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24.11.2007, 08:53 von AktienarthurProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Stromklau durch Mieter
Hallo,

habe ein Problem mit einem Mieter, der sich illegal vom Allgemeinstrom bedient, un seine Gefriertruhe (wahrscheinlich schon seit Jahren, er wohnt schon 9 Jahre bei mir) zu betreiben.

Er hat sich wohl unerlaubter Weise ein Kabel in seinen Kellerabstellraum gelegt und diesen mit Brettern optisch abgeschottet. Durch Zufall habe ich es aber bemerkt, weil mir dieses (diletantisch verlegt) Kabel in seinen Kellerstall aufgefallen ist.

Nun ist es so, dass ich seit Jahren mit diesen Mieter ständig Ärger habe, weil er in erheblichen Maße den Hausfrieden stört.

Habt Ihr Tipps für mich wie ich am geschicktesten Vorgehe, um erstens die Beweise zu sichern und zweitens die Sache so ausschlachten kann, dass der Mieter a) kein Problem mehr darstellt oder b) ausziehen muss?

Vielen Dank für Eure Anworten im Vorraus,
Aktienarthur
Alle 11 Antworten
25.11.2007, 14:44 von Aktienarthur
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Danke für die Blumen.
Danke auch dem Board hier. Find' ich echt klasse.

Und nur nebenbei, weil demnächst Weihnachten ist....
=> ein Tipp von Aktienarthur:

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mit meinem Tipp eigentlich im völlig falschen Board bin, aber mein Tipp in Sachen Aktien für Euch ist gut gemeint und lautet:
Drillisch (WKN 554550)
siehe auch Arriva-Forum unter http://www.ariva.de

Gruss an Alle,
Aktienarthur
25.11.2007, 09:53 von CMAX_65
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Hi,

Kompliment an zaunkoenig für seinen Tipp und an Aktienarthur für seine konsequente Handlungsweise.

Unverfrorenheit wird eben ab und zu auch mal zum Stolperstein für denjenigen der sich so sicher wähnt !

MFG
25.11.2007, 07:32 von Aktienarthur
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Der Mieter konnte gar nicht mehr anders als es letztendlich zugeben, da die Steckdose in seinem Kellerstall erst im Jahr 2001 hergestellt wurde. Ich hatte einen Elektriker als Zeugen, der anhand der Kennung der Steckdose das Herstelldatum ermitteln konnte.
Natürlich hat der Mieter zunächst versucht sich raus zu lügen, aber ich habe mich gut vorbereitet und schlüssige Indizien geliefert, so dass sein Lügenkonstrukt nach der 3 ausgemachten Lüge quasi zusammen gefallen ist.

Ich bin froh, dass ich mit der effektiven und gezielten Aktion "den Elfmeter verwandeln konnte" und das ich mich nicht auf Schriftverkehr (Fristsetzung/Abmahnung usw.) eingelassen habe.

Wenn ich diesen Mieter auch nur einen Tag Zeit gegeben hätte, bin ich mir fast sicher, hätte er die Indizien für seine Aktion beseitigt und dann hätte ich das Problem gehabt.

Gruss,
Aktienarthur
25.11.2007, 00:34 von jaegermeister
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Recht so. Hauptsache er geht nach der fristlosen Kündigung auch freiwillig.
24.11.2007, 21:30 von nass01
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Da hast Du Glück gehabt, dass die Sache so schnell geklärt werden konnte und der Mieter gestanden hat.

Dem Mieter einen Vorsatz nachzweisen ist fast unmöglich, es ist auch möglich das er fälschlicher Weise an den Allgemeinstrom angeschlossen hat und gedacht hat es ist seine Zuleitung.
In diesem Fall hat er auf jeden Fall die Kosten für die Stromkosten seiner Truhe zu tragen.
24.11.2007, 20:22 von Sommer
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Ruf einen Elektriker/Sachverständigen (neutral natürlich) und lass ihn das bewerten - sowohl fachlich (alles korrekt verkabelt oder dilettantisch wenn nicht gar gefährlich) als auch die genaue Bedeutung (also Kabel nimmt Strom vom Allgemeinstrom...). Wenn möglich, ermittele die Leistungsaufnahme des Gerätes (ev. Name/Typ ablesbar ohne in den Keller zu müssen?) damit der Schaden zu beziffern ist.

Schwieriger ist natürlich die Bewertung, seit wann das der Fall ist - Dir ist es eben jetzt erst aufgefallen und die 9 Jahre sind jetzt mal vermutet. Kannst Du aber nicht belegen.

Dann Brief hinschicken mit Fristsetzung bis wann die Verkabelung sach- und fachgerecht zu beseitigen ist und daß Du andernseits selber tätig wirst - zu seinen Lasten natürlich. Kannst es natürlich auch gleich durch den Fachmann demontieren lassen aber das ist natürlich zum einen unhygienisch als auch recht aggressiv im Vorgehen.
Weiterhin behälst Du Dir die Einforderung von Schadensersatz vor und mahnst den Mieter wegen schwerer Störung des Vertragsverhältnisses ab.

Grüße
S.
24.11.2007, 20:20 von Aktienarthur
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Hallo allerseits,

danke zaunkönig!
Ich habe Deinen Ratschlag heute befolgt und diesen Mieter unter mehreren Zeugen zur Rede gestellt. Konnte Ihn psychologisch unter Druck setzen, weil ich Ihm nachweisen konnte, dass da vorher kein Kabel war (weil vorher 20 jahre eine blinde ältere Dame gewohnt hatte, die gar nicht in der Lage war den kellerstall alleine zu betreten).

Außerdem arbeitet seine Frau beim Amtsgericht und da macht es sich so gut, wenn man strafrechtlich belangt wird.

Er hat es zugeben müssen, weil ich Ihm deutlich die Konsequenzen und die Beweise erläutert habe. Er hat unterschrieben, dass er die fristlose Kündigung zum 31.01.2008 annimmt.
Im Gegenzug verzichte ich auf eine Anzeige, die ich Ihm mündlich versichert habe (unter 4 Augen).

Vielen Dank nochmal für Deinen Tipp,
Aktienarthur

24.11.2007, 14:18 von Cora
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Die Idee von zaunkoenig finde ich auch gut.
Vorher vielleicht mit einer Videokamera (hat ja heute jeder) den Lauf des Kabels filmen, natürlich mit Zeugen.

24.11.2007, 13:53 von frischebrise
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Hallo,

sehr gut von @Zaunkönig dargelegt.
Hierbei wird aufgrund unseres Rechtssystems (Unschuldsvermutung) solange daran festgehalten, bis eine einschlägige Beweissicherung vorliegt.

Diese ist offenbar - wie in diesem Fall - kaum noch
mit rechtlichen Mitteln zu erreichen, weil der Schutz der Persönlichkeit, der Mietsache, der Unschuldsvermutung das vorliegende Delikt sehr weit decken.

Offenbar wird dieses jedoch von der Rechtsprechung billigend in Kauf genommen.
Ob die Freiheit der Demokratie mit seinem Für und Wider jedoch grenzenlos ist und wo Einschränkungen nötig wären, wird dann immer nur diskutiert, wenn es zu einem Schaden kommt, weil Manipulierungen an der Elektrik oder am Gas allzuoft zu Explosionen oder Feuer führen.

Die nachgelagerten Untersuchungen dann fangen i.d.R. natürlich bei der Sicherheitskette (Vermieterseite) an.
Der Mieter als Verursacher wird später ausgemacht und dann dürfte er arm und bedürftig sein.
24.11.2007, 13:46 von Kyra
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Ich würde mal den Allgemeinstrom für ein zwei TAge abstellen
wegen Zählerwechsel oder reparatur.

DAnn taut ihm doch alles auf.

Nein ich würde ihn anzeigen und kündigen aber dabei lieber von einem Anwalt beraten lassen.

Grüße
24.11.2007, 09:15 von zaunkoenig
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Hallo,

Stromklau erfüllt den Straftatbestand des § 248c StGB und kann entsprechend zur Anzeige gebracht werden. Verspricht allerdings nur Erfolg, wenn der Vorwurf (um den handelt es sich zunächst einmal) auch bewiesen werden kann. Ansonsten kann der Schuss auch nach Hinten losgehen.

Stromklau ist ein Grund der Aufkündigung des Mietverhältnisses. Allerdings, wie sollte es auch anders sein, sehen es die Gerichte doch sehr unterschiedlich. Die Einen befürworten eine fristlose Kündigung (erhebliche schwere der Tat), die anderen lediglich eine fristgerechte Kündigung, jedoch nicht ohne vorherige Abmahnung, und Dritte halten es nicht für einen Kündigungsgrund, sofern der Schaden nicht erheblich ist.

Hier mal ein Beispiel, wo die Kündigung durchging: Laut dem LG Berlin (Az.34 O 554/01, aus:GE 2002, S.996) ist die Kündigung wegen Stromklau zulässig.

Einfache Vorgehensweise:
Man stimme einen Termin mit einem Vertreter der örtlichen Versorgungsbetriebe ab (in den Abendstunden, wenn der Mieter auch zu Hause ist), dann alarmiert man das ganze Hause wegen eines Notfalls und ersucht den Zutritt zu den Kellerräumen.
Mag sich der Mieter auch des Zutritts verwehren wollen (was er rechtlich in einer Notfallsituation nicht kann - den getürkten Notfall soll er erst mal beweisen), dann bleibt letztlich das Problem doch in seinen Kellerräumen übrig, weil sich bei den anderen nichts finden lässt.
Sehr wirksam, da jede Menge Zeugen und Diskreditierung vor aller Augen.

Alternativer Vorschlag wäre die Leitung zu kappen (oder von einer Fachperson kappen zu lassen) und zuzusehen, wie der Inhalt der Kühltruhe so langsam aber sicher dahinschmilzt. Bei Geruchsbildung kann man dann wiederum gegen den Mieter vorgehen, da hier Abwehr vor gesundheitlicher Gefährdung der Öffentlichkeit (Ungeziefer, Viren und Bakterien) erfolgen kann.

Ich hätte dies gar nicht diskutiert sondern gehandelt.

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