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09.07.2014, 22:14 von 3578761Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Vermieterpfandrecht
Mal wieder eine Frage zum Vermieterpfandrecht.

Ich musste einem Ehepaar aus einer zwangsversteigerten Wohnung zwangsräumen lassen. Zuvor hatte ich Nutzungsentschädigung für den Fall der nicht fristgerechten freiwilligen Räumung angedroht. 2,5 Monat Nutzungsentschädigung zusammen mit den Räumungskosten belaufen sich meine Kosten auf 4000€. Das einzig wertbare in der Wohnung war eine teure Einbauküche. Die Schulden will das Paar nicht zahlen und verlangt die Herausgabe der Küche, da diese Hausrat sei und nicht der Pfändung unterliege.
Ist dem so? Kann ich die Küche versteigern lassen und dem Schuldner eine günstige Ersatzküche als Austauschpfand zur Verfügung stellen?

Liebe Gruss
AKO
Alle 2 Antworten
16.10.2014, 22:43 von hanss1
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Die Referenz "Tiger ohne Zahne" fand ich echt auf denn Platzt! :D
10.07.2014, 09:39 von Heidi.Schnurr, meineimmobilie.de
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Hallo,

bei einer "Küche" von der Stange grundsätzlich möglich, allerdings meines Erachtens ohne Kühlschrank und Herd, denn die gelten als unpfändbar bzw. austauschbar.

Haus- und Küchengeräte wie ein Herd, Warmwasserbereiter, Kaffeemaschine und Kühlschrank sind unpfändbar. Gepfändet werden können dagegen solche Gegenstände, die einen höheren Lebensstandard repräsentieren. Dies gilt beispielsweise für den Geschirrspüler.

Bei unpfändbaren Gegenständen kann in der Tat eine Austauschpfändung vorgenommen werden. Die Frage ist, ob sich die Sache wirtschaftlich lohnt. Kommt auf die Küche an...

...das Vermieterpfandrecht wird deswegen sehr gern als "Tiger ohne Zähne" bezeichnet: Hört sich gut an, bringt aber unterm Strich nicht viel außer Aufwand und zusätzliche Kosten. Ob es darüberhinaus einen nicht geldwerten "Befriedigungseffekt" gegenüber einem überschuldeteten Mieter gibt, kann ich nicht beurteilen.

Viele Grüße
Heidi Schnurr
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