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29.12.2007, 12:17 von BouquineurProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Stromausfall, wer trägt die Kosten?
Guten morgen,

ich bin Mieter, ich hoffe, ich darf hier trotzdem Fragen stellen?

Folgender Sachverhalt ist gestern passiert:

Gestern abend um halb neun knallte es im Treppenhaus und ich saß im Dunkeln. In der kompletten Wohnung kein Strom. Meine Wohnung war aber offenbar die einzige, die betroffen war, die Nachbarn, die zuhause waren, hatten Strom. Ein Blick in den Sicherungskasten zeigte, dass alle Sicherungen drin waren. Einen zweiten Sicherungskasten gibt es nicht. Also habe ich meinen Vermieter angerufen, der dann auch kurz danach kam.

Er meinte, es müsse die Hauptsicherung sein, für die es allerdings in unseren Sicherungskästen keinen Schalter gibt (wolle er dann im kommenden Jahr einbauen lassen). Da er seinen Elektriker nun um diese Zeit kaum erreichen würde, müsste ich eben bis Samstag Morgen ohne Strom bleiben. Ich wies dann auf meinen Kühlschrank und die Lebensmittel hin, woraufhin er meinte, er könne einen Notdienst rufen, aber die Kosten müsse ich tragen. Ich müsse ja für den Stromausfall verantwortlich sein, da nur meine Wohnung betroffen sei. Ich müsse also in der Wohnung einen Kurzschluss gehabt haben.
Ich meinte nur, warum denn dann alle Sicherungen drin wären? Ich hätte hier auch nichts anderes angehabt als meinen Fernseher, zwei Lampen und das Notebook.

Ein Anruf bei seinem Elektriker ergab, dass dieser im Urlaub ist. Also blieb nur der Notdienst, den wir dann auch angerufen haben. Dieser kam kurze Zeit später und stellte fest, dass mein gesamter Sicherungskasten ohne Strom ist. Beim Blick auf den Stromkasten im Keller und die darin hinter Plexiglas befindlichen Sicherungen ergab, dass von 8 Sicherungen 3 kaputt waren. Er meinte, so etwas hätte er in seinem Berufsleben noch nicht gehabt. Eigentlich müssten auch andere Wohnungen betroffen gewesen sein. (zwei meiner Nachbarn waren nicht zuhause. Möglich, dass dort doch ein Ausfall war).

Er hat dann die Sicherungen gewechselt, ich hab in meiner Wohnung alles in Betrieb genommen, was vorher auch in Betrieb war und alles lief ordnungsgemäß. Hätte es an einem der Geräte gelegen, hätte ja zumindest die Sicherung rausfliegen oder im schlimmsten Fall wieder einer der Sicherungen im Keller durchbrennen müssen.

Die Rechnung geht zwar an meinen Vermieter, er deutete aber definitiv an, dass ich mich an den Kosten beteiligen soll.

Meine Fragen sind nun: Wäre es für mich als Mieter überhaupt zumutbar gewesen, hier mindestens 12 Stunden ohne Strom zu sitzen oder war es berechtigt, den Notdienst kommen zu lassen?

Kann er mich wirklich an den Kosten beteiligen?
Kann ich wirklich für den Ausfall von drei Sicherungen verantwortlich sein? Der Elektriker wollte sich nicht festlegen. Das könne an allen möglichen Faktoren gelegen haben, meinte er.

Für Antworten wäre ich wirklich dankbar :-)

Viele Grüße und vielen Dank!

Anke
Alle 16 Antworten
31.12.2007, 09:34 von hausproblem
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In diesem Fall ist es Sache des Vermieters die gesamten Kosten zu tragen für den Reparatureinsatz, da der Mieter nachweisen kann dass der Defekt nicht in der Wohnung verursacht wurde. (Alle Sicherungen des WOhnungskastens waren OK)

Ausser;
wenn nachgewiesen kann, dass der Mieter viel zu starke Sicherungen in den Wohnungssicherungskasten eingebracht hat, welches dann natürlich für Folgeschäden sorgt. (Ist jedoch schlecht nachzuweisen) Habe bereits miterlebt, dass in der Wohnungsabsicherung Sicherungen mit zu hohen Amperezahlen steckten, sodaß die Hauptsicherung im Keller "durchgeknallt" war, konnte ich nicht nachweisen das beim Einzug die korrekten Sicherung eingeschraubt waren.
30.12.2007, 15:19 von cavalier
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Zitat:
wenn man dann auch noch Single ist... wo ist denn da noch der Wohnwert? ;-)

und wenn man kein Single ist?
30.12.2007, 14:22 von Taliesin
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tja, meiner Meinung nach wäre hier zur Schadensanalyse eine Isolationsmessung der Elektroanlage vonNöten.

Ich wüsste auch nicht, womit man einen solchen Kurzschluss verursachen sollte, wenn nicht mit einer nachweisbaren Beschädigung der Elektroanlage. Da wären schon Argumente dessen, der von mir Übernahme der Kosten verlangt, notwendig.

Mehrere Stunden ohne Strom würde ich als Bewohner auch nicht dulden wollen. Kein Fernseher, kein Internet, wenn man dann auch noch Single ist... wo ist denn da noch der Wohnwert? ;-)

Gruß
Tali
30.12.2007, 13:43 von Bouquineur
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Hm. Den Herd hatte ich zu dem Zeitpunkt nicht an.

Es liefen: Fernseher, Decoder, Stehlampe, Tischlampe, Notebook, Modem. Alles im Wohzimmer. In Küche, Bad und Schlafzimmer war zu dem Zeitpunkt kein Gerät eingeschaltet.

Fernseher und Decoder liefen über zwei Dreiersteckdosen, an denen auch die Stehlampe hing. Die Dreiersteckdosen sind ok.

Gebohrt haben wir hier zuletzt 2005.
30.12.2007, 11:21 von frischebrise
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Hallo,

Natürlich ist der VM für die Betriebsbereitstellung der Mietsache verantwortlich.

Wenn hier 3 Sicherungen in der Hauptverteilung gleichzeitig kaputtgehen, die für eine bestimmte Wohnung bestimmt sind, muß der Ursache nachgegangen werden.

Das ist schon schwerwiegend und der VM ist in der Pflicht.

Der Auslöser kann nur durch die Zu/Abgangsleitungen der entsprechenden Wohnung oder von Geräten daran angeschlossen ausgegangen sein.
Auch ein Bohrer zwischen 0 Leiter, Spannung, MP kann folgenschweres auslösen.
Der VM hat seine Infrastruktur zu prüfen und evtl. in Stand zu setzen.
Sind die gemessenen Werte OK und auch bei Belastung durch Last OK, hat der M. einige Fragen zu beantworten. ( Ohm, Widerstand)

Für jeden Elekriker und Fachkundigen ist klar, dass ein Schluss des geschilderten Umfangs zwangsläufig ein Schaden an den Leitungen induzierte, der messbar ist.
Für einen SV und auch Elektiker eines seiner leichtesten Übungen.

Elektiker vor Ort halten sich da öfter sehr zurück weil in einem MFH auch Kunden verloren gehen könnten.

Meine persönliche Meinung:
Unterverteilung hat bei den Herdabsicherungen ebenfalls 16 AH, wie die Schaltkreise.
Die Hauptsicherungen im Keller haben 20, 25 oder 35 AH
Irgendeiner hat die schwache Absicherung des Herdes in der Unterverteilung direkt auf die Hauptverteilung aufgelegt.

Der Herd hat eine defekte Platte und Masseschluss.

Es muß nicht so sein, es kann.
Als VM. würde ich die Anschlüsse in der Unterverteilung des Herdes prüfen auf Schmauchspuren und richtig aufgelegte Kabel.

30.12.2007, 10:19 von cavalier
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Hallo Anke,

Zitat:
Meine Fragen sind nun: Wäre es für mich als Mieter überhaupt zumutbar gewesen, hier mindestens 12 Stunden ohne Strom zu sitzen oder war es berechtigt, den Notdienst kommen zu lassen?

Ich als Vermieter bin froh, wenn eine Mieterin sich drum kümmert.

Zitat:
Die Rechnung geht zwar an meinen Vermieter, er deutete aber definitiv an, dass ich mich an den Kosten beteiligen soll.


So wie du die Sache schlilderst, ist der Aufwand des Elektrikers nicht hoch gewesen.
Zitat:
Er hat dann die Sicherungen gewechselt, ich hab in meiner Wohnung alles in Betrieb genommen, was vorher auch in Betrieb war und alles lief ordnungsgemäß. Hätte es an einem der Geräte gelegen, hätte ja zumindest die Sicherung rausfliegen oder im schlimmsten Fall wieder einer der Sicherungen im Keller durchbrennen müssen.


Hier kommt vielleicht ein Rechnungbetrag von ca. 150-200 EUR raus.

Hierüber mit dem Mieter streiten wäre für mich lächerlich. Ich würde die Rechnung als Vermieter zahlen und mich bei der Mieterin für den Einsatz bedanken.
29.12.2007, 22:14 von Bouquineur
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Ja, die Abdeckung um die Unterverteilung wurde abgenommen. Aber da war nichts zu sehen. Ich hab mich bei meinem vorigen Post vertan. Die untere Abdeckung, die er nicht abbekam, war unterhalb des Stromzählers.

Bei den Sicherungen unten im Verteilerkasten hat er auf einen Blick gesehen, dass drei kaputt sind.

Der Sicherungskasten an meiner Wohnung:



Der Verteilerkasten mit den Sicherungen:



Es sind übrigens 9, nicht 8 Sicherungen. Es gibt 8 Parteien im Haus. Eine Sicherung für jeden? Die 9. müsste dann für Allgemeinstrom sein.
Hallo

Also wenn 3 Hauptsicherungen gleichzeitig auslösen, dann sieht man das der "Fehlerstelle" schon an. Da dürfte eine hübscher schwarzer Fleck sein.
Wurde denn die Abdeckung der Unterverteilung abgenommen?
Vielleicht hat sich da auch ein Nager zu schaffen gemacht.

Wenn die Wohnungssicherungen alle gehalten haben, ist es eher unwahrscheinlich, dass es im Bereich der Wohnung geschehen ist.
OK, unmöglich ist es nicht.

Gruß
Tali
29.12.2007, 21:48 von gghj
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Ein Test, welche Sicherung im Keller die Wohnung abdeckt, würde die Frage klären, ob eine oder drei Sicherungen für Ihre wohnung da ist.

Ansonsten kann die Analyse von jägermeister durchaus zutreffend sein, allerdings gibt es weitere Möglichkeiten für Kondensbildung, z.B. feuchter Keller?

Grundsätzlich würde ich bei dem beschriebenen Sachverhalt die Auffassung vertreten, dass der VM die Kosten vollständig zu tragen hat. Ein fahrlässiges Fehlverhalten des M ist m. E. nicht nachweisbar, der Fall ist offensichtlich erstmalig aufgetreten und ich entnehme den Zeilen, dass der VM den Notdients beauftragt hat.

Wenn die Bereitschaft besteht, sich zu beteiligen ist das sicherlich im Sinne eines guten Verhältnisses. Schließlich ist der VM ja auch direkt rausgekommen. Ich würde allerdings darauf hinweisen, dass das eine freiwillige Maßnahme ist.

Gruß gghj
29.12.2007, 21:28 von Bouquineur
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Ich wohne im ersten OG (wir haben Hochparterre, also von der Höhe her wie der zweite Stock). Über mir gibt es noch ein Stockwerk. Das Haus hat ein Flachdach. Mein Sicherungskasten hängt gleich neben meiner Wohnungstür (Hausflur), also außerhalb meiner Wohnung.

Der Elektriker hat in meinem Sicherungskasten die Abdeckung um die Kippschalter abgenommen. Ich hab mit reingeschaut aber nichts von Feuchtigkeit gesehen. Er hat auch nichts in der Richtung gesagt.

Die Abdeckung unterhalb der Kippschalter hat er nicht abbekommen, da hat er also nicht nachgeschaut.
29.12.2007, 21:21 von jaegermeister
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Zitat:
Wäre es möglich, dass zwei Sicherungen schon kaputt waren und die dritte, die von meiner Wohnung, diese Sicherungen überbrückt hat? Ich habe nur einen Knall gehört gestern. Entweder sind wirklich alle drei gleichzeitig kaputt gegangen oder zwei waren vielleicht schon defekt.


nein

Wo befindet sich den deine Unterverteilung (Sicherungskasten)?
Ich bin mir sicher das es an der Dreiphasenschiene unter deinen Sicherungen lag. Wenn dein Sicherungskaten zb. im DG liegt, dann evt. noch ein Leerrohr in einen kalten Bereich des Daches führt, ist es möglich das aufsteigende Luft im kalten Bereich kondensiert, und als Wasser das Rohr wieder runterfließt. Landet natürlich im Sicherungskasten läuft dann tropfenweise an einen Draht runter Richtung Sicherung, dann weiter Richtung Dreiphasenschiene, und dann knallts....
29.12.2007, 20:09 von Bouquineur
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Vielen Dank für die Antworten :-)

Mit der Übernahme der Mehrkosten für den Notdienst wäre ich einverstanden. Ich gehöre nicht zu der Sorte streitlustiger Mieter, mir ist ein gutes Verhältnis zu meinem Vermieter wichtiger.

Mein Sicherungskasten mit den Schaltern zum Umlegen hängt im Hausflur neben meiner Wohnung (da ist auch mein Stromzähler)

Der Kasten mit den Stecksicherungen hängt im Sutterain/Treppenhaus. Der Kasten ist durchsichtig, also Plexiglas, aber nicht versiegelt. Sieht für mich nicht danach aus, als ob da jemand manipuliert hat. Der Elektriker ging mit einem Spezialhandschuh und ausgestrecktem Arm beim Sicherungswechsel dran.

In meiner Wohnung läuft noch immer alles normal. Ich hab die gleichen Geräte an wie gestern.

Wäre es möglich, dass zwei Sicherungen schon kaputt waren und die dritte, die von meiner Wohnung, diese Sicherungen überbrückt hat? Ich habe nur einen Knall gehört gestern. Entweder sind wirklich alle drei gleichzeitig kaputt gegangen oder zwei waren vielleicht schon defekt.

Mich wundert ja noch immer, dass alle Sicherungshebel hier oben in meinem Wohnungs-Sicherungskasten an waren. Hätte ich hier einen kurzen gehabt, hätte doch eigentlich erst eine der Bereichssicherungen rausfliegen müssen.
29.12.2007, 19:42 von jaegermeister
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Hallo
Kann evt. auch ein Kurzschluß unter denn Sicherungen, an der 3 Phasenschiene sein. Hervorgerufen evt. durch Kondensfeuchtigkeit. Ist die Wohnung vieleicht im DG????
Ich hatte den Fall in den letzten Tagen bedingt durch die Witterunglage schon zweimal.

Mfg Jägermeister

29.12.2007, 15:45 von Musti1000
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Also ich denke, das hier der Vermieter die Kosten zu übernehmen hat, wenn dem Mieter nicht eine Verursachung des Schadens nachgewiesen kann.

Allerdings gehen 3 Hauptsicherungen nur dann gleichzeitig kaputt, wenn irgendjemand an der elektrischen Anlage "gebastelt" hat und die drei Phasen per Kurzschluss überbrückt hat - spreche da durchaus aus Erfahrung, bei mir waren es allerdings nur zwei...
29.12.2007, 14:34 von hecke
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nach 12 stunden ohne strom mietminderung ??????
29.12.2007, 13:31 von Sommer
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Schwierig - höhere Gewalt ist das ja offenbar gewesen und für Schäden am eigenen Hausrat (Gefriergut oder sowas) ist die Hausratversicherung da (wenn vorhanden).

Grundsätzlich hat natürlich nur der Eigentümer der Anlagen, also der Vermieter, Befugnis, einen Notdienst zu rufen. Kühli und Gefrierschrank hätten die 12 Stunden wohl durchgestanden; hätte man nun ein Aquarium oder andere Einrichtungen, die aber nicht so lange schadlos überstehen, dann ist sicherlich der Notdienst berechtigt. Oder z.B. Elektroheizung...

Ich würde mal abwarten, was der Vermieter denn so bereit ist, da zu zahlen und würde ggf. darauf hinweisen, daß bei 12 Stunden ohne Strom auch eine entsprechende Mietminderung fällig gewesen wäre.

Ist keine ganz einfache Sache und ich würde erst mal abwarten, ob der Vermieter wirklich eine Forderung aufmacht und ggf. mit dieser zu einer anwaltlichen Beratung gehen...allerdings kann es sein, daß diese mehr kostet als was er denn dann haben will. Letztlich geht es ja wirklich nur um den Anteil, der durch den Notdiensteinsatz verursacht wurde und nicht um die Reparatur selbst - diese muß der VM eh tragen. Das kann m.E. wirklich nicht viel sein und dann lohnt es eh nicht, darum zu streiten.

S.
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