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15.06.2007, 23:03 von KobesProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Vater (Mieter) vor Sohn schützen
Mal was anderes. Was kann ich als Vermieter tun?

Ein Vater (fast 80) ist Mieter einer Wohnung. Der Sohn lebt bei Ihm.

Der Vater hat gute Rente. Der Sohn lebt gut mit davon, macht sonst nix.

Der Sohn unterdrückt den Vater seit Jahren. Lautstarke Beleidigungen des Sohnes gg. dem Vater in deren Wohnung können alle anderen Mieter des Hauses bestätigen/mithören. Sogar tätliches angehen des Sohnes gg. dem Vater im Treppenhaus.

Vater ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Irrt tagsüber draussen herum. Hat keine Kraft sich dagegen zu wehren. Ja, man kann sagen er hat "abgeschaltet".

Polizei war öfters da, kann nix machen. Andere Mieter waren bei der Polizei und haben geäußert ob man nichts tun kann da sie befürchten das Sohn dem Vater irgendwann was antut.

Sohn hat es wohl mittlerweile geschafft das er Betreuer ist von dem Vater. Unglaublich. Aber in Deutschland wundert es mich ja nicht wirklich.

An welche Institution kann man sich wenden um den Sohn Einhalt zu gebieten????
Alle 9 Antworten
21.06.2007, 00:16 von Katharina
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Hallo,

bin Eurer Meinung, hier muß sehr schnell gehandelt werden. Mit Polizei erreicht ihr gar nichts. Hatte ähnlichen Fall, eine Kundin rief bei mir an und war nur am stöhnen und Luft holen, ich rief sofort die Polizei, die kam nach Stunden und meinte, sie können die Wohnung nicht öffnen, es wäre ja noch nichts passiert und die ältere Frau hätte durch die Tür geantwortet.
Was lernen wir daraus, die Polizei bzw. Behörden reagieren erst, wenn etwas passiert ist oder bereits zu spät.
Deshalb sofort reagieren zum Wohle des älternen Mieters.
Viel Glück

Gruß Katharina
17.06.2007, 22:46 von verzweifelter
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Hallo,

wichtig ist, dass hier einige Leute den Mut haben, vor dem betreffenden Gericht auszusagen, bzw. die Vorkommnisse schriftlich niederzulegen. Leider haben heute nur noch wenige Leute Zivilcourage oder wie man das auch immer nennen kann in diesem Fall. Dabei wird die Mietergemeinschaft nichts verlieren, ausser dem Sohn, welcher seinen Vater so misshandelt! Ich drücke die Daumen, damit das ein gutes Ende nimmt!

verzweifelter
17.06.2007, 12:07 von Rita
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Erschütternd - aber leider habe ich ähnliches schon hautnah' erlebt.
Die alte Dame hatte ihre selbst gewählte Pflegeperson, die nicht nur "von Oma" lebte sondern auch deren sämtliche Ersparnisse plünderte, immer in Schutz genommen (bzw. tut dies sogar heute noch) und ließ sich erst nach einer notfallweisen Krankenhauseinlieferung (Kollaps, mangelnde Flüssigkeitszufuhr) überreden, sich nicht mehr in deren Fänge zu begeben.

Das einzig was du da tun kannst, ist übers Gericht eine Überprüfung der Pflege/Betreuung zu erreichen bzw. die gerichtl. Anordnung einer (anderen) Betreuung - notfalls gegen den Widerstand der zu Betreuenden Person.
Wir hatten davor leider zu lange zurückgeschreckt, weil wir uns nicht über Omas Wünsche hinwegsetzen wollten bzw. konnten > die alte Dame hätte ggfs. für nicht geschäftsfähig erklärt werden müssen, das sie ja vehement auf ihrer bisherigen Pflegerin/Betreuerin beharrte.

Schau mal für den Anfang hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Betreuung
http://www.justiz.bayern.de/buergerservice/broschueren/#anker_sprungmarke_0_16
http://www.mainspessart.de/Formulare/Abt2/Sg24/Merkblatt%20Betreuungsgesetz.pdf
Zuständig ist ggfs. das örtliche Amtsgericht > Betreuungsgericht

Hausarzt ist im Prinzip gut > eigentlich auch für die Frage der Zurechnungsfähigkeit.
Allerdings hatte im vorliegenden Fall die Hausärztin der alten Dame sogar jahrelang starke Schmerzmittel/Tranquilizer verordnet (auf entsprechende Schmerzschilderung der Betreuerin hin!). Der (inzwischen) gewechselte Hausarzt sieht hierzu keinerlei Veranlassung ...
Diese Hausärztin hatte auch keinerlei Bedenken hinsichtlich der Zurechnungsfähigkeit > der Krankenhausbericht stellte beginnende Demenz fest!
Ich kann Cora nur beipflichten.

Ich würde mich als Sohn in Grund und Boden schämen.

Vielleicht hilft ja auch mal ein Gespräch mit dem Sohn in einer Sprache, die er auch versteht !

(Traurig Traurig, da wischt du deinen Kindern den Arsch aus und dann danken sie es dir so, sorry für die Worte, aber mich macht sowas immer aggre)
16.06.2007, 16:12 von Cora
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Hallo

kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.
Ich finde es gut, dass es noch Menschen mit Zivilcourage gibt und hier wäre es toll, wenn sich alle Mieter zusammenschließen und gemeinsam gegen dieses "nette Kind" vorgehen.

Viel Glück.

Gruß
16.06.2007, 10:59 von johanni
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Hallo,

ganz toll, wie Ihr Euch einsetzt.

Vielleicht noch ein Tipp, den Hausarzt des alten Herrn kontaktieren. Und dann zum Amtsgericht, Kirche etc.

Es gibt auch Organisationen, die helfen können. Müßt mal bei Eurer Gemeinde nachfragen.

Johanni
16.06.2007, 08:47 von Jutetuetchen
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Hallo,

ich würde auch sagen den o.g. Weg zu gehen und das auch alsbald in Angriff zu nehmen.

Ich finde es übrigens ganz toll dass Du Dir Gedanken über Deine Mitmenschen machst, helfen willst und nicht die Augen zu machst. Finde ich echt super !!!

Hoffentlich findet das Anliegen ganz schnell offene Ohren und es wird was unternommen.

Ich drücke Dir ganz fest die Daumen.

Ach ja - vielleicht solltest Du noch einen Mieter mitnehmen bzw. eine Person die die Sachlage bezeugen kann.

LG
16.06.2007, 07:10 von zaunkoenig
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Hallo,

da bleibt letztlich nur geschlossen gegen den Sohn aufzutreten und schnellstens dafür Sorge zu tragen, dass ein vom Gericht bestellter Betreuer den Sohn als selbigen ablöst.

Informationen kann man sich bei der örtlichen Kirchenverwaltung holen oder bei der Caritas. Die werden hier auch unterstützend tätig.

Eine nicht sonderlich bekannte Möglichkeit der politischen Einflussnahme ist die Bürgersprechstunde. Jeder gewählte Politiker hat an einem Tag in der Woche für 2 Stunden eine Sprechstunde. Auch hier kann man vorstellig werden und das Problem von der politischen Seite in Angriff nehmen.

Eventuell besteht die Möglichkeit weitere Verwandte ausfindig zu machen und diese zu informieren. Mitunter wissen die garnichts um die Umstände (warum auch immer!).

16.06.2007, 00:07 von verzweifelter
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Hallo,

vielleicht könnten sich alle (die anderen Mieter und der Vermieter) an das entsprechende Amtsgericht wenden, welches den Sohn als Betreuer eingesetzt hat? Gibt es Augenzeugen für die tätlichen Übergriffe? Hier wäre der Mut aller Zeugen gefragt, dies auch schriftlich niederzulegen. Vielleicht können sich alle mal zusammensetzen und ein entsprechendes Schreiben aufsetzen.
Denn das wäre das Wichtigste. Ein "Rauswurf" des Sohnes zu erwirken (sofern er überhaupt den Mietvertrag mitunterschrieben hat, was ich der Schilderung nach bezweifle), brächte erst mal nichts, denn durch seine Stellung als Betreuer hat er viel Macht über seinen Vater.

verzweifelter
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