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05.12.2006, 19:39 von SommerProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|The Show must go on - Mietschuldner macht weiter!
Und wieder mal Neues von meiner HartzIV-alleinerziehenden Mutter Geschichte:

Sie ist ja nun endlich raus - 4 MM Schulden hat sie hinterlassen; eine verwüstete Wohnung voller Unrat und bekritzelter Wände aber wenigstens ging sie selber und die Räumung war nicht erforderlich.
Das ARGE hatte direkt an sie gezahlt und sie hat die Mieten durchgebracht - erst auf unsere Intervention zahlten sie direkt an uns. Ein Mietschuldendarlehen wurde ihr aber nicht gewährt und so kam es zum avisierten Räumungstermin. Den umging sie durch den Abschluß eines neuen Mietvertrages und Auszug.

Es fanden sich im Unrat diverse Mahnungen und Rechnungen; der Stromversorger drohte bereits Sperrung des Zählers an.

Aber es kommt wirklich noch besser: Die Schuldnerin zog ein paar Straßen weiter...und macht dort wirklich einfach weiter!
Der Vermieter dort war ganz dankbar als wir ihn darauf hinwiesen, daß er gerade unsere Mietschuldnerin aufgenommen habe denn auch dort sei schon ein Mietrückstand entstanden weil das ARGE offenbar wieder direkt an die Mieterin zahlte.

Interessanterweise scheint dieses Mal das ARGE interessiert zu sein, ihr die Wohnung länger zu erhalten und gewährte ein Mietschuldendarlehen...was jetzt von ihrer (für mich als Vermieter leider ja ach-so-unpfändbaren) Stütze abgezogen wird.

Ein Pfändungsversuch meinerseits verlief fruchtlos; die liebe Schuldnerin hat wohl schon Anfang Mai eine EV abgeben müssen!

Einziger Trost: Laut neuem Vermieter ist die neue Wohnung echt Sch... - mickrige 55qm-Zweizimmerwohnung, die sie sich mit ihren beiden Kindern teilen darf.

Die sind - neben diversen frustrierten Gläubigern - die wahren Verlierer...selbst der Kindergarten droht ihr schon, die Kinder nach Hause zu schicken.

Ist das nicht unfaßbar, daß solche Leute weitermachen dürfen? Schon die Eltern der Schuldnerin sind auf HartzIV; was soll da denn noch aus den Kindern werden?

Zwar habe ich noch ne Mietbürgschaft nur der Partner ist wohl auch auf Stütze - was meint die Community? Sollte ich schon aus edukativen Gründen nicht wenigstens einen Mahnbescheid gegen den Mietbürgen lostreten?
Wären nochmal rund 40 € in den Wind gespuckt und noch mehr wenn er Widerspruch einlegt...aber man kann sich einfach nur die Krätze ärgern, wie solche Leute durch das System rauschen...alles wird vom Steuerzahler alimentiert und bezahlt; die Schulden bleiben aber schön in der Privatwirtschaft...echt supi!

S.

P.S. Übrigens ein schöner Link für alle, die wissen wollen, was ein Mahnbescheid kostet (übrigens muß man NUR die Gerichtskosten zahlen wenn man den Mahnbescheid selber auslöst - es braucht dafür KEINEN Anwalt...) - der Mahnbescheidkostenrechner im Internet:
http://www.mahnung-online.de/mahnkosten.htm
Alle 15 Antworten
07.12.2006, 14:35 von cavalier
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Hallo Sommer,

Zitat:
Wenn ich dahingegen im modernen Baden-Württemberg wohne habe ich noch die folgende Option zusätzlich:

Druck auf Papier(Barcode)
Sie benötigen einige Blätter weißes Din A4 - Papier.

Auch in Niedersachsen, wo ich wohne, geht es wie in BW.

Das es dieses in Berlin gibt, macht auch Sinn. Solange der Vermieter sein Geld nicht bekommt, braucht die klamme Stadt Berlin nicht die Miete zahlen. Also, ist die Verzögerung des Mahnverfahrens gut für die Stadt. Soll doch der Vermieter auf seine Miete solange wie möglich verzichten. Denn in dieser Zeit braucht die Stadt nicht zahlen.
07.12.2006, 14:22 von Sommer
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Hier des Rätsels Lösung: Ob mit oder ohne Formular hängt vom BUNDESLAND ab.

Wenn der Mahnbescheid in Berlin ausgelöst wird, habe ich nur diese Optionen:

Druck auf Papier(Formular)
Sie benötigen einen Formularvordruck "Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids".

Versand per Internet
Sie benötigen eine Signaturkarte, ein Kartenlesegerät und 'JAVA™ Web Start' um die Signaturkomponente OptiMahnSign zu verwenden.

Wenn ich dahingegen im modernen Baden-Württemberg wohne habe ich noch die folgende Option zusätzlich:

Druck auf Papier(Barcode)
Sie benötigen einige Blätter weißes Din A4 - Papier.

Ergo: Manche brauchen eben doch noch das Formular - andere nicht.

S.
07.12.2006, 13:17 von cavalier
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Hallo Brummi,

Zitat:
Und das geht wirklich. Hast du das schon ausprobiert

Ja, wie oben beschrieben. Ich habe im Portal die Daten eingeben und zum Verschicken ausgedruckt.

Allerdings brauchte ich es nicht mehr abschicken, da sich die Angelegenheit erledigt hatte.
07.12.2006, 12:52 von Brummi
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@ cavalier

Und das geht wirklich. Hast du das schon ausprobiert.

Dann könnte ich mir diese Woche den Gang in den Schreibwarenladen sparen.



Gruß Brummi
07.12.2006, 11:13 von cavalier
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Hallo Sommer,

Zitat:
Auch dafür braucht es zunächst das Original-Formular - aus dem Schreibwarenladen!

Eben nicht. Du trägst die Daten in das Portal und druckst es auf Blankopapier aus. Die erste Seite ist das Schreiben an das Amtsgericht, die zweite Seite enthält die Daten und die dritte Seite ist mit einem Strichcode versehen. Aus diesem Strichcode werden beim Gericht alle Daten für das Mahnverfahren eingelesen.

Diese drei Seiten muß man in der richtigen Reihenfolge zusammen heften, unterschreiben und an das Gericht schicken. Dieser Vorgang ersetzt das Mahnformular.


07.12.2006, 10:57 von prinzregent
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Zitat:
Ist das nicht unfaßbar, daß solche Leute weitermachen dürfen?


... diese Menschen lernen, denn "die anderen" machen "das" ja auch so. Rechne doch einfach mal, die eingesackten Mieten, die endlosen Strom und Gasrechnungen, die neuen Schlafzimmer und das Auto. Die können rechnen und holen sich auf diese Art schnell noch mal 2.000 Euro nebenbei als Einkommen.

Schulden machen ist NICHT strafbar. Also weiter so !

Bei mir ist es ähnlich wie bei dir, lies mal

alles gratis in Berlin Köpenick
07.12.2006, 09:29 von Sommer
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@ cavalier

Auch dafür braucht es zunächst das Original-Formular - aus dem Schreibwarenladen!
Das online-Portal füllt nur das Formular korrekt aus und bedruckt die Felder entsprechend - schon sehr hilfreich aber hoffentlich erst ein Anfang.

S.

P.S. Tipp der Polizei: Anzeige gegen verschwundene Mieter oder Bürgen stellen wenn sie noch irgendwo gemeldet sind und dort aber nicht mehr wohnen. Die forschen dann nach und dürfen auch nach Nachsendeanträgen nachfragen...
06.12.2006, 19:22 von cavalier
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Hallo carsone,

oder hier ausfüllen, ausdrucken und mit dem Strichcode-Blatt abschicken.

https://www.online-mahnantrag.de/omahn/Mahnantrag?_ts=2443482-1165325235318&Command=start
Hallo Carsone,

gibts in jedem Schreibwarenladen!

Gruss Kasperkopf
06.12.2006, 18:56 von carsone
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Tolle Sache!

Kann ich denn noch erfahren wo ich dieses Formular bekomme??? Kann ich das im Internet irgendwo runterladen, ausdrucken, ausfüllen und an das zuständige Gericht schicken?????
06.12.2006, 16:44 von Sommer
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@carsone,

ich nehme an, Sie machen den Mahnbescheid über einen Anwalt?

Also mal für mein Beispiel gerechnet - rund 1750 € Rückstand (4 MM):

1 Gerichtsgebühren (§11, Nr. 1100 GKG) 36.50 EURO
2 Rechtsanwaltsgebühren (Nr. 3305, 3308 VV-RVG) 133.00 EURO
3 Auslagen des Rechtsanwalts (Nr. 7002, VV-RVG) 20.00 EURO
4 MwSt von Nr. 2 und 3 24.48 EURO
Summe (brutto) 213.98 EURO

Also 213 € wenn ich den Mahnbescheid neppigerweise über den Anwalt mache. Aber nur 36,50 € wenn ich mir das Formular kaufe und selber ausfülle und ans Gericht abschicke.

Inzwischen hat sich rausgestellt, daß mein toller Mietbürge zwar noch irgendwo gemeldet ist; die Familie dort aber bereits seit geraumer Zeit ausgezogen ist. Also ist er quasi untergetaucht und damit auch nicht greifbar...da kann ich ja nicht mal einen Mahnbescheid lostreten...

S.
06.12.2006, 10:39 von carsone
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40,00 Euro für einen Mahnbescheid bei einem Rückstand von immerhin 4 Monatsmieten?????

Würde mich mal interessieren dass bei mir da über 200,00 Euro Gebühren fällig werden die ich vorstrecken darf und bei Ihnen nicht?!

Ich meine bei meinen über 200 Euro handelte es sich um eine Gesamtforderung von 1700,00 Euro...?!
06.12.2006, 10:31 von Kasperkopf
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Hallo Sommer,

ich habe den Eindruck, dass es immer häufiger vorkommt, dass es bei einer Erstbestellung heißt: Nur gegen Nachnahme, Kreditkartenzahlung oder Bezahlung per Vorabüberweisung. Außerdem können die Firmen doch vorher in die Schufa gucken, bevor sie Waren an einen Neukunden versenden. Von einem Sachversicherer weiß ich, dass sie grundsätzlich bei jedem Neuantrag eine Bonitätsprüfung machen und bei negativen Einträgen den Antrag ablehnen. Ein großer Einkaufsmarkt bei uns akzeptiert EC-Karten-Zahlung nur noch mit Geheimnummer, bis vor kurzem reichte das Lastschriftverfahren mit Unterschrift.

Aber letztendlich kann man bei aller Vorsicht Ausfälle nie ganz vermeiden. Und bezahlen tun das wir alle über höhere Preise.

Gruss Kasperkopf
06.12.2006, 09:58 von Sommer
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Tjaham, mir tun nur echt die Leute leid, die mit solchen Figuren noch Geschäfte machen - da kann man es sich heutzutage doch eigentlich nicht mehr leisten, noch irgendwas per Rechnung zu versenden. Wer überprüft denn schon ob jemand eine EV abgegeben hat wenn derjenige bei ihm ein Päckchen Kaugummi bestellt?

Aber viele Päckchen Kaugummi sind eben auch ein Wert. Unfaßbar, daß man so einfach weitermachen kann...und nichts und niemand bremst sie.

Letztlich braucht man ja nicht mal Insolvenz anzumelden - wozu? Ist ja eh nix da!

S.
05.12.2006, 20:18 von Kasperkopf
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Hallo Sommer,

Zitat:
Zwar habe ich noch ne Mietbürgschaft nur der Partner ist wohl auch auf Stütze - was meint die Community? Sollte ich schon aus edukativen Gründen nicht wenigstens einen Mahnbescheid gegen den Mietbürgen lostreten?
Wären nochmal rund 40 € in den Wind gespuckt und noch mehr wenn er Widerspruch einlegt...

Auf die 40 Euro kommts auch nicht mehr an und vielleicht hast Du Glück und der Guteste verschnarcht seine Einspruchsfristen und Du gelangst zu einem hübschen Vollstreckungsbescheid. Diese dürfte zwar auch ergebnislos verlaufen aber dann kannst Du ihm wenigstens die EV abnehmen lassen und das wars dann erst mal mit EC-Karte, Kreditkarte, Handyvertrag, Versandhausbestellungen, Kleinkredite. Ist zwar nur ein ganz schwacher Trost aber besser als gar keiner.

Zitat:
Schon die Eltern der Schuldnerin sind auf HartzIV; was soll da denn noch aus den Kindern werden?

Na was wohl? Hartz IV in der dritten Generation! Soviel Traditionsbewusstsein wünscht sich mancher Handwerker, der händeringend einen verantwortungsvollen Nachfolger sucht, weil die eigenen Kinder keine Lust auf schmutzige Finger haben und lieber eine akademische Ausbildung machen.

So, ich mache jetzt Feierabend!

Gruss Kasperkopf

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