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29.10.2006, 23:34 von Shadow1977Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Verwaltervertrag
Hallo!
Ich wurde gefragt, ob ich die Hausverwaltung für ein neu gebautes Objekt übernehmen möchte. Nun wollte ich ein WEG-Konto bei der Bank eröffnen, aber die haben mich nun um einen Verwaltervertrag gebeten. Eine WEG-Sitzung unter den Eigentümern ist erst nächstes Jahr geplant. Wie kann ich hier vorgehen, damit die Bank zufrieden gestellt ist.
Soweit ich weiß, kann ein Bauherr einen Verwalter für die erste Zeit "auswählen". Kennt jemand den genauen Zeitraum?
Freue mich über Eure Antworten!
Alle 13 Antworten
02.11.2006, 11:39 von MarieP
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Hallo

Zitat:
Da hier eher über mich anstatt der tatsächlichen Problematik gesprochen wurde, kurz zur


seh ich zwar nicht ganz so -
aber:

Verwalterbestellung

Über die Bestellung des Verwalters beschließen die Wohnungseigentümer mit Stimmenmehrheit § 26 Abs. 1 Satz 1 WEG. Die Bestellung des Verwalters kann höchstens auf 5 Jahre vorgenommen werden § 26 Abs. 1 Satz 2 WEG. Eine wiederholte Bestellung des Verwalters ist zulässig. Die wiederholte Bestellung des Verwalters bedarf eines erneuten Beschlusses der Wohnungseigentümer.
Wegen § 26 Abs.1 Satz 4 WEG, der andere als die in § 26 Abs. 1 WEG genannten Beschränkungen der Bestellung oder Abberufung des Verwalters für unzulässig erklärt, kann die Bestellung des Verwalters nicht einem oder mehreren Dritten wie etwa dem Bauträger, dem Verwaltungsbeirat oder einer Minderheit von Wohnungseigentümer weder durch Beschluß der Eigentümergemeinschaft noch durch Vereinbarung in der Gemeinschaftsordnung übertragen werden. Ein derartiger Beschluß wäre ebenso wie eine entsprechende Vereinbarung nach § 10 WEG nichtig. Er bedarf keiner Anfechtung vgl. Bärmann/Pick/Merle § 23 WEG, Rd-Nr. 118 und § 26 WEG.

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Egal wie gut du mit dem Bauherrn stehst und/oder anderen Eigentümern - da du ja bereits verwaltest, solltest du die notwendigen Formvorschriften im eignen Interesse nicht ausser acht lassen. Verwaltung ist nicht nur Buchführung und Abrechnung.
---------------------

Zitat:
Des weiteren verfüge ich über etwas, worüber sich bestimmt mehr als 60 Prozent der Eigentümer an der eigenen Verwaltung ärgern: Engegement und Spass bei der Arbei


ha, der war gut
02.11.2006, 01:16 von Shadow1977
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Hi!

Danke für die vielen Antworten.
Da hier eher über mich anstatt der tatsächlichen Problematik gesprochen wurde, kurz zur Info:
Ich verwalte bereits 6 kleinere Objekte, besitze eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung und mache dieses nebenbei seit ca. 3 Jahren und kenne mich durchaus etwas aus. Ich war auf mehreren Seminaren (u.a. IHK etc.) und bin Hauptberuflich in einer Steuerberatungsgesellschaft tätig. Von daher habe ich schon Abrechnungen, Schriftverkehr u.a. von über 50 verschiedenen Hausverwaltungen bekommen und denke schon, das ich etwas firm bin. Des weiteren verfüge ich über etwas, worüber sich bestimmt mehr als 60 Prozent der Eigentümer an der eigenen Verwaltung ärgern: Engegement und Spass bei der Arbei .
Aber danke über die sachlichen Hinweise und Informationen .
01.11.2006, 13:11 von Kasperkopf
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Hallo Johanni,

schön, dass ich zur allgemeinen Weiterbildung beitragen kann

Zitat:
Schätze mal, dass auch in absehbarer zeit sich die Verwaltergebühren extrem erhöhen werden.

Da bin ich auch sehr gespannt, wo die Entwicklung hin geht. Momentan unterbieten sich bei uns die kleinen Verwalter gegenseitig mit ihren Gebühren. Dadurch leidet aber die Qualität der Arbeit.

Unsere Verwalterin des Hauses in dem ich wohne, hat seit ewigen Zeiten ihre Gebühren nicht mehr erhöht. Anstatt der Gemeinschaft sachlich zu erklären, dass sie damit nicht mehr zu Rande kommt, denkt sie dann lieber auf der Versammlung laut darüber nach, das Versammlungsprotokoll nicht mehr an alle Eigentümer zu versenden, um Portokosten zu sparen. So was verärgert aber die Eigentümer.

Gruss Kasperkopf
01.11.2006, 12:51 von johanni
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Hallo Kasperkopf,

leider oder gerade ist Dein Beitrag so interessant, für alle Verwalter

Alles immer so gesetzestreu abzuwickeln würde den Berufsstand der Anwälte ja zunichte machen

Und leider wird man ja nur aus Schaden bzw. Nichtwissen ( wie soll man denn auf Grund der ständig wechselnden Rechtsprechung überhaupt noch sicher sein, dass nicht ein " Haar in der Suppe " gefunden wird?)handeln?.

Die Verwaltung wird immer komplizierter, die Kosten immer höher! Schätze mal, dass auch in absehbarer zeit sich die Verwaltergebühren extrem erhöhen werden.

LG Johanni
01.11.2006, 12:38 von Kasperkopf
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Hallo Shadow,

in Ergänzung zu meinen Vorschreibern: Grundsätzlich hat jede WEG-Verwaltung ihre Tücken und es ist schwieriger, als es aussieht.

Lies Dir mal meinen Beitrag "WEG-Instandhaltungsrücklage" durch als kleinen Vorgeschmack auf das, was Dich erwartet.

Schließe unbedingt eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung ab, bevor Du mit dem Verwalten beginnst.

Ich will hier nichts schlecht reden, ich habe selbst als Quereinsteiger angefangen. Aber ich hatte Glück und meine ersten WEG's waren - und sind es bis heute - echte Sonnenschein-WEG's mit wenig Problemen. So hatte ich Zeit, mich mit der Materie vertraut zu machen. Hätte ich gleich am Anfang so eine WEG wie unter dem oben genannten Beitrag genannt, erwischt, wäre ich heute wahrscheinlich ruiniert, weil mich meine Haftpflichtversicherung irgendwann rausgeschmissen hätte und ich sämtliche Schäden und Fehler, die ich in meiner anfänglichen Naivität und Unwissenheit bei so einer problematischen und streitlustigen WEG produziert hätte, selbst hätte bezahlen müssen.

Gruss Kasperkopf
01.11.2006, 11:13 von MarieP
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Hallo

Zitat:
danke für Deine Antwort.
Es sind bis dato von 4 Einheiten nur 2 Verkauft, die 3. Whg. ist vom Bauherren selbst vermietet und die 4. steht noch leer. Das "Vertrauen" der anderen Eigentümer besitze ich auch .



Mag ja sein - aber ohne ordnungsgemäße Bestellung in der Wohnungseigentümerversammlung läuft hier nichts.

Zitat:
Dann werde ich vielleicht doch bald ne Sitzung einberufen, auch wenn noch nichts groß zu besprechen ist, und lasse mich dort "offiziell" wählen.




Eine Verwaltungübernahme bei Neubau hat schon seine Tücken.
Baumängel usw. Du stehst in der Verantwortung.
Es gibt schon was zu besprechen, wie z.B. der Wirtschaftsplan.
01.11.2006, 10:02 von johanni
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Hallo,

Zitat:
Dann werde ich vielleicht doch bald ne Sitzung einberufen, auch wenn noch nichts groß zu besprechen ist, und lasse mich dort "offiziell" wählen.


Wieso meinst Du, dass noch nichts groß zu besprechen ist???????
Hast Du denn ausreichende Kenntnisse von einer Hausverwaltung?

Gerade bei einem Neubau ist der Wirtschaftsplan nicht ohne Risiken!! Bist Du denn auch für die Abnahme vom Bauträger als Verwalter zuständig??
Wissen denn die beiden Käufer, welche mtl. Zahlungen auf sie zukommen??

MarieP hat in diesem Forum eine sehr gute Scheckliste zum Thema Hausverwaltung reingesetzt. Vielleicht liesst Du diese mal und scheckst diese mal für Dich ab.

LG Johanni
01.11.2006, 09:31 von Shadow1977
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Hallo Kasperkopf,

danke für Deine Antwort.
Es sind bis dato von 4 Einheiten nur 2 Verkauft, die 3. Whg. ist vom Bauherren selbst vermietet und die 4. steht noch leer. Das "Vertrauen" der anderen Eigentümer besitze ich auch .
Dann werde ich vielleicht doch bald ne Sitzung einberufen, auch wenn noch nichts groß zu besprechen ist, und lasse mich dort "offiziell" wählen.
31.10.2006, 19:58 von Kasperkopf
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Hallo Shadow,

die Frage ist: Wer ist Eigentümer? Wahrscheinlich nicht nur der Bauherr sondern auch noch andere Wohnungseigentümer. Über den Verwalter bestimmt die Eigentümergemeinschaft im Allgemeinen mit einfacher Mehrheit - vorsichtshalber aber nochmals in die TE schauen, manchmal ist auch eine 2/3 Mehrheit oder dergleichen vereinbart.

Das bedeutet für Dich: Du musst nicht nur den Bauherrn für Dich gewinnen sondern auch die Eigentümer. Dann musst Du als Verwalter berufen bzw. bestellt werden und dann macht man noch den Verwaltervertrag. Und erst dann geht man zur Bank und eröffnet ein Konto, schreibt die Versorger an etc.

Was spricht denn dagegen, jetzt schon eine Versammlung einzuberufen und die Verwalterbestellung zu beschließen? Das ist immerhin eine wichtige Angelegenheit.

Gruss Kasperkopf
31.10.2006, 19:06 von Shadow1977
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Hi!
Ich wurde vom Bauherren gefragt, mit dem ich sehr gut auskomme. Ich kümmere mich eh um seine gesamten Angelegenheiten, da er mehrere Monate im Ausland ist .
Um nochmal auf meine eigentliche Frage zurück zu kommen:
Reicht es hier aus, wenn mir der Bauherr eine Art "Vollmacht" aushändigt, oder was wäre hier sinnvoll? Nochmals zu erwähnen ist, daß noch keine WEG-Sitzung stattgefunden hat, da dies erst nächstes Jahr stattfinden wird. In der TE ist kein Verwalter angegeben.
Danke im voraus für Eure Hilfe.
30.10.2006, 11:31 von CMAX_65
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Hi,

nicht den 2 Schritt vor dem ersten tun.

Erst Verwaltervertrag, dann Kontoeröffnung, alles andere ist Murks!

MFG
30.10.2006, 10:56 von MarieP
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Hallo

Zitat:
Ich wurde gefragt, ob ich die Hausverwaltung für ein neu gebautes Objekt übernehmen möchte.


Wer hat dich gefragt? Der Bauherr? Bist du in der TE als Erstverwalter genannt?
30.10.2006, 08:54 von Kasperkopf
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Hallo Shadow,

warum willst Du denn schon ein WEG-Konto eröffnen, wenn noch gar nicht 100 %-ig sicher ist, dass Du die Verwaltung auch bekommst? Auch bei mir eröffnet die Bank immer erst dann das Konto, wenn ich einen Nachweis sowie die Eigentümerliste vorlege. Der Nachweis kann entweder der Verwaltervertrag, das Protokoll der Versammlung, auf welcher die Bestellung erfolgte oder die notarielle Teilungserklärung mit entsprechendem Passus sein. Kannst Du keine der drei Nachweismöglichkeiten vorlegen, kannst Du noch gar nicht sicher sein, ob Du die Verwaltung überhaupt bekommst und dann ist eine Kontoeröffnung wahrlich verfrüht.

Gruss Kasperkopf
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