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13.12.2007, 12:37 von wittmannProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Umbau Gewerbeeinheit über Miteigentumsanteile
Hallo,
ich habe in einem Wohn- und Geschäftshaus eine Wohnung. Parterre ist eine Bank seit Jahren eingemietet. Nun ist mit dem Eigentümer dieser Gewerbeeinheit wohl im Gespräch, dass die Bank komplett umbauen möchte incl. Fassadenteil im Parterrebereich. Ist ja auch soweit ok.
Nicht ok ist aber, dass der Eigentümer mit der Bank wohl überein gekommen ist, daß sämtliche Miteigentümer sich mit ca.
50 bis sogar 70% an den Umbauarbeiten von erheblicher Kostenhöhe beteiligen sollen. Da wir anderen Miteigentümer gemeinsam nicht die Mehrheit haben, kann er sich sicherlich über unser Aller Ablehnung hinweg setzen.......
Meine Frage: Ist es nicht eigens die Sache der Gewerbeeinheit und des Eigentümers dieser Einheit für Umbau- bzw. Verschönerungsarbeiten aufzukommen? Und ist es nicht üblich, dass Banken und Sparkassen komplett selbst für die Herrichtung ihrer Filialen verantwortlich zeichnen und die Kosten auch selbst übernehmen?
Neu errichtet werden soll der Eingang zur Bank, der vom Wohnhaus separiert werden soll sowie Hausfassade im Parterrebereich. Bislang ist hier (auch von der Bank ehemals hergerichtet) teurer Marmor angebracht ...........
Es handelt sich hierbei also nicht um notwendige Reparaturen oder Erneuerungen sondern rein um Verschönerung und Attraktivitätssteigerung der Bank.

Alle 1 Antworten
14.12.2007, 12:37 von Rita
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sicher haben die WEG-Spezialisten hier noch mehr dazu zu sagen
aber schau schon mal hier

http://www.rechtsanwaltdrpalm.de/baulich.htm
Zitat:
Während Maßnahmen der ordnungsgemäßen Instandhaltung und Instandsetzung durch Mehrheitsbeschluss geregelt werden können, bedürfen bauliche Veränderungen in der Regel der einstimmigen Billigung durch alle Wohnungseigentümer.
...
Eine bauliche Veränderung gemeinschaftlichen Eigentums bedarf nach § 22 Abs. 1 WEG der Zustimmung aller Wohnungseigentümer.
...
Die Kosten, die bei der Durchführung der Baumaßnahme entstehen, werden entsprechend dem normalen Verteilungsschlüssel wie die anderen Lasten und Kosten auch auf die Wohnungseigentümer verteilt. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass ein Wohnungseigentümer, der einer baulichen Veränderung nicht zugestimmt hat, diese aber gleichwohl zu dulden hat, sich an den Kosten nicht zu beteiligen braucht. Dies ist selbst dann der Fall, wenn diesem Wohnungseigentümer durch die Veränderung Vorteile entstehen.
... usw.


oder auch
http://www.hausverwalter-abc.de/umbau-weg.html
Zitat:
Geht die Baumaßnahme in oder an Ihrem Sondereigentum über den Rahmen einer modernisierenden Instandsetzung hinaus, kann es problematisch und kostspielig für Sie werden: Zum einen benötigen Sie das Einverständnis aller Miteigentümer und müssen zum anderen alle Kostenpunkte selbst bestreiten. Beschließt die Gemeinschaft hingegen eine modernisierende Instandsetzung, sind Sie auch dann womöglich an den Kosten beteiligt, wenn Sie gegen die Maßnahme gestimmt haben (§§ 16, 21 WEG)


M.E. können baulichen Veränderungen am Gemeinschaftseigentum nach wie vor nicht mal einfach so per Mehrheitsbeschluss zu Lasten anderer Miteigentümer (Kostentragung) einfach mal so beschlossen werden.
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