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30.05.2007, 18:37 von EliProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Versicherung Mietausfall
Hallo,

ich habe hier im Forum und auch in Vermietertipps anderer Seiten aufgeschnappt, daß es eine Versicherung gegen Mietausfall gibt. Im Netz habe ich u.a. eine gefunden, die folgende Leistungen angibt:

Schutz vor Mietausfällen: Wir übernehmen das Ausfallrisiko.
Schutz vor weiteren Kosten: Räumungskosten werden von uns übernommen.
Schutz vor Vandalismus: Wir sorgen mit unseren Partnern für eine Renovierung Ihrer Wohnung, damit sie so schnell wie möglich wieder neu vermietet werden kann.
Schutz vor Mietnomaden: Vor Abschluss eines Mietvertrages prüfen wir Ihren neuen Mieter.

Hat jemand von euch Erfahrungen mit sowas?

Bin gespannt auf eure Antworten!

Eli
Alle 11 Antworten
Ich zahle 45 Euro für meine Vermieterrechtsschutzversicherung pro WE, dass finde ich lässt sich noch gut verkraften.

Gruß Christoph
www.grundvers.de bzgl. Mietausfallversicherung.
(Mal in der Info nachsehen, wann die Versicherung eintritt !)

Ansonsten tummeln sich viele Anbieter im Netz und posten Werbung auch im Forum, es wird alles mögliche versprechen - hat also - wenn man logisch nachdenkt - einen sehr dubiosen Beigeschmack.
@Christoph:

die Rechtschutzversicherung war eigentlich für ein Objekt mit 4 WEs und wurde damals von meinen Eltern abgeschlossen, weil Sie Anfang der 80er gleich beim ersten Haus den ersten "Mietnomaden" hatten und auch eine 2. Mietpartei (übrig geblieben aus der Blumenkinder Generation mit den entsprechenden Ansichten) mächtig Ärger gemacht haben.

Einer der Nachmieter hat InSo angemeldet und seine Miete nicht mehr bezahlt, so dass es in der Anfangszeit dann 3 Prozesse gegeben hat, die auch alle gewonnen wurden, aber es hat eben die Vers. ganz schön Schotter gekostet. Dadurch wurde dann der Beitrag entsprechend angehoben.

Nun habe ich diese Versicherung irgendwie immer behalten, weil ich dachte "jetzt haste so lange bezahlt und wenn ich jetzt kündige, kommt morgen was und ich ärgere mich".

Tja und eigentlich müsste ich das Ding kündigen und mal überprüfen, ob ich nicht so eine Art general-versicherung für alle meine Wohnungen, die ich inzwischen habe, abschließen sollte.

Inzwischen hat eben auch die ganze Familie den "kleinen Schein" in Sachen Vermietung und Verpachtung, so dass derartige Klopfer (sprich schlicht die falschen Mieter und keine rechtssicheren Vereinbarungen) auch in den letzten 15 Jahren nicht mehr in dieser Form passiert sind.

ich glaube, dass wird mein nächstes klein-projekt fürs lange Wochenende. ich werde diese leidige Vers. kündigen und mir ein paar neue Angebote zuschicken lassen.

Da werde ich dann auch nochmal Eure Ratschläge brauchen

gruß
Mara

31.05.2007, 10:19 von zaunkoenig
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Hallo,

nunja, Grimms Märchen sind ja auch nicht tot zu kriegen. Daher hält sich auch hartnäckig die Mär von der Mietausfallversicherung.

Zitat:
Schutz vor Mietausfällen: Wir übernehmen das Ausfallrisiko.
Schutz vor weiteren Kosten: Räumungskosten werden von uns übernommen.
Schutz vor Vandalismus: Wir sorgen mit unseren Partnern für eine Renovierung Ihrer Wohnung, damit sie so schnell wie möglich wieder neu vermietet werden kann.
Schutz vor Mietnomaden: Vor Abschluss eines Mietvertrages prüfen wir Ihren neuen Mieter.


Das gibt es nicht!
Weder in Deuschland, noch sonst irgendwo auf der Welt, und da komme ich tagtäglich einiges rum.

Man schalte mal den Kopf ein und überlege folgende Dinge:

Vermieter trägt ein hohes Ausfallrisiko bezüglich der Punkte, die die Mietausfallversicherung abdecken soll.
Wer schon einmal nur einen Punkt als seinen Schaden nennen kann, der weiß, was für Ausfälle da auf ihn zukommen bzw. zugekommen sind.
Und nun findet sich eine Versicherung, die in die Position des Vermieters einsteigt, und ihm alle Vermieterrisiken abnimmt, sich also nur Nachteile auflastet. Schon sehr fragwürdig!

Mir ist keine Versicherung bekannt, die ähnliche Risiken übernimmt. Man kann Mietausfall und damit verbundene Kosten nicht einmal bei Lloyd's in London versichern.

Man möge auch einmal darüber nachdenken, warum es bisher nicht möglich ist, halbwegs zuverlässige Informationen über Neumieter zu bekommen und so immer auf Mietnomaden hereinzufallen. Warum sollte die Versicherung dies plötzlich können?

Man möge auch darüber nachdenken, dass die Versicherung ebenfalls an gültige Gesetze gebunden ist. Alleine die Tatsache, dass hier die Mietforderung an die Versicherung abgetreten wird (typischer Fall des Mietleasings), heißt ja nicht, dass die Versicherung nun Mietvertragspartner ist. Das ist und bleibt der Hauseigentümer.
Wie also, soll die Versicherung nun über gesetzliche Möglichkeiten verfügen einen säumigen Mieter früher und anders loszuwerden als der Vermieter?

Einzig was die Versicherung tatsächlich absichern kann, sind die Folgeschäden von Vandalismus und die Rechtskosten der Räumung. Das kann man allerdings auch bei jeder x-beliebigen Versicherung tun.

Und da ich vermute, dass es Vermieter gibt, die aktiv so etwas abgeschlossen haben, und auch ganz allgemein der Glaube an die Mär nimmer enden wird, gibt es Vertreter, die die Mär weiterhin kräftig vertreten und dafür eintreten. Irgendwann kommt dann doch das große Weinen, wenn denn mal das Kleingedruckte genauestens gelesen wird und plötzlich feststellen muss, dass man doch auf einigem Schaden sitzen bleibt.

Man Gedenke einfach mal der Tatsache wie lange ein solches Unternehmen eine Provision bzw. Gebühr erwirtschaften muss, um einem Mietausfall nachzukommen.
Bei einer Miete von 1.000 Euro kalt und 5% Gebühr bedarf es 20 Kaltmieten. Für den Ausfall von 6 Monaten bedarf es dann schon 120 Kaltmieten - mithin 10 Jahre, ohne dass der Verein auch nur einen Cent für die eigenen Kosten und Aufwendungen verdient hat.

Mir ist auch kein Rückdeckungsversicherer bekannt, der dafür eine Rückdeckungsversicherung anbietet.

Aber im Grundgesetz ist ja die Glaubensfreiheit festgeschrieben. Und so darf jeder an das Glauben, was er glauben möchte.

31.05.2007, 09:53 von Eli
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Eine Vermieter-Rechtschutz haben wir inzwischen auch... leider waren wir nicht von Anfang an so schlau. Die hätte sich schon bei unserer 1. Mieterin gelohnt...mit der gehen wir ja nu vor Gericht. Anfängerfehler !

@ Christoph: sowas hab ich auch gelesen. Bei 2,5% wäre das ja auch ne Überlegung wert.

Meine Befürchtung ist nur, daß die Versicherung sich natürlich im Falle eines Falles irgendwie aus der Zahlung rauswindet... und dann hätte ich das Geld auch gleich verschenken können!
31.05.2007, 08:35 von ChristophL
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Hier gingen vor einiger Zeit auch einmal Angebote zum Mietfactoring rum, aber das wahre sind Sie nicht. Damals sollte das ganze so zwischen 2,5 und 5 % der Bruttowarmmiete kosten. Als ich nachgefragt hatte, waren es 6% und mehr...

@ Maralena: 500 Euro für ne Rechtschutzversicherung? Wieviele Wohnungen vermietest Sie denn?

Gruß Christoph
30.05.2007, 20:16 von Brigitte
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Hallo Eli,

auf eine Rechtschutzversicherung (gibt unterschiedliche Angebote) kann man heutzutage fast nicht verzichten. Die Mieter sind entweder im Mieterschutzverein oder haben selbst eine Rechtschutzversicherung. Da kann ein Rechtsstreit (über z.B. Betriebskosten) teuer werden. Der Haus- und Grundstücksbesitzerverein gibt schon Auskünfte, aber man muss auch wissen, wie man diese Ratschläge selbst umsetzen kann, sonst braucht man wieder einen Anwalt. Bei den zumeist mieterfreundlichen Richtern ist das nicht so einfach.

Ich vermiete seit 14 Jahren ein Haus und hatte mit 7 Mietern Probleme, die immer vor Gericht endeten. Schon nach dem ersten habe ich eine Versicherung abgeschlossen. Nicht wegen der Anwaltskosten, sondern wegen der Gerichtsvollzieherkosten(Räumung). Da können schon mal € 10.000,-- Vorkasse fällig werden. Da sind die Mietschulden meist Penuts.

Als ich mir vor 2 Jahren ein Mehrfamilienhaus zugelegt habe, war das erste, eine Versicherung abzuschließen, obwohl die Mieter schon sehr lange in ihren Wohnungen wohnen. Ich verwalte beruflich seit Jahren 1300 öffentlich geförderte Wohnungen und kann trotzdem den Mietinteressenten nicht von der Stirn ablesen, ob sie solvent sind. Die Auskünfte von der Schufa oder der Creditreform sind nicht immer aussagekräftig und vollständig, so dass man sich nicht darauf verlassen kann. Heutzutage werden ja viele Einträge bald wieder gelöscht.

Mit einer Mietausfallversicherung habe ich mich vor Jahren befasst. Die war aber wirklich viel zu teuer.

Grüße Brigitte
30.05.2007, 18:51 von maralena
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Hallo Eli,

ich habe bei x Wohnungen lediglich eine Rechtschutzversicherung, die schon der Hammer ist (ca 500 € p.a.).

Da ich bisher glücklicherweise wenig Ärger hatte, bin ich nur im Haus & Grund zwecks Rechtsberatung und verzichte auf teure Rechtschutzversicherungen - möglicherweise ein Fehler, aber ich bin ein absoluter Versicherungs-anti-typ und vollkommen beratungsresistent in dieser Hinsicht

Ich könnte mir nur vorstellen das die von Dir beschriebene Versicherung wahnsinnig teuer sein wird. Möglicherweise kannst Du das Geld dafür besser anlegen und dann für den Anwalt im Fall der Fälle für ein zügiges Verfahren verwenden.

Aber wie gesagt, das ist nur meine ganz persönliche (vielleicht auch schrullige) Meinung - bei mir haben Versicherungsvertreter einfach keine Chance

Gruß
Mara
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