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27.06.2007, 10:51 von Dany_xProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Wasser-Grundpreise zahlen auch bei Leerstand???
Hallo Forumgemeinde,

mein Mutter besitzt ein Wohnhaus (ihr Elternhaus) in Döbeln (zw. Leipzig und Dresden) mit früher einmal 8 Wohneinheiten. Da sie schon alt ist, helfe ich ihr etwas bei der Verwaltung der Immobilie.

Insgesamt 4 der ehemals 8 Wohneinheiten wurden nach 1990 saniert und stehen zur Vermietung zur Verfügung bzw. sind vermietet. Eine Sanierung der anderen 4 Wohnungen war eigentlich mal geplant, allerdings haben wir zum ersten aus Geldmangel und zum zweiten geschuldet der stark rückläufigen demographischen Entwicklung in Döbeln diese Sanierung bisher noch nicht vorgenommen und sie ist, auf Grund des fehlenden "Mietermarktes" auch für die Zukunft nicht geplant.

Im Gegenteil, möchten wir die unsanierten Wohnungen weiter zurückbauen bzw. als Lagerräume umfunktionieren (Gas+Strom ist lange abgeklemmt und die Zähler wurden demontiert).

Nun zu unserem eigentlichen Problem. Die OEWA Wasser und Abwasser hat über Jahre hinweg bis Anfang 2007 keine Grundpreise für diese seit Jahren leerstehenden Wohnungen verlangt. Dabei wurde immer von einer „Grundpreisbefreiung“ für die leerstehende Wohnungen gesprochen. Okay das Wort „Grundpreisbefreiung“ hat uns immer irgendwie gestört, weil wieso denn "Befreiung"? Kein Bedarf keine Lieferung/Vertrag so wie bei Strom/Gas/TV-Kabel/Telefon usw. Und im Ergebnis haben wir für die bautechnisch unvermietbaren Wohnungen, keinen Grundpreis bezahlt, also hat uns das Wort "Befreiung" dann nicht weiter gekümmert.

Anfang 2007 hat uns die OEWA nun mitgeteilt, dass die bislang praktizierte Grundpreisbefreiung für Leerstand nun generell nicht mehr in Frage kommt.
Seither sollen wir für die 4 unsanierten Wohnungen den vollen Grundpreis von immerhin 61,32 EUR pro Jahr und WE für Abwasser und 142,20 EUR pro Jahr und WE für Trinkwasser – zusammen also 203,52 EUR * 4WE = 814,08 EUR pro Jahr zahlen ohne einen Euro Miete mit diesen Wohnungen erwirtschaften zu können.

Wir haben der OEWA die o.g. Situation (Rückbau, Unvermietbarkeit, Umfunktionierung) mitgeteilt, allerdings lässt man sich dort – selbst nach einer durch uns angebotenen und erfolgten Besichtigung, auf keinerlei Befreiung oder Reduktion mehr ein. Auf meine Anfragen, welche Anforderungen zu erfüllen wären, damit diese Wohnungen von der OEWA nicht mehr als solche betrachtet werden, erhielten wir die Antwort, dass wir machen könnten was wir wollen, sie werden die Wohnungen immer also Wohnungen betrachten. Dabei hatten wir bereits angeboten die Türschlösser auszubauen, bzw. die Wohnungstüren zu entfernen, um diese Wohnungen zu einem Teil des Hausflures, zu machen bzw. zu Lager-/Trockenräumen für die Mieter umzufunktionieren. Erwähnt sei auch noch, dass dieses Wohnungen weder über ein Badezimmer noch eine Toilette (diese ist eine halbe Treppe tiefer) verfügen.

Seitdem meiner Mutter das Haus von ihren Eltern hinterlassen wurde (ca. vor 6 Jahren), hat sie noch keinen Euro mit dem Haus verdient. Die bisherigen Einnahmen deckten nicht einmal die Rückzahlung der mitgeerbten Hypotheken. Die 814,- EUR an Grundpreisen für die 4 o.g. Wohnungen können wir neben den Hypothekenraten nicht erwirtschaften. Eine Sanierung der 4 Wohnungen können wir uns nicht leisten und es wäre eine sinnlose Aktion, da aus Döblen immer mehr Leute Richtung Leipzig und Dresden abwandern. Das wissen auch die Banken.

Kennt hier vielleicht jemand diese oder eine ähnliche Situation und kann uns einen Rat geben? Wie sind die o.g. Grundpreise von der Höhe her im Bundesdurchschnitt zu werten? Die OEWA sieht meine Mutter als den Endverbraucher und ihren Endkunden an und berechnet die Grundpreise strickt nach Wohneinheit egal welche Größe, Zustand oder Anzahl Zimmer diese haben. D.h. 1WE = 1*Grundpreis, 4WE = 4*Grundpreis usw.

Bei allen anderen Dienstleistern geht es doch auch. Bedarf wird abgemeldet, bzw. der Vertrag wird gekündigt. Oder die anderen Dienstleister rechnen richtigerweise gleich direkt mit den tatsächlichem Endverbraucher – dem Mieter und nicht dem Eigentümer ab.
So funktioniert das bei Gas, Strom, bei Telefon usw. Auch diese Firmen haben Aufwendungen für die Betreibung ihrer Verteilernetze und müssen entsprechende Kapazitäten vorhalten und garantieren. Auch für diese Dienstleister wird es ökonomisch ungünstig, wenn die Auslastung des Verteilernetzes sinkt

Einen schönen Gruß und schönen Tag an alle hier. Über Eure Meinungen, Anregungen und Tips würde ich mich sehr freuen.

Dany_x
Alle 15 Antworten
27.06.2007, 19:35 von Dany_x
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@johanni und die anderen wertvollen Antworten.
Die Spaßposter lasse ich hier mal außen vor.

vielen Dank erst einmal für die bisherigen Ratschläge und die Hilfe. Die idee mit dem Bauamt und der Unbewohnbarkeitsbescheinigung finde ich am vielversprechendsten. Einen Anwalt haben wir auch schon beauftragt, aber offensichtlich kommt dabei auch nicht so viel rum. Allerdings hat auch er, in seinem Schreiben an die OEWA, auf die Satzung (wenn ich mich jetzt richtig erinnere) des Bauamtes und die dortige Definition von Wohnraum bezug genommen.

An diesem Punkt will ich jetzt nochmal ansetzen. Guter Hinweis Johanni. Danke dafür.

Ich will auch mal Kontakt zu den großen Wohnbaugesellschaften vor Ort aufnehmen. Sicher haben die schon ein paar Erfahrungen mit der OEWA gemacht. Bei dem Leerstand den die haben muß das Hunderttausende kosten und sicher habe die schon einiges versucht.

Einen schönen Gruß an alle hier. Und für weitere Hinweise und evtl. Erfahrungsberichte in ähnlichen Angelegenheiten wäre ich nach wie vor sehr dankbar.

Dany_x
27.06.2007, 16:16 von johanni
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Hallo Dany,

versuche doch zwischen den Zeilen zu lesen

Ich kenne mich im Baurecht Eures Bundeslandes nicht aus, aber so unterschiedlich zu meinem kann es eigentlich nicht sein.

Spreche doch mal mit Eurem Bauamt. Vielleicht bekommt Ihr ja dort eine sogn. Unbewohnbarkeitsbescheinigung der Wohnungen. Und damit wäre dann der Anspruch auf das Wassergeld verwirkt.

Und mir fällt noch ein, fordert die Satzung des Wasserwerkes an. Dort müßte ja entsprechendes stehen, notfalls mit Rechtsanwalt prüfen lassen.

Johanni
27.06.2007, 15:57 von Dany_x
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@Sommer

Danke Sommer für Deinen Beitrag. Ich wollte mit der Schilderung unseres kleinen und für die Welt doch recht unbedeutenden Problems, bestimmt keine Grundsatzdiskussion zum Sinn oder Unsinn der Wiedervereinigung oder des kapitalistischen Prinzips als einzig dauerhaft funktionierender Wirschaftsmotor, los treten.

Also würde es mich sehr freuen, wenn man hier zur Sache oder wenn man Nichts weiß, dann doch lieber Nichts posten würde. Noch anmerken möchte ich, dass es sich bei dem Haus um ein Erbstück und das Elternhaus meiner Mutter handelt. Also einem Gut mit u.a. auch emotionalem Wert. Wir haben und hatten nie die Absicht uns mit dem Haus dumm und dämlich zu verdienen. Wir gehen überaus fair mit unseren teilweise schon lange dort ansässigen Mietern um. Das Haus sollte einfach innerhalb der Familie bleiben, kostendeckend bewirtschaftet werden und evtl. als Zugabe die Arbeiter-Rente meiner Mutter ein wenig aufbessern. Diese 3 Ansprüche, wovon die ersten beiden bisher nicht vollkommen aber zum größten Teil erfüllt gewesen waren, sind nun durch die Meinungsänderung der Wasserwerke stark gefährdet.

Wenn wir denen die 815,- EUR im Jahr für Nichts in den Rachen schmeißen, dann bleibt die Hypothek auf der Strecke. Dann bleibt wohl nur Verkaufen. Sicher machbar aber nicht die erste Wahl. - Eher der letzte Ausweg. Und nicht der Grund warum ich hier Rat und Hilfe von kompetenten und/oder Erfahrenen Vermietern suche.

Viele Grüße
Dany_x
27.06.2007, 15:49 von johanni
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Hallo Dany,

sicher habt Ihr alles schön schriftlich vorliegen. Und gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt?

Wenn nicht, sofort nachholen!

Laßt Euch nicht auf Gespräche ein, sondern nur auf Bescheide.

Und gegen die legt Ihr mit Eurer Begründung Widerspruch ein.

Johanni
27.06.2007, 15:44 von Melanie
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27.06.2007, 15:37 von Gartenfan
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hm. pathologische Denkvorgänge aus jeglicher Richtung
find ich persönlich ungeheuer interessant.
Bitte einfach mal unkommentiert stehen lassen.

GF
27.06.2007, 14:21 von Melanie
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es reicht, ich spendiere 10 Steine!
27.06.2007, 14:15 von Cora
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Hallo augenroll

langsam aber sicher (für mich, bin Geduldsmensch)fangen deine Beiträge an nur noch beleidigend und ausfallend zu werden.

Wollen wir hier Schuldzuweisungen zuteilen?
Mir war es Recht so, wie es bis 1989 war, ehrlich gesprochen, ich habe nichts vermisst und "ihr" wahrscheinlich auch nicht, dem Jubeln nach zu urteilen wenn Erich seine Reden hielt.

Nun sind wir hier aber nicht politisch engagiert, sondern als Vermieter.

Von dir kommen in letzter Zeit nur noch provokante Fragen, Antworten, du stellst sofort immer alles in Frage und vernünftige und sachliche Beiträge von dir kann man suchen.

Also, was soll das? Benimmst dich wie ein verwöhntes Plage, das, wenn es seinen Willen nicht bekommt, bockig und unausstehlich wird.



27.06.2007, 14:04 von Sommer
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Leider hat es Augenproll mit seiner dummen Nachfrage es mal wieder geschafft, vom Thema abzulenken:

Die Frage ist, wie diese Berechnung der Grundgebühren funktioniert und wie das mit der Umwidmung ist. Dazu mußt Du Dir deren Gebührensatzung schnappen und damit zum RA gehen. Leider sind die Versorger sehr findig wenn es darum geht, Eigentümer (und damit übrigens auch Mieter) in die Pflicht zu nehmen.
Darum laß Dich dazu lieber gut beraten - das Forum ist aber dafür der falsche Ort wie dieser Thread zeigt...hier toben sich leider manche sehr aus.

S.
27.06.2007, 13:54 von Jobo
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@augenroll
Zitat:
Daran ist Westdeutschland schuld, denn im Zuge der Marktbereinigung und um einen reinen Absatzmarkt zu schaffen, hat es die Regierung Kohl der Deutschland AG ermöglicht, das Volkseigentum über die Treuhand billigst zu kaufen und danach ersatzlos zu eliminieren.

Schön das sich dann hauptsächlich nur "Wessis" ein "Steuerhaus" im Osten halten durften (dank der Steuergesetzgebung!).


Wer hat denn geschrien wir sind das Volk ? Wer wollte eine Öffnung in den Westen ?
Im Grundgesetz der BRD war die Wiedervereinigung verankert, das stimmt !
Aber ausgegangen ist die Vereinigungsinitiative vom Osten aus, deshalb etwas vorsichtig mit der Schuld zu Weisung, sonst wird nämlich pauschal ein Volk für dumm hingestellt, nur weil es etwas Freiheit wollte.

Bis 1989 ging es doch sehr gut, die DDR war Marktführer im Osten, die BRD hat sich im Westen gut gehalten.

Mir scheint sie haben Ihren ersten Imobilienverlust nicht verkraftet und versuchen jetzt über dieses Forum sich zu Therapieren, wahrscheinlich gibt es gerade nicht genug Zoff mit Ihrem Vermieter um sich da genug Befriedigung zu hohlen.

Jobo


27.06.2007, 11:23 von Augenroll
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Zitat:
In einer Gegend, wo es keine Mieter gibt (gerade im Osten) würde ich pers. den Verkauf der Immobilien fokussieren. Ich hatte bisher auch noch immer ein "SteuerHaus" im Osten und habe es vor ca 2 Jahren verkauft. Es ist abzusehen, dass die Bevölkerung leider immer mehr in den Westen geht, wo es Arbeit gibt.

Das ist (leider) eine Tatsache in diesem Land.


Daran ist Westdeutschland schuld, denn im Zuge der Marktbereinigung und um einen reinen Absatzmarkt zu schaffen, hat es die Regierung Kohl der Deutschland AG ermöglicht, das Volkseigentum über die Treuhand billigst zu kaufen und danach ersatzlos zu eliminieren.

Schön das sich dann hauptsächlich nur "Wessis" ein "Steuerhaus" im Osten halten durften (dank der Steuergesetzgebung!).

DANKE für diese Zustände dunkelROOT und Konsorten!
27.06.2007, 11:15 von dunkelROOT
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@Dany_x

In einer Gegend, wo es keine Mieter gibt (gerade im Osten) würde ich pers. den Verkauf der Immobilien fokussieren. Ich hatte bisher auch noch immer ein "SteuerHaus" im Osten und habe es vor ca 2 Jahren verkauft. Es ist abzusehen, dass die Bevölkerung leider immer mehr in den Westen geht, wo es Arbeit gibt.

Das ist (leider) eine Tatsache in diesem Land.

dROOT
27.06.2007, 11:02 von Augenroll
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@dedl:

Zitat:
kapitalistisches Prinzip?

Danke für den Versuch einer ehrlichen Antwort.

Das kapitalistische Prinzip sagt aber eher aus, dass jeder es versuchen darf und muss, Gewinne zu erzielen.

Aber wenn dem irgendwas entgegensteht (z.B: die Marktlage) hat er kein verbrieftes Recht auf Gewinn und muss mit den Verlusten eben leben.
27.06.2007, 10:58 von dedl
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Zitat:
Woher nehmen Sie eigentlich den Anspruch mit Erbmasse Geld zu verdienen?


kapitalistisches Prinzip?
27.06.2007, 10:53 von Augenroll
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Zitat:
Seitdem meiner Mutter das Haus von ihren Eltern hinterlassen wurde (ca. vor 6 Jahren), hat sie noch keinen Euro mit dem Haus verdient.


Woher nehmen Sie eigentlich den Anspruch mit Erbmasse Geld zu verdienen?

Sie fordern da etwas zuviel. Übrigens hätte das Erbe auch ausgeschlagen werden können.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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