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13.11.2007, 15:10 von NadinProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Vermieten an Wohnungslose
Hallo Zusammen,
ich arbeite momentan an einem Projekt, in dem es Ziel ist Vermieter zu gewinnen die bereit sind ihre Wohnungen an Wohnungslose zu Vermieten, hauptsächlich Harz IV Empfänger.
Was mich nun Interessieren würde, nach welchen Kriterien Vermieter generell Wohnungen vermieten oder auch welche Sorgen ihrerseits bestehen.
Sicherlich kann ich mir einiges auch selbst zusammenreimen, ich Stelle diese Frage, da ich allein sicherlich viele Kriterien übersehe.
Über ihre ehrlichen Antworten wäre ich Ihnen dankbar, da sie uns eventuelle Ansatzpunkte liefern können.

Viele Grüße
Nadin
Alle 21 Antworten
23.11.2007, 09:15 von Sledge_Hammer
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Zitat:
Er ist den ganzen Tag zu Hause und laaaangweilt sich.



oder er trollt in Foren und weint der guten alten Zeit nach...
22.11.2007, 10:01 von Mortinghale
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Zitat:
ein Hartz4 Empfänger mit all der Unterstützung die bekommt mehr Geld oder gleichviel wie ein normal arbeitender Angestellter.



Selbst bei finanziellem Gleichstand besteht da noch ein Unterschied:

Er ist den ganzen Tag zu Hause und laaaangweilt sich.

22.11.2007, 09:47 von Der_Vermieter
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Hallo,

tja die Problematikist heutzutage wohl der Ruf der den Hartz4 Empfängern voraus eilt. Grundsätzlich ist es mir ja egal wo der Mieter sein Geld herbekommt und teilweise bekommt ein Hartz4 Empfänger mit all der Unterstützung die bekommt mehr Geld oder gleichviel wie ein normal arbeitender Angestellter.

Für mich sind persönlicher Eindruck und Bonitätsauskünfte auch immer ein wichtiger Aspekt um mir ein Bild vom zukünftigen Mieter zu machen.

Ich kanns zwar nicht generell sagen, aber je nach dem würde ich solche Mieter nehmen.
22.11.2007, 04:32 von prinzregent
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Zitat:
welche Sorgen


... ganz einfach, der Wohnungslose zieht ein, und der doofe Vermieter bezahlt die Miete, das Wasser, den Strom, das GAS und so weiter. Welcher Volltrottel von Vermieter macht so was eigendlich ? Der Sozialarbeiter bezieht F E T T E S Gehalt und zahlt sicherlich keinen Mietausfall !

Die grossen Wohnungsbaugesellschaften sichern sich ab, da bezahlt die CARITAS die Mieten direkt an die Gesellschaft.



20.11.2007, 19:48 von Rita
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Ja - wenn sich tatsächlich etwas ändert, und einen die ARGE nicht wie bisher einfach im Regen stehen lässt, dann wäre ein großes Hindernis ausgeräumt.
Bis das so ist, sage ich aufgrund meiner bisherigen ARGE-Erfahrungen: Nein

Was ich erwarte?
Ich erfülle meine Vermieterpflichten.
Da erwarte ich natürlich, dass ein Mieter seine Mieterpflichten erfüllt - und meine Wohnung sowie die Nerven und die Geduld von mir, den anderen Hausbewohnern und der Nachbarschaft nur in vertragsgemäß erlaubtem Mass "abnutzt" und "verschleisst."

Also z.B. nicht DAS (selbstgebastelter "Durchlauferhitzer")
Ich hätte Bedenken. Klar wenn die Zahlungsangelegenheiten mit der Arge und den Ämtern geklärt ist, dürfte ja eigentlich nichts dagegensprechen, aber ich hätte ein ungutes Gefühl. Besonders wegen dem Thema Alkohol. Und man will nette Mieter, die man über Jahre hat nicht wegen Unruhen verärgern. vielleicht ist man auch über die Jahre einfach sensibilisiert und vorsichtig geworden. Und dieses Schubladendenken lässt sich manchmal schwer abschalten. Leider
14.11.2007, 18:38 von Ruhrpoettin
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Sicherlich ist es wichtig, dass die Miete und die Nebenkosten abgesichert sind was für mich an zweiter stelle kommt ist , dass der Mieter auch in das Haus passt und keine Unruhe verbreitet.

Ich hätte auch nichts gegen HarzIV, wenn sie in die Hausgemeinschaft passen. Das Betroffensein von Harz IV hat ja nicht mehr viel mit Anstand und Bildung zu tun, geschweige denn mit Obdachlosigkeit. Es kann heute jedem Zweiten passieren. Besser war allerdings die frühere Möglichkeit, sich die Miete vom Amt direkt überweisen zu lassen. Da die 345 Euro zu knapp bemessen sind, kommt jemand leichter als früher in Versuchung, das Mietgeld vom Amt für anderes auszugeben, und wenn es für notwendige neue Schuhe oder sonstwas ist. Und die Kinderzuschläge reichen leider nicht mal für das Schulessen.
13.11.2007, 20:04 von Mortinghale
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@Hecke

Zitat:
das haus wurde direkt von der diakonie angemietet


Wo war dann das Problem ?

Wenn das Grundstück interessant ist ...

13.11.2007, 19:37 von Sommer
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Zitat:
ich arbeite momentan an einem Projekt, in dem es Ziel ist Vermieter zu gewinnen die bereit sind ihre Wohnungen an Wohnungslose zu Vermieten, hauptsächlich Harz IV Empfänger.


Solange die Gesetzgebung nicht grundlegend geändert wird, brauchen Sie mit dem Projekt bei mir nicht zu klingeln - bewusst werde ich keinen HartzIVler mehr einziehen lassen. Einfach mal durchs Forum suchen - wenden Sie sich für sowas an die großen Gesellschaften mit schwer vermietbaren Plattenbauten oder Betonburgen...die freuen sich über jeden Mieter. Ein KLeinvermieter kann sich das heutzutage nicht mehr leisten!

S.
13.11.2007, 19:24 von Cora
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Hallo

ehrlich gesagt, ich möchte nicht an Obdachlose Hartz IV Empfänger vermieten, s. Problemaufzählung meiner Vorredner.

Wobei natürlich es natürlich auch wieder solche und solche gibt.
Habe letztens eine Reportage gesehen über einen obdachlosen Mann, der aus ganz traurigen Gründen Wohnung, Arbeit und Frau verloren hat - aber kein Alki ist. Solchen Menschen, wenn es möglich wäre, würde ich gern helfen, habe auch beim Fernsehsender angerufen, war aber aus Datenschutzgründen nicht möglich, dass ich mit diesem Mann in Kontakt treten konnte. Er hat mir echt Leid getan.

Ich will damit nur sagen, wenn alles passt, würde ich ggf. auch solche Mieter nehmen, aber unter der Voraussetzung, die Miete und NK würden direkt von der ARGE an mich überwiesen.

Es gibt so viel arme Menschen, denen man gern direkt helfen würde, aber der Datenschutz verhindert dies in der Regel, beispielsweise macht unsere Tageszeitung in der Adventszeit immer eine Aktion, hier wird über Menschen berichtet und man kann spenden und das Geld wird dann irgendwie verteilt.

Ich würde lieber persönlich helfen, finanziell oder materiell, denn so eine Hilfe ist von Dauer und der oder die, dem man hilft hätte vielleicht eine Sorge weniger.

13.11.2007, 18:45 von hecke
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mir ist vor einem jahr ein appartementhaus mit einersuperrendite (ca.20%) angeboten worden, bei einer besichtigung stellte ich saufgelage, umherliegende spritzen und hohe von dennachbarn erichtete zäune fest.
das haus wurde direkt von der diakonie angemietet, der verkäuferin eine ältere dame dessen mann ein jahr zuvor verstorben war kam mit diesem klientel nicht zurecht.....
und ich moechte das haus nicht einmal geschenkt haben... das was sich dort abegspeilt hat war die unterste schublade
13.11.2007, 16:45 von rrutz
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Zitat:
Nadin = augen(T)roll ?


Tja, möglich wäre es schon... hat augen(t)roll ja selbst geschrieben:

Zitat:
Unabhängig davon, stelle ich fest, dass das Halten von mehreren Accounts nicht gegen die Forenregeln verstößt.

MFG AR
13.11.2007, 16:36 von dunkelROOT
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Nadin = augen(T)roll ?
13.11.2007, 16:24 von rrutz
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Leider zeigt die Erfahrung, das es mit diesen Mietern meistens zu Problemen kommt - insbesondere auch durch nächtliche Saufgelage, Streitereien, Pöbeleien und nicht zuletzt Unsauberkeit und Gestank - so schlimm es sich auch anhört.

Diese Leute gehören sicher zunächst zur Wiedereingliederung in ein betreutes Wohnprojekt und nach einer gewissen Zeit dann natürlich auch in eine eigene Wohnung.

Ob da aber ein Privatvermieter, der möglicherweise noch im selben Haus wohnt, der richtige Ansprechpartner ist, wage ich zu bezweifeln.

Hier können Wohnungsbaugesellschaften sicher besser handeln und eine Betreuung der Mieter darstellen als ein Privatmann der im übrigen meist nicht die Ausbildung zum Sozialarbeiter hat - während Wohnungsbaugesellschaften immer öfter geschulte Mitarbeiter haben.

rrutz
13.11.2007, 16:04 von johanni
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Hallo Nadine,

kann Nass nur zustimmen.

Helfen ist immer eine sehr schöne Sache, besonders wenn man kein Vermieter ist. Hier kann/darf man einseitig die Interessen von " Betroffenen vertreten"!!

Die Kehrseite ist nur die, dass Du für Deine Hilfestellung keine Dankbarkeit erwarten darfst. Wenn etwas verkehrt läuft, d.h. keine Miete gezahlt oder Vandalismus pp. stattfindet, wird ganz schnell erst mal ein Schuldiger gesucht.

Ich wünsche Dir trotzdem viel Glück und wenig Niederlagen.

Johanni
13.11.2007, 16:02 von Mortinghale
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Also, Frank,

Zitat:
ich für meinen Teil möchte Ruhe und Frieden in meinen Häusern haben und hierfür würde ich sogar mit dem Mietpreis runter gehen.


Wenn das man nicht die falsche Richtung ist.

IdR sind die Mieter, die wenig Miete zahlen, die "Problemmieter".

13.11.2007, 15:55 von nass01
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Sicherlich ist es wichtig, dass die Miete und die Nebenkosten abgesichert sind was für mich an zweiter stelle kommt ist , dass der Mieter auch in das Haus passt und keine Unruhe verbreitet.

Ich gehe mal in der Annahme, dass du Obdachlose meinst die meist leider auch ein Alkoholproblem haben.

Mit diesen Leuten habe ich leider sehr viel negative Erfahrungen gemacht, nächtliche sehr laute Streitereien, jede menge Polizeieinsätze, regelrechte Saufgelage in der Wohnung mit ganzen Gruppen von Gleichgesinnten, was aber am schlimmsten war, dass sich die anderen Mieter sehr gestört gefühlt haben und ein Mieter deswegen sogar gekündigt hatte.

Aus diesen Erfahrungen würde ich sagen, dass man ein ganzes Haus für diese Bewohner zur Verfügung stellen sollte was aber auch wieder zu einer Gettobildung führen würde.

Da muss man als Vermieter starke Nerven haben und vielleicht ein wenig anders denken, ich für meinen Teil möchte Ruhe und Frieden in meinen Häusern haben und hierfür würde ich sogar mit dem Mietpreis runter gehen.
13.11.2007, 15:45 von Lilibeth
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Zitat:
Wohnungslose zu Vermieten, hauptsächlich Harz IV Empfänger.



wenn die ARGE die Mietzahlung 100% zusichert, auch im Falle das der HARZ4 Empfänger seine Verspflichtungen gegenüber der ARGE nicht erfüllt,hätte ich níchts dagegen einzuwenden !!
13.11.2007, 15:29 von johanni
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Hallo Nadin,

Zitat:
ich arbeite momentan an einem Projekt, in dem es Ziel ist Vermieter zu gewinnen die bereit sind ihre Wohnungen an Wohnungslose zu Vermieten, hauptsächlich Harz IV Empfänger.


Was soll das für ein Projekt sein? Trittst Du als Vermittlerin auf?

Entscheidend ist, dass die Bescheide für die Übernahme der Mietzahlungen immer nur max. 6 Monate Gültigkeit haben.

Johanni
13.11.2007, 15:25 von Nadin
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Danke...
sorry das ich anscheinend zu wenig Vorarbeit geleistet hab.
13.11.2007, 15:17 von JollyJumper
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@Nadin

Die Bonitätsprüfung bei Neuvermietung ist ein häufig und viel diskutiertes Thema im Forum.
Ebenso breit gestreut sind die Ansichten.
Viele hier schließen eine vermietung an Harz IV Empfänger auch von vornherein aus!
Daher
Schon mal die Suchfunktion im Forum benutzt!

Gruß JJ
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