genannten Pflichten nicht nach. Hier dann als Verwalter, womöglich aus Angst vor der eigenen Courage nicht zu handeln, lößt zweifelsfrei eine Haftung der Gemeinschat aus. Ein Verstoß gegen die Bestimmung des § 21 bringt die Gemeinschaft in die Verantwortung, dir für deine darauf folgenden Schäden (z.B. Schäden am Sondereigentum oder etwa Mietminderung) gerade zu stehen.

Wenn der Verwalter nicht gemäß seinen vertraglichen Pflichten handelt, ist er in Folge dessen seinerseits in der Verantwortung (aber erst mal nur gegenüber seinem Vertragspartener – der Gemeinschaft). Die Eigentümergemeinschaft könnte dann, wenn eine Schadensersatzpflicht entstanden ist, ihren Schaden gegenüber dem Verwalter einfordern. Darauf sollte man den Verwalter dringend hinweisen.

Er wird sich also sehr wohl überlegen müssen ob er haften oder handeln will!
Gruß
20.07.2007, 21:52 von Benjamin
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Hallo Chum,
hast Du evtl. Quellen für die Urteile???

Gruß
Benjamin
20.07.2007, 20:19 von chum
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Sie sollten schriftlich der Hausverwaltung + Beirat gegenüber den Mangel aufzeigen und um unverzügliche Abhilfe bitten.

Teilen Sie mit, dass Sie von Ihrem Mieter die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen und der Mieter evtl. aufgrund des dauernden Mangels bereits eine Mietminderung angekündigt hat bzw. im schlimmsten Fall ausziehen will und es müsse sofort gehandelt werden, da Sie die WEG voll haftbar halten werden für entstandene Schäden und besonders die Hausverwaltung haftbar halten für verzögerte Schadenbehebungen. (hierzu gibt es bereits Urteile, das die HV Schadenersatz leisten muss, wenn wichtige Sachen "verpennt" werden)

Wenn unter den Dachpfannen alles Feucht ist und die Feuchtigkeit sich dort etwas hält, ist es nur eine Frage der Zeit bis Schimmel sich breit macht. (-> Fall fürs Gesundheitsamt)
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Wichtig ist; dass Sie gegenüber der WEG / HV eine Haftbarhaltung schriftlich aussprechen und u.a. einige Details vors Auge halten, was an Geldforderungen auf WEG / HV zukommen könnte, ansonsten wird sich nicht viel rühren.

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In habe von einem Fall gehört, wo eine WEG einen Hotelaufenthalt zahlen musste. (bei massivem Schimmelbefall)
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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