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09.04.2007, 12:40 von BolangerProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Vollstreckungsbescheid ist da - wie gehts weiter?
Hallo Forum,

nachdem mich ein Handwerker bei unserem Neubau ziemlich geärgert hat, halte ich nach einem längeren Prozedere den Vollstreckungsbescheid in Händen. Leider ist die erste Ausführung auf dem Postweg abhanden gekommen. Also musste ich eine zweite vollstreckbare Ausführung beantragen. Sei es drum. Der Vorteil ist, dass als Datum der Zustellung an den Handwerker Anfang August 2006 genannt ist. Die Einspruchsfrist von 2 Wochen wurde also nicht genutzt und ist jetzt verstrichen.

Wie gehts denn nun eigentlich weiter? Renn ich mit dem Vollstreckungsbescheid zum Gerichtsvollzieher, damit der die Bude ausräumt? Oder gehe ich zum Amtsgericht wegen einer Kontopfändung? Vielleicht kann mir hier jemand einen Stups geben, damit ich nicht zu den falschen Leuten renne.

Bolanger
Alle 3 Antworten
09.04.2007, 23:26 von Mieterliebe
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@ Rita

doch bei mir - habe gerade eine kassenpfändung durchführen lassen.

mietschulden werden so eingetrieben - GV taucht bei dem schuldner im laden auf und "da klingelt die kasse" - der GV läuft sich zwar die hacken ab - ist sein job.

mühsam nährt sich das eichhörnchen.

@Bolanger

schick den kram einem GV und der kümmert sich - gut, du musst mit ein paar euro in vorkasse gehen, aber ich denke, dass der handwerker bezahlen wird und somit kriegst du die kosten auch ersetzt. irgendwie hat ein mahnbescheid bei mir immer geholfen. die schuldner haben gesehen, dass es jetzt "spaßfrei" wird.

grüße
09.04.2007, 22:08 von Rita
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Hallo Bolanger

das Ziel ist schnell und (für den Schuldner unvorbereitet zuschlagen.
Ich halte es so:
Bis ich den Vollstreckungsbescheid in Händen halte, Zugriffsmöglichkeiten erforschen zwecks Kontopfändung - möglichst so, dass der Schuldner nichts davon mitbekommt ... und dann schnellstmöglich "zuschlagen".
Eine bisher unbelastetete Bankverbindung eines nicht-vorgewarnten Schuldners bietet da m.E. die besten Erfolgschancen.

Nach dem ersten Vollstreckungsversuch, ist der Schuldner vorgewarnt und hat bis zum nächsten Versuch bzw. bis zur Abgabe der EV i.d.R. seine Verhältnisse entsprechend "neugeordnet".
Ich kenne keinen Fall, bei dem der Versuch einer Sachen-Pfändung oder einer Taschenpfändung erfolgreich verlaufen wäre ...

Die EV bietet nach meinen Erfahrungen i.d.R. keinerlei verwertbaren Auskünfte, sondern dient eher der persönlichen Genugtuung und/oder womöglich der Überführung von Falschauskünften "an Eides statt" > Strafanzeige.

Der Ablauf ist z.B. hier recht gut dargestellt:
http://www.mahnung-online.de/Mahnablauf/ablaufZV.htm
oder über die Hauptseite
http://www.mahnung-online.de/
> Zwangsvollstreckung
Tjaha, genau das ist die Frage.
Es liegt an Dir zu überlegen wie Du vollstrecken willst. Wenn Du eine Kontoverbindung kennst, kannst Du es mit der Kontenpfändung versuchen. Dazu brauchst Du ein eigenes Formular (gibt es beim Schreibwarenhandel) und damit gehst Du zum Amtsgericht (mit Deinem Titel in der Tasche) und stellst den Antrag auf Erteilung eines Kontenpfändungsbeschlusses. Du brauchst zumindest den Banknamen; die Bank ist meines Wissens verpflichtet, zu prüfen, ob der Schuldner Konten bei Ihnen unterhält.
Kostet 15 € oder sowas und dauert noch so 10 Tage bis Du diesen Kontenpfändungsbeschluß hast. Den stellst Du selber oder mit dem GV (kostet mehr) der Bank zu.

Vorteil: Billigste Art der Vollstreckung, Chance auf Bares
Nachteil: Leicht zu unterwandern; gerade für einen Selbstständigen (der eröffnet woanders ein neues Konto und das war es dann). Zudem dauert es noch mal etwas und der Schuldner ist gewarnt.

Zweite Möglichkeit - und die einzig gangbare wenn Du nicht weißt, ob und wo der Typ ein Konto hat und Du ansonsten gar keine Infos über den Schuldner hast: Den Titel an den GV schicken mit der Auffoderung, ihn zu vollstrecken und bei Unfruchtbarkeit die EV abzunehmen. Zu letzterer solltest Du unbedingt darauf bestehen, selber anwesend zu sein sofern der Schuldner nicht gleich beim Besuch durch den GV die EV mit abgibt.
Nachteil: Kostet mehr, kann ev. in Sachpfändung resultieren die ebenfalls Kosten produzieren kann (Einlagerung, Versteigerungskosten usw.). Kann auch nur alle drei Jahre abverlangt werden (mit wenigen AUsnahmen).
Vorteil: Naja, eine EV kann praktisch sein, weil sie eben die gesamte Übersicht bietet und eine Falschangabe strafrechtlich relevant ist. Allerdings muß man hier blitzschnell handeln da der Schuldner danach sofort seine Kontoverbindungen ändern kann und dann ist z.B. die Kontenpfändung hinfällig geworden. Man hat den Anspruch darauf, bei der EV mit anwesend zu sein und man darf dann auch Fragen stellen - sollte man auch nutzen da der GV das nur sehr desinteressiert verfolgt (habe schon von GVs gehört, die z.B. bei vorliegendem Wertpapierbesitz nicht nachfragten...kurz darauf war das Depot dann plötzlich verschwunden...). Weiterer Vorteil ist, daß so eine EV im Schuldnerverzeichnis und damit flugs bei der Schufa und Co. auftaucht...das macht es dem Schuldner schwerer...

Viel Erfolg!

S.
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