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04.12.2007, 17:53 von SusanneProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Was kommt nach Mahnbescheid?
Hallo Zusammen,
ich muß doch nochmal nachfragen, wie die Vorgehensweise nach dem Mahnbescheid ist.
Nachdem eine Mieterin bis dato nur noch über das Inkassounternehmen mit uns kommunizierte (Mit den Vermietern will ich nichts mehr zu tun haben) und dafür offensichtlich die Inkassogebühren in Kauf genommen hat, wurde die letzte Ratenzahlung an das Inkassounternehmen zurückgebucht.
Ich sitze auch grade an der NK-Abrechnung und Madame hat es geschafft, die Heizkosten in 2006 nochmal um 200.- zu erhöhen.
Problem: Sie zahlt zwar Miete und NK-Vorauszahlungen, nur die Nachzahlungen hat sie die letzten 3 Jahre ignoriert, sowie die Erhöhung der Vorauszahlung im letzten Jahr, dabei ist die erste Nachzahlung über das Inkassounternehmen erst reingekommen.
Kündigen wollen wir allerdings nicht, da die Einnahmen noch die Ausgaben decken und die Wohnung wahrscheinlich nicht mehr vermietbar ist, 1 gleiche Wohnung im Haus steht schon leer.
Allerdings soll sie auch für ihren warmen Arsch selbst zahlen. Die Aussage des Inkassofritzen war, dass die Frau mit einer geringen Rente eine sehr dünne Finanzdecke habe und offensichtlich schon "die Finger gehoben" hat.
Wer hat Tips? (Wir reden übrigens nicht von einer armen, alten, netten Frau: die Alte ist mit allen Wassern gewaschen und lügt gern)
Alle 9 Antworten
04.12.2007, 22:01 von Rita
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Hier noch eine Anmerkung:

Die Stellung des Antrags auf das gerichtliche Mahnvefahren (mit dem Ergebnis Mahnbescheid und -hoffentlich- Vollstreckungsbescheid) verhindert zunächst mal die Verjährung (Verjährungsfrist 3 Jahre).

Aus dem Vollstreckungsbescheid kann man dann 30 Jahre lang vollstrecken.

Ein Vollstreckungsbescheid per gerichtl. Mahnverfahren ist erheblich günstiger als ein Vollstreckbarer Titel (aus der Zahlungsklage).
Mit entsprechenden Argumenten kann man einen vernünftigen Schuldner durchaus davon überzeugen, dass es für IHN günstiger ist, es nicht zur einer Zahlungsklage/Gerichtsverhandlung/Urteilsspruch kommen zu lassen - d.h. gegen ein (berechtigtes) gerichtliches Mahnverfahren KEINEN Widerspruch einzulegen.

Wenn ein säumiger Schuldner tatsächlich lieber Inkassogebühren statt Kommunikation möchte, dann würde ich die paar Euro für das gerichtliche Mahnverfahren aber alle mal riskieren.
04.12.2007, 19:57 von Susanne
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Lieben Dank an alle für die Info!
04.12.2007, 19:48 von Gicoba
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Erst den MB beantragen, der wird zugestellt an die Mieterin. Sie hat dann 2 Wochen Zeit, dem Mahnbescheid zu widersprechen. Nach Ablauf der 2 Wochen kannst Du (nach Zahlung der durch das Mahngericht angeforderten Gerichtskosten) den Vollstreckungsbescheid beantragen. Gegen diesen kann die Mieterin wiederum Einspuch ebenfalls mit einer First von 2 Wochen einlegen, der dann gleichzeitig nachträglich als Widerspruch gegen den Mahnbescheid gilt.
Sollte kein Einspruch eingelegt werden, bekommst Du einen Zwangsvollstreckungsbescheid. Mit diesem kannst Du einen Gerichtsvollzieher mit der Einziehung Deiner Forderungen beauftragen oder ihn mit Abnahme der eidesstattlichen Versicherung beauftragen oder ne Kontenpfändung vornehmen bzw. Lohn-Gehaltspfändung usw.
Aber bis dahin ist ein langer Weg und wenn Wider- bzw. Einspruch eingelegt wird, kannst Du Deine Forderung nur im Klagewege einfordern, was Zeit und noch mehr Geld kostet.
04.12.2007, 19:43 von stefan_nuernberg
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Hallo Susanne,

wenn die Aussage des Inkassobüros richtig ist, dass die Frau nur eine kleine Rente hat und bereits die Finger gehoben hat (EV), dann ist der Mahnbescheid wohl nur rausgeworfenes Geld!

Wenn dem Mahnbescheid von der Mieterin nicht widersprochen wird, beantragst Du beim Amtsgericht einen Vollstreckungsbescheid (= vollstreckbarer Titel); damit kannst Du dann den Gerichtsvollzieher losschicken, aber was will der denn pfänden; Du kannst Dir die abgegebene EV besorgen oder - wenn noch keine abgegeben wurde - selbst eine beantragen (Kosten wieder rund 70 € für den Gerichtsvollzieher, evtl. mehr, hängt von der Höhe der Forderung ab). Dann kannst Du schwarz auf weiß lesen, was die gute Frau an Rente und anderen Einnahmen hat, wenn die monatlich über ca. 1.000 € (ohne Unterhaltspflichten der Frau) sind, kannst Du dann dort pfänden, aber glaubst Du, dass die Frau soviel Rente bekommt?

Also, überlege Dir, ob Du noch weiter unnötig Geld ausgeben willst; das einzige wäre: manche Leute reagieren auf den Mahnbescheid und überweisen ("wenn schon das Gericht schreibt ..."), aber vollstrecken aus dem Vollstreckungsbescheid würde ich in dem Fall nicht, nur unnötige Kosten!
04.12.2007, 19:20 von Susanne
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Hallo Anne,

die Abrechnungen sind alle innerhalb der Ausschlussfrist zugestellt. Eine ist mit Zeugen persönlich zugestellt, die letzte wurde vom Inkassounternehmen persönlich übergeben, die von 2006 wollen wir auch vom Inkassounternehmen gerichtsbeweisbar zustellen lassen. Daran liegts nicht!
Weil die Dame aber lt. Inkassounternehmen nun auch die abgesprochenen Raten nicht mehr zahlt, will ich einen Mahnbescheid beantragen und will nun wissen, wie danach weiter vorzugehen wäre!
Wir wollen die Nachzahlungen aus den Nebenkostenabrechnungen und die Erhöhung der Vorauszahlungen.
04.12.2007, 18:03 von cavalier
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Zitat:
Kündigen wollen wir allerdings nicht, da die Einnahmen noch die Ausgaben decken und die Wohnung wahrscheinlich nicht mehr vermietbar ist, 1 gleiche Wohnung im Haus steht schon leer.

Wieso könnt ihr die Wohnungen nicht mehr vermieten? Jede Wohnung ist zu vermieten. Ist immer eine Frage des Mietzinses und Zustand/Ausstattung.
04.12.2007, 17:59 von dunkelROOT
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Zitat:
Nachzahlungen hat sie die letzten 3 Jahre ignoriert


Zitat:
Kündigen wollen wir allerdings nicht


Tja dann müsst ihr die Frau wohnen lassen!
Was wollt Ihr denn?

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