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07.03.2007, 19:34 von vollprofiProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Verbraucherinsolvenz - superkurioser Fall
Ausgangssituation:

- Eine angenehme Mieterin wohnt seit Jahren in unserer Mietwohnung.
- Seit einigen Monaten hat sie einen neuen Freund, welcher auch seit einigen Monaten die Miete über 300,- € bezahlt.
- Dieser Freund steht nicht im Mietvertrag drin, da es ihn ja damals noch nicht gab.
- Nun meldete dieser Freund Verbraucherinsolvenz an.
- Sein Anwalt (welcher sein Privatinsolvenzverfahren betreut) droht mir nun, dass er sämtliche Mietzahlungen zurückfordern kann, da er ja ohne Vertrag Miete an mich bezahlt habe.

Ich glaube ich bin im falschen Film. In Mietverträgen steht ja nicht drin, woher das Geld kommen bzw. wer die Miete begleichen soll. Mir ist es schließlich egal, ob die Miete meiner Mieterin von Berlusconi, Bill Gates oder Karl Napf bezahlt wird.
Was kann ich seinem Anwalt denn da antworten?
Alle 16 Antworten
09.03.2007, 16:25 von Augenroll
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Zitat:
Ich hatte auch schon einige Situationen mit Mietern die zum RA gerannt sind und die in ihren Briefen ach wer weiss was für schlimme Sachen angedroht hatten - aber bin immer ohne RA ausgekommen und diese besagten Mieter und ihre Anwälte haben nie das bekommen was sie wollten

Gerade deshalb ist es ja so wichtig, ausgesprochene Drohungen immer auch wahrmachen zu können und dann die Sache auch durchzuziehen, sonst macht man sich schön lächerlich. Dann besser erst gar nicht drohen!
09.03.2007, 16:12 von Jutetuetchen
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Hallo Vollprofi,

jetzt nachdem Du hier nochmal berichtet hast würde ich auch erstmal abwarten was "passiert" und den Gedanken einen RA einzuschalten erstmal ad Akta legen....

Ich hatte auch schon einige Situationen mit Mietern die zum RA gerannt sind und die in ihren Briefen ach wer weiss was für schlimme Sachen angedroht hatten - aber bin immer ohne RA ausgekommen und diese besagten Mieter und ihre Anwälte haben nie das bekommen was sie wollten

Zitat:
So wie man in den Wald schreit, so hallt es auch heraus.
- ohjaaa !!!!

Grüsse
09.03.2007, 11:23 von Melanie
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fristgerechte Kündigung?
mit welcher Begründung denn?
Oder ist es 2FH und es greift BGB §573a?
09.03.2007, 11:10 von vollprofi
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Ich gehe davon aus, dass er der Anwalt sein persönlicher Sachbearbeiter ist, da er seine Insolvenz ja verwaltet.

Das ist mir aber egal, denn in Mietverträgen ist ja nicht geregelt, von woher die Mietzahlung bzw. von welcher Bankverbindung die Miete zu kommen hat.
Bedingte Ausnahmen sind manchmal manuelle, schriftliche Vereinbarungen, bspw. Direktüberweisungen von Arbeits- oder Sozialämtern, doch dafür besteht ja erfahrungsgemäß auch keine Dauergarantie.

Die Sprüche des Anwaltes treffen vielleicht zu, wenn die Mieterin die Miete ebenfalls beglichen hätte, also wenn beide die Miete bezahlt hätten u. somit ein doppelter Geldeingang stattgefunden hätte.
Dann würde er natürlich die zuviel bezahlte Miete zurück erhalten.

Ich werde deswegen noch nicht gleich zum Anwalt rennen.
Erst warte ich mal ab, ob er es ernst meint und mit seinem frischen Jurastudium ohne nachzudenken blind drauf los schreibt oder ob er mitdenkt.

Wir beide haben den gleichen Titel, weshalb plumpe Einschüchterungsversuche bei mir abprallen.
Wenn er mitdenkt, weiß er nämlich, welchen Schaden er anrichten kann, wenn er weiter macht. Nämlich:
Sollte je ein gelber Brief bzw. ein Mahnbescheid über 8,- € + Gebühren kommen (mir egal ob berechtigt oder unberechtigt), erfolgt im selben Moment eine fristgerechte Kündigung des Mietverhältnisses. Dadurch wird zwar meine Mieterin samt ihres Freundes überrascht und entsetzt sein, der Anwalt jedoch kann seinen „Erfolg“ in Form eines ausgelösten, im Sand verlaufenden Mahnbescheides seinem Mandanten mit anfänglicher Freude mitteilen.
Ob dieser jedoch über die „schlaue“ Tat seines Anwaltes begeistert sein wird, davon ist nicht auszugehen.

Der Anwalt bat auch an anderer Stelle, dass ich das Mietverhältnis trotz Privatinsolvenz aufrecht halten solle, da er auch weiterhin die Miete bezahle.

Statt zu kündigen, um so auf die 8-Euro-Forderung des Anwaltes zu reagieren, kann ich dem Mieter auch eine maximale Mieterhöhung wegen Modernisierung (welche tatsächlich in Form von Heizanlage + Solartechnik usw. stattfand) ankündigen. Dies soll natürlich nur als Antwort gegen den Anwalt gerichtet sein und sicher nicht gegen die Mieter (was intern auch nicht passieren wird).

Wie gesagt, die beiden Mieter finden mich als Vermieter super und würden derzeit nie etwas zulassen, was unser Mietverhältnis schädigen könnte. Die Nebenkosten übernahmen bisher wir und auch sonstigen durch sie verursachten Kosten (kleine Schäden) wurden immer auf unsere Kosten (Kulanz) ersetzt. Nun erhielten sie sogar noch kostenlos DSL+Flat von uns.
Vielleicht ist nun annähernd vorstellbar, dass man bei einem solch großzügigen Vermieter nicht unbedingt ausziehen möchte.

Ich spiele die Spiele von Laien-Anwälten gerne mit. Bevor er sich nicht schriftlich bei mir entschuldigt, höre ich auch nicht auf.

So wie man in den Wald schreit, so hallt es auch heraus.
09.03.2007, 10:33 von FrankSch
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Alle keine Ahnung von Insolvenzrecht, aber einfach mal den Mund gaaanz weit aufmachen... *kopfschüttel*

Ist der Typ denn schon in Inso?
Ist der RA sein Anwalt oder sein Insolvenzverwalter/Treuhänder?
08.03.2007, 20:33 von vonBreitenstein
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Das Argument des Insolvenzanwalt klingt zunächst plausibel: wer ohne Rechtsgrund Geld bekommen hat,hat kein Recht das Geld behalten zu dürfen und muß es wieder herausrücken. Das gilt aber nur, wenn jemand durch eigenes Unrechtsverhalten Geld erhalten hat und sonst -wenn überhaupt- nur,solange der Zahlungsempfänger durch die Zahlung bereichert ist. Bereichert bist Du aber nicht,wenn die Zahlungen nicht nur irrtümlich, sondern als Mietzahlungen geleistet worden sind.Dann hast Du nur das Geld bekommen, was Dir nach dem Mietvertrag zusteht. Bereichert ist vielmehr Deine Mieterin. Sie ist mit der Zahlung an Dich von ihrer Verbindlichkeit Dir genüber aus dem Mietvertrag befreit worden.An sie wird sich der Insolvenzanwalt halten müssen. Ich würde auf diesen Bluff daher gar nicht eingehen.Du kannst ruhig schlafen...
meint Felix von Breitenstein
08.03.2007, 19:45 von jaegermeister
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Soll der RA das Geld von deiner Mieterin zurückverlangen. Wenn ich meine "Freundin zum Essen einlade und bezahle die Rechnung des Wirtes, und komme 14 Tage später mit meinem RA zum Wirt und will das Geld zurück!!! Was soll der Blödsinn. Bezahlt ist bezahlt und fertig aus.

Gruß jägermeister
08.03.2007, 09:32 von johanni
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Hallo,

verstehe ich gar nicht, Wieso schreibt der Anwalt Dich an, wenn sein Mandant gar nicht Mieter bei Dir ist??

Oder hast Du die Mieterhöhung auch an ihn gerichtet?

LG Johanni
08.03.2007, 08:29 von Jutetuetchen
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Die Möglichkeit dass der Anwalt als Treuhänder für das InsO Verfahren auftritt ist durchaus eine Möglichkeit die diese Schreiben erklären würde.

Ansonsten hat der Mandant grundsätzlich sein Einverständnis über das zu geben was der RA schreibt.

Ich würde die Sache doch meinem RA übergeben um auf der sicheren Seite zu sein.

LG
08.03.2007, 00:57 von HolF
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Bist Du ganz sicher, das der Anwalt nicht in der Funktion des Treuhänders auftritt? Dann wäre das Verhalten nämlich durchweg erklärbar... Vorallem hätte Dein Mieter dann kaum ein Mitspracherecht.
07.03.2007, 23:57 von ChristophL
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Damit würde ich auch eine Rechtsanwalt befragen.

Gruß Christoph
07.03.2007, 23:07 von Cora
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Hallo

ein Anwalt handelt in der Regel nicht selbständig, d.h. er hat auf Anweisung seines Mandanten zu agieren/reagieren.

Lass dich da auf nichts ein und befrage d(einen) Rechtsanwalt, damit nichts falsch läuft.

Gruß
07.03.2007, 21:23 von vollprofi
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Angefangen hat die Sache ja wegen einer Mieterhöhung über 10,- €, mit welcher sein Anwalt nicht einverstanden war und diese 10,- € hauptsächlich zurück fordert.

Da ich dazu keinen Anlass sah, hat er nun "schwerere Kaliber" aufgefahren und mit kompletter Mietrückzahlung gedroht.

Er kündigt nun an, die 10,- € mittels eines Mahnbescheides einzuklagen, durch welchen "bei einem Klageverfahren 300,- € Kosten für mich entstehen können".

Die Miete kam lt. Kontoauszug ab und zu von seinem und ab und zu von ihrem Konto. Ich war daher voll zufrieden (und bin es auch noch).

Da er eine vorherige Person im Haushalt "ersetzte", sah ich meinerseits keinen weiteren Handlungsbedarf, insbesondere da ja das Mieterverhältnis mit beiden Personen absolut ausgezeichnet und wünschenswert ist.

Ich gehe davon aus, dass er gar nicht weiß, welche Briefe sein Anwalt durch die Gegend schickt.

Er würde seinen Anwalt sicherlich zurück pfeifen, wenn ich ihm davon berichten würde. Würde das funktionieren oder sind ihm Anweisungen seines Mandaten egal?

07.03.2007, 20:30 von Sommer
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Zunächst mal: Wurde Dir das Schreiben gerichtsfest zugestellt? Wenn nicht, dann für die Ablage zum Drüber-Nachdenken. Nicht zum Beantworten.

Zweitens: War Dir das irgendwie bekannt? Hat Deine Mieterin geschrieben, daß der Kerl hier einzieht (wozu sie verpflichtet ist - der ist kein Verwandter) und daß er zukünftig die Zahlung übernimmt? Hast Du irgendwie darauf reagiert und denen Dein Einverständnis signalisiert?

Ich glaube, der haut da nur auf den Busch und hofft, Du gibst von Angst schlotternd gleich klein bei und zahlst alles zurück. Und im übrigen gibt es auch mündliche Verträge...nach BGB ist die Schriftform nicht erforderlich. Wenn das so klar wäre dann würde der ANwalt nicht drohen, sondern konkret fordern...der will Dir nur bange machen!

S.
07.03.2007, 20:01 von Jutetuetchen
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Ohja - ich aber auch!

Was stand denn immer als Verwendungszweck ?!?! Nur Miete XX.07 oder Miete xx.07 für Fr. haste nicht gesehen ?!?!

LG
07.03.2007, 19:38 von Cora
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Hallo

da würde ich meinen Anwalt antworten lassen
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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