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08.06.2007, 19:59 von vonBreitensteinProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Vollstreckungssperre Insolvenzverf.
Ex-Mieterin mit hohen Mietschulden hat auf mein Betreiben EV abgegeben. Antrag auf Lohnpfändung.Rechtspfleger schreibt zurück:Ex Mieterin hat seit 2005 ein Insolvenzverfahren und das sei ein Hindernis für die beantragte Lohnpfändung.Kann ja sein, wenn Titel aus der Zeit bis zum Beginn des Insolvenzverfahrens stammt-dann kommt die Forderung in den großen Lostopf.Aber gilt das auch, wenn Schuldner nach Beginn des Insolvenzverfahrens weiter Schulden macht? Wer weiß da was genaues? oder Quellen der Erkenntnis?
fragt von Breitenstein
Alle 12 Antworten
10.06.2007, 12:23 von verzweifelter
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Hallo,

Zitat:
Ich wünsch mir ja so, dass alle diese Sesselfurzer mal selbst Gläubiger eines Insolvenzschuldners werden!

Bin mir sicher, dass die in diesem Moment alles Mögliche machen würden ...
Ich denke auch manchmal darüber nach, was geschehen würde, wenn ein Erbe das Erbe, was aus einer an einen Mietpreller vermieteten Immo bestehen würde, ausschlagen würde. Würde die Immo dann an den Staat fallen? Wenn ja, dann wäre der Mietpreller sicher in aller Kürze geräumt!
Oder was geschieht, wenn ein Erbe das Erbe ausschlägt und sich kein weiterer Erbe dazu bereiterklärt, es anzunehmen? Es fällt doch an den Staat, oder?

verzweifelter
10.06.2007, 12:04 von Rita
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Tja - ich habe zur Zeit mit 2 Insolvenzverwaltern zu tun - Kern aller Aussagen: >alles bedauerlich, wissen selbst von "redlicher Schuldner" keine Spur, sind die Hände gebunden - das ist halt unser Insolvenzrecht<
Der Insolvenzverwalter tut maximal nur das, was er tun muss ... mit geringstmöglichem Zeitaufwand (ist ja verständlich - aber viel ist das nicht)

Dazu ist das ganze Insolvenzrecht derart verworren, dass ein echter Durchblick schwer ist - und geschützt wird natürlich grundsätzlich der Schuldner vor den bösen Gläubigern.
Außerdem hängt die Messlatte hinsichtlich Versagen der Restschuldbefreiung m.E. viel zu hoch und dazu muss ja immer der Gläubiger, der Antrag auf Versagen der Restschuldbefreiung stellt, die Sache samt Vorsatz erstmal beweisen.
http://www.brennecke-partner.de/default.php?Navi=Rechtsinfos&Unternavi=Insolvenzrecht&Submenue=Restschuldbefreiung&Subm1=Versagung&Sliste=0

Schaut euch doch auch mal die diversen Abhandlungen nur bei Brennecke an:
http://www.brennecke-partner.de/default.php?Navi=Rechtsinfos&Unternavi=Insolvenzrecht

Mich kotzt es dermassen an, dass Schuldenmachen auf Teufel komm raus quasi straflos möglich ist ... und dann mal eben einfach auf Insolvenz/Restschuldbefreiung gemacht wird.
Einfach: tatsächlich, denn keiner (außer vielleicht dem gelackmeierten Gläubiger) forscht nach bzw. geht eindeutigen Hinweisen nach, Schwarzarbeit wird als normal angesehen und zur Belohnung kriegt der arme Schuldner dazu dann noch Arbeitslosengeld ...
Ich wünsch mir ja so, dass alle diese Sesselfurzer mal selbst Gläubiger eines Insolvenzschuldners werden!

Bzgl. Detailfragen (neue Schulden titulieren?) vielleicht auch mal hier suchen:
http://www.insolvenzrecht.de/insolvenz-forum/

Ach - und da noch eine Kurzinfo für alle, die bislang noch an Märchen glauben:
http://www.team-legs.de/Downloads/11_INSOLVENZ_IRRTUEMER.pdf#zoom=100
Hallo,

ja, die Privatinsolvenz steckt noch in den Kinderschuhen. Und es wurden inzwischen wohl auch erste Änderungen vorgenommen, aber ich weiss jetzt nicht worum es bei den Änderungen ging. Aber das zeigt, die Sache ist noch nicht ganz ausgereift.
Wenn es wirklich machbar ist, die neuen Schulden titulieren zu lassen, dann wäre das vielleicht wirklich nicht das Schlechteste, so wie Jutetuetchen schrieb, denn wenn das evtle weitere Gläubiger auch machen, so wird dann der Vorsatz oder Betrug einfacher beweisbar.
Ist schon schlimm, dass man manchmal nur so vorgehen kann.

verzweifelter
10.06.2007, 11:01 von Jutetuetchen
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Hallo,

ich denke mal schon dass die Gläubiger dann ihre Forderungen titulieren lassen können und auch müssen - es sind ja "neue Schulden" die mit dem InsO nichts zu tun haben.

Allerdings kann ich mir schon denken dass diese neuen Schulden die ein Schuldner in seinem InsO Verfahren macht durchaus Konsequenzen haben werden (der Schuldner macht Schulden - sprich er weiss eigentlich dass er die Forderungen nicht wirklich zahlen kann) ..... da riecht man ja schon förmlich einen "Vorsatz" - oder sehe ich das falsch ??? Ich denke da wirklich Richtung Anzeige Betrug etc.

Hier wird bestimmt auch irgendwann was passieren so dass vielen evtl. sogar die Restschuldbefreiuung nicht erteilt bzw. entzogen wird und das ganze InsO platzt - kann zwar noch dauern aber ich denke es wird kommen....

Die ersten InsOs sind ja noch nicht ganz solange durch (seit es das Verfahren für Privatleute gibt) und ist wohl noch teilweise in den "Kinderschuhen" und es wird bestimmt noch einige gravierende Änderungen und Auflagen geben.

Ich weiss es jetzt nicht ganz genau wann es eingeführt wurde ..... 1998/1999 ?!?!?

LG
10.06.2007, 10:41 von verzweifelter
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Hallo,

ja, neue Schulden dürfen gemacht werden. Wenn man nachweisen kann, dass dem PI-ler klar war, dass er neue Schulden machen wird, dann könnte man evtl. von Betrug sprechen und die PI ist dahin. Aber dies ist sehr schwer nachzuweisen. Bringt auch nichts, denn man will als Gläubiger sein Geld bekommen.

Vielleicht hilft die Beantwortung folgender Frage: Dürfen Gläubiger die Schulden, welche in der Wohlverhaltensperiode neu entstehen, titulieren lassen? Wenn ja, so hätte man später vielleicht mal eine Chance (wenn auch unwahrscheinlich), ans Geld zu kommen.

verzweifelter
10.06.2007, 10:35 von johanni
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Hallo Rita,

meine gemachten Aussagen, habe ich in einem ähnlichen fall von einem Insolvenzverwalter bestätigt bekommen

Aber die Mühlen mahlen ja bekanntlich sehr langsam.

Gesetze hin oder her, persönliche Gespräche bringen in der Regel mehr

LG Johanni
10.06.2007, 09:37 von Rita
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@ cora, johanni
ist jemand in einer Privat-Insolvenz, darf er gar keine neuen Schulden machen, denn neue Schulden heben die Insolvenz auf.

Das ist ein Märchen, das ich auch mal geglaubt habe, bis ich die bittere Wahrheit (samt Schuldner in Insolvenz) hautnah selbst erlebt habe.
Rechtsgrundlagen/Links habe ich ja nun schon mehrfach erwähnt (siehe Links) - bitte lest doch selbst mal nach - und tragt nicht weiter dazu bei, dieses Märchen am Leben zu erhalten.
09.06.2007, 19:28 von Jutetuetchen
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Johanni ..... so würde ich das auch machen.

LG
09.06.2007, 19:05 von johanni
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Hallo,

lass Dir mal vom Gerichtsvollzieher den Insolvensverwalter nennen und setze Dich dann mit ihm in Verbindung.

Sollte die Mieterin sichnicht auf die gesetzlichen Auflagen halten, d.h. sie macht weiterhin Schulden, könnte es u.U. sein, dass sie gar keine Restschuldbefreiung bekommt.

Vielleicht reicht ja auch ein entsprechendes Gespräch mit der Mieterin. Wenn ihr dieser Umstand mal vor Augen geführt wird ist sie ( sollte sie) vielleicht bereit, freiwillig zu zahlen

Johanni
09.06.2007, 18:42 von Cora
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Hallo

normalerweise ist es doch so:
ist jemand in einer Privat-Insolvenz, darf er gar keine neuen Schulden machen, denn neue Schulden heben die Insolvenz auf.

Irgendjemand schläft hier anscheinend.

Gruß
09.06.2007, 14:17 von johanni
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Hallo,

Zitat:
Ex-Mieterin mit hohen Mietschulden hat auf mein Betreiben EV abgegeben. Antrag auf Lohnpfändung.Rechtspfleger schreibt zurück:Ex Mieterin hat seit 2005 ein Insolvenzverfahren und das sei ein Hindernis für die beantragte Lohnpfändung.


Wie geht dass, Insolvenzverfahren und dann noch Abgabe einer EV??

Der GV hätte vorher prüfen müssen, ob seine Vollstreckung überhaupt rechtmäßig ist. Dieses ist es m.M.n nicht, da im Insolvenzverfahren der Schulder geschützt ist.

Johanni
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