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15.02.2007, 06:42 von Daimos2003Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Was ist die Realmiete?
Ein Mieter hatte mit dem Vorbesitzer unseres Hauses eine mündliche Absprache darüber die Miete um einen gewissen Betrag verringern zu dürfen dafür aber als Gegenleistung im Haus Haumeisterliche Tätigkeiten durchzuführen.

Bei der letzten Mieterhöhung bin ich von dem Betrag ausgegangen der im Mietvertrag steht was mein Mieter nun bemängelt.

Ich seh das nicht so, er wurde sozusagen für seine Arbeit damit belohnt weniger Miete zahlen zu müssen, was sich aber nach dem Verkauf des Hauses erledigt hatte, da ich das nun selber mache.

Gibt es dazu irgend ein Urteil oder bin ich im Recht wenn ich von der Miete ausgehe die im Mietvertrag angegeben ist?
Alle 10 Antworten
16.02.2007, 09:08 von Augenroll
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@Daimos:
Zitat:
ich möchte nur wissen ob ich im Recht bin wenn ich bei Mieterhöhungen im Recht bin wenn ich von der Miete im MV ausgehe.

Zitat:
Also seht ihr das genauso dass ich im Recht bin.

Das Forum wird wohl kaum Ihren Fall abschließend hieb und stichfest lösen können. Sie erhalten ein Meinungsspektrum, bestenfalls als Entscheidungshilfe.

Die Infos sind mir einfach auch zu wenig, dass man was konkreteres sagen könnte.
16.02.2007, 08:55 von zaunkoenig
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Hallo,

mündliche Nebenabreden sind immer dann gültig, wenn beide Vertragsparteien entsprechend den Abreden handeln ohne zu widersprechen. Denn jedes unwidersprochene Dulden gilt als Zustimmung.
So einfach, oder eben auch nicht, ist es.

Ein Beispiel aus dem Leben, das zeigt, dass es nicht unbedingt irgendwelcher Verträge bedarf.

Einer Schenkung liegt normalerweise eine formale Schenkungsvereinbarung zugrunde. In aller Regel getroffen vor dem Notar. In der Praxis erfolgt der überwiegende Teil der Schenkungen aber im Sinne des Gesetzes, durch Einigung und Übertragung (Ich geb Dir, Du nimmst von mir, hier hast Du, danke ich nehme).
Da nichts schrifftliches vereinbart wurde, wäre später eine Anfechtung wegen Diebstahl durchaus denkbar, eine Rückgabe wegen Undankbarkeit fast schon ausgeschlossen.

15.02.2007, 22:31 von JollyJumper
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Zitat:
aber auch mündliche Abreden sind gültig
wohl wahr, wenn auch oft eben schwer zu beweisen. Um halt Sicherheit zu haben immer "Schriftform"
(Altes Mott am Bau: Wer schreibt der bleibt!")

Der Neuste Wohnraummietvertrag von Haus und Grund z.B.

§ 22 Abschluss und Änderung des Mietvertrages
....
Nebenabreden, Stundung, Änderungen und Ergänzungen des Vertrages und anderes sind nur wirksam, wenn sie schriftlich vereinbart werden. Die Abänderung dieser Schriftformklausel ist nur wirksam, wenn sie schriftlich erfolgt.

Ist aber auch hier egal.
Das Vertragssoll ist nun mal Miete ohne Kürzung für Hausmeister !!!

Also ist es eher ein Arbeitsverhältnis. Aber auch ein solches kann man kündigen. Ändert nicht am Vertragssoll.

Ich denke diese Art Hausmeister ist der klassiche Fall:
Kleine Immobilie, wenige WE´s. Viel zu klein, dass ein klassicher Hausmeister wie bei großen Gesellschaften, die ganze Wohnblöcke in der Verwaltung haben, lohnen/rechnen würde.
Besitzer wohnt nicht in der Immobilie sondern weiter weg und möchte gerne jemanden haben der der ein wenig nach dem rechten schaut und ihn ggf. auf dem Laufenden hält.
Also sucht er sich jemand, den er gut im Haus kennt oder der ein wenig handwerklich begabt ist und noch haltwegs auf seine zwei Beinen stehen kann und bietet ihm für sein paar Euros den Job an (Mülltonnen rausstellen, Müllplatz Hof fegen, nach dem rechten sehen)
Lohn wird mit der Miete verrechnet. So haben beide was davon.
Hausmeister ein paar Euros steuerfrei in der Tasche und Vermieter ein paar Euros wenieger zu versteuern.

Jetzt neuer Eigentümer, wohnt vielleicht sogar selbst im Haus, will das Geld sparen und macht alles selber. (Neue Besen kehren gut).
Das ärgert den Mieter. Er soll nun wieder die alte Miete Zahlen. Ihm fehlt das Geld und er bekommt am Ende auch noch ein Mietehöhung.
Damit fängt der Streß an.

Gruß

15.02.2007, 21:26 von Fixfeier
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Hallo,

natürlich kommt es wie immer auf die Vereinbarung an.
Doch da ist grundsätzlich erstmal zweierlei:

1. Mietvertrag
2. Arbeitsvertrag als Hausmeister

Und daher ist VM nach meiner Meinung bis da hin im Recht.

Aaaaber ...: Ob man als Eigentümer so einfach den (wahrscheilich kostenpflichtigen) Hauswartdienst selber übernehmen sollte (und das dann auch womöglich noch M. berechnet) ... da hab ich so meine Zweifel. Es gibt hier Leute, die zu dieser Frage sicher mehr wissen als ich.

Wichtig: Die Steuerpflicht ist zu beachten. Herr Steinbrück düfte sich beschweren wenn ihm M. oder die Steuererklärung von VM selbst erzählen, man würde unversteuerte Einkünfte beziehen.

Gruß
15.02.2007, 19:29 von Cora
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Hallo

eigentlich steht das in jedem MV, dass zusätzliche Abreden schriftlich getroffen werden müssen...

will dir ja keine Angst machen, aber auch mündliche Abreden sind gültig, trotzdem: der Grund für die Mietminderung ist ja jetzt entfallen...

Gruß
15.02.2007, 17:57 von Daimos2003
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Also seht ihr das genauso dass ich im Recht bin.

Ist es wirklich so dass sogenannte Abreden einer schriftform bedarfen um gültig zu sein, hab im Mietvertrag nichts gefunden? Da könnte man nämlich Ansetzten um es dem Mieter zu erklären.
15.02.2007, 15:32 von JollyJumper
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Du hast vom Vorvermieter den Mietvertrag mit alle Rechten und Plichten übernommen.
Damit ist das vertraglich vereinbarte SOLL definiert.
Unter anderem auch die vertraglich vereinbarte Miete.

Dem Vorbesitzer stand es frei mit dem Mieter Vereinbarungen zu treffen und entsprechende Mietnachlässe für Leistungen jedweder Art zu gewähren. (Ob der Mieter diese Einnahme wohl verssteuert hat?)

Diese Vereinbarung wurden von dir nicht übernommem. Ich gehe mal davon aus , dass dies dem entsprechenden Mieter auch mitgeteilt wurde.
Schaue in den Mietvertrag. I.d.R ist bei Formularmietverträgen dort ein entsprechender Hinweis enthalten, dass weitere Abreden der Schriftform bedürfen.
Wenn dies so ist hat diese Vereinbarung alleine schon deswegen keine Gültigkeit.

Darüber hinaus führts Du diese Arbeiten jetzt ja selber aus. Auch hier gilt wo keine Leistung mehr ist auch keine Vergütung erforderlich!
Man stelle sich vor Du würdest auf die Idee kommen für nicht erbrachte Leistungen eine Vergütung vom Mieter zu erwarten!

Richtig ist die bisher vertraglich vereinbarte Miete für die Erhöhung anzusetzen, denn der Nachlass für seine Leistungen kann immer nur auf die Miete bezogen gewesen sein. Wären eine anderer Mietzins dafür vereinbart gewesen worden, müsste dies irgentwo schriftlich niedergelegt sein.

Dass Dein Mieter das anders sehen wird, steht aber auch außer Frage!!!

Gruiß JollyJumper
15.02.2007, 14:42 von Cora
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Hallo

es existiert also ein MV mit einer Miete von z.B. 400 €.
Wegen seiner Hausmeistertätigkeit hat der Mieter aber nur z.B. 300 € gezahlt.

Jetzt macht der neue Besitzer die Arbeiten selbst, Mieter muss also vereinbarte Miete gem. MV zahlen. Diese möchte der neue Vermieter erhöhen?

M.E. muss die Erhöhung natürlich auf die im MV vereinbarte Miete berechnet werden.

Stellt sich nur die Frage: ist die Mieterhöhung begründet?

Gruß
15.02.2007, 13:18 von Daimos2003
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Es wurde abgesprochen das für die Hilfe des Mieters seine Miete für dessen Hilfe gekürzt wurde.

Diese Hilfe wird aber nicht mehr benötigt.

Es geht mir nicht darum mit aller Gewalt meine Rechte durchzuboxen, ich möchte nur wissen ob ich im Recht bin wenn ich bei Mieterhöhungen im Recht bin wenn ich von der Miete im MV ausgehe.

Es ist beweisbar das das so abgesprochen wurde wie beschrieben aber was nützt mir das?

15.02.2007, 08:12 von Augenroll
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Es kommt wesentlich darauf an, was genau abgesprochen wurde und wie beweisbar das ist. Sind mündliche Absprachen im MV explizit ausgeschlossen?

Davon ausgehend können nur Sie allein einschätzen, ob Sie dem Mieter gegenüber wortbrüchig werden möchten.

Streben Sie eine einvernehmliche Regelung mit dem Mieter an, sonst könnte der Hausfrieden und das Vertragsverhältnis erheblich vergiftet werden.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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